Vor einiger Zeit wurde in einem Interview mit Oliver Bimber, dem Leiter des Instituts für Computergrafik an der JKU, das Thema Lichtfeldfotografie vorgestellt. Am 31.1.2013 ist er im Deep Space Live zu Gast, um vorab einen Eindruck zu vermitteln, was es denn mit Lichtfeldfotografie so auf sich hat, haben wir David Schedl, ebenfalls vom Institut für Computergrafik, gebeten, einen Fotorundgang im und ums Ars Electronica Center zu machen, mit einer Lytro im Gepäck, einer sehr populären und kompakten Kamera zum Aufnehmen von Lichtfeldern.

So sieht eine Lytro aus, im Hintergrund das Ars Electronica Center. Mit konventioneller Fotografie muss man sich für eine Schärfeebene entscheiden, in dem Fall möchten wir die Kamera zeigen, das Center kennt man ja schon.

Hier die Lytro-Variante, vorher ein kurzer Hinweis zur Bedienung: Mit einem Klick auf einen Bereich im Bild stellen Sie auf diesen Bereich scharf, wenn Sie die Maustaste gedrückt halten, können Sie die Perspektive wechseln und mit einem Doppelklick auf einen bestimmten Bereich zoomen. Dadurch, dass bei Lichtfeldaufnahmen die Perspektive gewechselt werden kann, können aus einer Aufnahme auch stereoskopische Bilder erstellt werden, bei entsprechender Displaytechnologie lassen sich die Aufnahmen also auch in 3D genießen. Dieser Effekt dürfte im Deep Space sehr interessant sein.

Die Bedienung einer Lytro ist relativ simpel. Man wählt einen Bildausschnitt, tippt auf dem Touchscreen, über den man auch die Belichtung und ähnliches einstellen kann, das zentrale Motiv des Bildes an, und betätigt den Auslöser, der an der Oberkante des Geräts verbaut ist. Zoomen kann man, in dem man an der Oberkante nach links oder rechts streift.

Bei den folgenden 2 Fotos sind man schon recht deutlich, was der Vorteil der Lichtfeldfotografie ist: Mit einer konventionellen Kamera ist man gezwungen, sich für einen Buchstaben, der scharf dargestellt wird, zu entscheiden. Man könnte freilich die Blende ein wenig schließen, um die Schärfentiefe zu vergrößern, den ganzen Schriftzug kann man aus dieser Perspektive allerdings nicht scharf darstellen. Grundsätzlich gilt: Je kleiner die Blende (und je größer die Blendenzahl, zum Beispiel 1:2.8 oder 1:3.5), desto größer wird die Schärfentiefe, aber die Menge an Licht, die durch das Objektiv geleitet wird, verringert sich, was dazu führen kann, dass ein Bild nicht ausreichend belichtet wird (vereinfacht gesagt: Nicht hell genug wird). Um das zu kompensieren, wird entweder die Belichtungszeit verlängert, was allerdings dazu führen kann, dass man das Bild verwackelt und es erst recht unscharf wird, oder die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors, die ISO-Zahl, erhöht wird, was allerdings zu Problemen mit der Bildqualität führen kann, zum Beispiel zu Bildrauschen (Farben werden nicht mehr korrekt dargestellt, es “grieselt”).


Mit der Lytro muss man sich nicht für eine Schärfeebene entscheiden. Man kann jeden Buchstaben scharfstellen, oder auch die Spiegelung, probieren Sie es aus!

David Schedl über die Schulter geschaut, er lytrografiert mobility.

Und die Lytro-Variante:

Hier nochmal 2 Beispiele, wie man sich mit einer “normalen” Kamera für ein Motiv im Bild entscheiden muss.


Abermals die Aufnahme mit der Lytro:

Weitere Fotos gibt es auf dem Lytro-Account der JKU, am 31.1. werden großartige Lichtfeldaufnahmen im Deep Space präsentiert, die das Potential dieser Technologie zeigen. Für Fotografieinteressierte eigentlich ein Pflichttermin!