Inhalte und Ziele

Querschnitt der Medienkunst

Der Bestand der Ars Electronica ist ein vielfältiges Konglomerat an künstlerischen Arbeiten, Dokumenationen von Projekten, Ausstellungen und Aktivitäten im breiten Feld der internationalen Medienkunst von über 35 Jahre.

  

Durch die laufenden Veranstaltungen der Ars Electronica wächst das Archiv jedes Jahr weiter an. Dadurch bietet es nicht nur einen repräsentativen Querschnitt des weiten Felds der Medien- und digitalen Kunst, sondern auch einen historischen Abriss ihrer Trägermedien und -formate, aus denen die Arbeiten vielfach ihre Erscheinungsform beziehen. Mit Beiträgen zu den Themenbereichen Computergrafik, Computeranimation, Computer- und digitale Musik, interaktive Kunst, Netzkunst, Software, Mixed Realities, Medien-Performance, Bio Art und Robotik werden sowohl explizit ästhetische Strategien als auch implizit die ihnen zu Grunde liegenden technischen Bedingungen dokumentiert.

Dies ist jedoch nicht nur von wissenschaftlich-historischem Interesse, sondern ein dringliches Aufgabengebiet im Hinblick auf die kurze Halbwertszeit der Datenträger. Bereits der Video-Bereich umfasst eine Vielzahl an Formaten, deren Lebensdauer begrenzt ist, genauso wie die Verfügbarkeit der Abspielgeräte zunehmend verschwindet. Gleiches gilt für Programmiersprachen, in denen Kunst-Projekte entwickelt werden, und die diversen Speichermedien, von der Diskette über CD bis hin zu Webseiten und deren Adressen.

Bewahrung und Sammlung

Neben zigtausenden Video- und Audiomedien lagern zahlreiche Fotografien, Negative und Diapositive im Archiv, ebenso eine umfangreiche Sammlung an Printmaterialien mit Publikationen, Drucksorten, Plakaten und Presseunterlagen. Mit der Neueröffnung der Ars Electronica im Januar 2009 standen dem Archiv erstmals eigene klimatisierte Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen ca. 60.000 physische Archivalien an Dokumentationsmaterialien sowie Prix Einreichungen auf über 378 Laufmetern Platz finden.

Seit Beginn des Festival 1979 gibt es einen sehr großen Bestand an Videodokumentationen. Dabei ist die Rolle des ORF als engagierter Mitveranstalter von besonderer Bedeutung, da dadurch in den frühen Jahren schon außergewöhnlich viel aufgezeichnet wurde. Darüber hinaus wurden das Festival und die Ausstellungen im Museum immer wieder via Video dokumentiert. Über 1000 Stunden an Videomaterial davon sind bereits digitalisiert.

  

Die Bandbreite an Inhalten spiegelt sich auch in der an physischen und digitalen Formaten wieder und gibt die Herausforderung an das Archiv vor. Während es bei der Archivierung physischer Objekte verifizierte Methoden gibt, wirft die Langzeitarchivierung digitaler Daten immer noch eine Unmenge an Fragen auf.

Digitalisierungsprozesse und ein lebendes Archiv

Im Zuge des Neubaus des Ars Electronica Center wurde 2008 das bisher umfangreichste Digitalisierungs- und Archivierungsprojekt von Ars Electronica seit den 1990er Jahren gestartet, um gezielt und zentral Material zu inventarisieren und digitalisieren. Das Archiv der Ars Electronica wurde neu aufgebaut und entwickelt, sowohl digital als auch physisch.

Es wurde ein serverbasiertes digitales Archiv entwickelt, das sich auf eine komplexe Datenbankstruktur mit Metadaten und verknüpften Digitalisaten (Video, Audio, Bild, Text) stützt. Zum jetzigen Zeitpunkt umfasst es bereits über 150.000 Einträge mit einem Speichervolumen von ca. 60 Terabyte und über 4 Millionen verknüpften Dateien. Die Datenbank sowie alle eingepflegten und erzeugten Dateien werden automatisiert in ein Backupsystem überführt und geprüft. Eine zusätzliche Bandsicherung des Archivbestandes dient der nachhaltigen Sicherung. Laufende Bemühungen in diesem Bereich sind unumgänglich um eine zukünftige Strategie der Langzeitarchivierung digitaler Daten erreichen zu können. Zweck der Datenbank ist die Bestandsaufnahme und wissenschaftlichen Recherche, mit dem Ziel der Aufarbeitung und Vermittlung der Geschichte von Ars Electronica und digitalen/elektronischen Kunst im Allgemeinen.

Heute kann neben den Digitalisierungs- und Migrationsprojekten die gesamten jährlichen Einreichungen zum Prix Ars Electronica automatisch ins Archiv überführt werden. Digitale Fotografien werden direkt bei der Online-Publikation im Archiv angelegt. Das Archiv wurde zum Leben erweckt und bildet nicht mehr nur längst Vergangenes ab. Es bewahrt sofort alle aktuell veröffentlichten Fotos inklusive ihrer Metadaten und macht diese somit wieder suchbar. Durch die laufende und aktuelle Eingabe ohne Zeitverzögerung werden auch wichtige Informationen erhalten, die ansonsten oft schwer zu recherchieren sind.