Das Internet ist für viele immer noch ein Hoffnungsträger für eine offenere, demokratischere, fairere Welt. Der Austausch von Information, der Zugang zu Wissen, die grenzüberschreitende Kommunikation, die Distanzen vergessen macht, all das sind Punkte, welche das Internet zu dem machen, was es heute ist. Doch gibt es immer mehr Überlegungen, die die Freiheit des World Wide Web einschränken wollen.

Erst vor kurzem hat Sergey Brin, einer der Gründer von Google (eine Verlinkung sparen wir uns an dieser Stelle), ziemlich umfangreich einige Gefahrenpotentiale aufgezeigt und recht umfangreich kritisiert. So sieht er geschlossene Systeme wie Facebook oder auch Apples Appstore als undurchdringliche Systeme, die sich davor sperren, den freien Informationsaustausch zu ermöglichen. Diese Entwicklungen würden genau konträr zu den ursprünglichen Ideen des Internets stehen, nämlich Offenheit und allgemeiner Zugang.

Weiters sieht er das Internet auch durch diverse Regierungen und deren Initiativen bedroht, namentlich erwähnt er SOPA/PIPA, aber in die selbe Kategorie fallen freilich auch ACTA und die Vorratsdatenspeicherung, zum Beispiel. Unter dem Deckmäntelchen der Verbrechensbekämpfung möchten viele Staaten auch kontrollieren, wer sich mit wem organisiert, welche Proteste oder Widerstände gegen die Regierung übers Web Zustimmung und Publikum erlangen, die Menschen an der Macht fürchten sich, wie so oft in der Geschichte, davor, ihre Macht zu verlieren, und deswegen versuchen sie, Kommunikation zu verhindern, oder zumindest zu erschweren. “Teile und Herrsche!”

Nun kann man Sergey Brin freilich vorwerfen, dass er gegen Konkurrenten wettert, und das ist sicher nicht ganz falsch, schließlich wäre Google nicht zu dem Unternehmen geworden, welches wir heute kennen, eine Tatsache, die auch Brin selbst eingesteht. Doch ob jetzt kommerzielle Interessen hinter seinen Aussagen stehen oder Idealismus, das spielt eigentlich keine Rolle. Seine Analyse trifft zu und sollte eigentlich uns allen zu denken geben, dass wir nicht sehr weit davon entfernt sind, ein weiteres Stück Freiheit zu verlieren. In “Außer Kontrolle – Was das Netz über dich weiß” wird auch diese Problematik beleuchtet, und zwar ab Mittwoch, dem 18.4.2012 im Ars Electronica Center.

Stichwort Freiheit: Google ist nicht die einzige Suchmaschine da draußen, auch wenn es sich manchmal so anfühlt, dabei sind die Suchergebnisse nicht nur von den Inhalten der jeweiligen Websiten abhängig, sondern auch von den eigenen Surfgewohnheiten. Widmet man sich oft ähnlichen Themen, ähnlichen Meinungen, gewichtet Google diese Meinungen immer mehr und mehr in den Suchergebnissen, und irgendwann brät man quasi im eigenen Saft, was die Meinungsbildung angeht. Wenn man wissen möchte, wie es sich anfühlt, wenn mal nicht indexiert oder gefiltert wird, könnte man duckduckgo.com eine Chance geben und schauen, wie sichs ohne Schutzblase surft. Über 1 Million Suchanfragen pro Tag zeigen, dass die Menge an Leuten, die nicht mehr alles hinnimmt, auch in diesem Bereich immer größer wird.