Prix Ars Electronica 2017

(Linz, 16.1.2017) Heute startet der Prix Ars Electronica 2017. Bis einschließlich 3. März können Projekte in den Wettbewerbskategorien „Computer Animation/Film/VFX“, „Digital Musics & Sound Art“, „Hybrid Art“ und „u19 – CREATE YOUR WORLD“ eingereicht werden.

Prix Ars Electronica 2017:
Medienkunstwettbewerb startet heute – Einreichungen bis 3. März möglich

Pressetext Prix Ars Electronica 2017 / PDF
Prix Ars Electronica
Online-Einreichung Prix Ars Electronica
Fotoalbum Prix Ars Electronica 2017 / Flickr

(Linz, 16.1.2017) Heute startet der Prix Ars Electronica 2017. Bis einschließlich 3. März können Projekte in den Wettbewerbskategorien „Computer Animation/Film/VFX“, „Digital Musics & Sound Art“, „Hybrid Art“ und „u19 – CREATE YOUR WORLD“ eingereicht werden. Den GewinnerInnen winken die begehrten Goldenen Nicas, Preisgelder von bis zu 10.000 Euro je Kategorie und ein prominenter Auftritt beim diesjährigen Ars Electronica Festival in Linz. Dank seiner Kontinuität, seiner internationalen Reichweite und der hohen Expertise seiner Jury zählt der Prix Ars Electronica zu den wichtigsten Medienkunstwettbewerben weltweit.

Vier Wettbewerbskategorien

„Computer Animation / Film / VFX“ rückt herausragende Leistungen in unabhängigen Kunst- und Wissenschaftswerken ebenso wie in kommerziellen High-End-Produktionen der Film-, Werbe- und Unterhaltungsindustrie ins Rampenlicht. Künstlerische Originalität zählt dabei genauso viel wie exzellente technische Leistung.

„Digital Musics & Sound Art“ widmet sich zeitgenössischen digitale Klangproduktionen aus dem breiten Spektrum des „Electronica“. Es geht um Werke, die Klang und Medien kombinieren, Computer-Kompositionen, die von elektro-akustisch bis experimentell reichen, sowie Klanginstallationen. Gleich welche Medien oder Genres dabei zum Einsatz kommen, bei den Arbeiten im Vordergrund steht die musikalische und klangkünstlerische Qualität.

„Hybrid Art“ legt den Fokus auf hybride und transdisziplinäre Medienkunstprojekte. Gefragt sind die Verbindung unterschiedlicher Medien und Genres zu neuen künstlerischen Ausdrucksformen sowie das Überschreiten der Grenzen von Kunst zu Forschung, zu sozialem und politischem Engagement, aber auch popkulturellen Bereichen. „Hybrid Art“ kann und soll den Rahmen aller anderen Prix-Kategorien sprengen.

„u19 – CREATE YOUR WORLD“ ist die österreichweit ausgeschriebene Kinder- und Jugendkategorie rund um die Welt von Morgen. Hier können künstlerische Animationsfilme, Soundkreationen, Websites, Apps, wissenschaftliche Projekte und innovative Ideen eingereicht werden.

Trendbarometer der Medienkunst: der Prix Ars Electronica

1987 initiiert, ist der Prix Ars Electronica eine interdisziplinäre Plattform für alle, die den Computer als universelles Gestaltungsmedium in ihrer künstlerischen Arbeit an der Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft einsetzen. Der alljährlich durchgeführte Wettbewerb wird in mehreren Kategorien ausgeschrieben, die stets mehrere tausend Einreichungen aus aller Welt verzeichnen. Die besten darunter werden mit einer Goldene Nica ausgezeichnet, die zu den wichtigsten Auszeichnungen für Kreativität und Pioniergeist im digitalen Medienbereich zählt. Das breite TeilnehmerInnenfeld reicht deshalb von international anerkannten KünstlerInnen (Karlheinz Stockhausen, Roy Ascott, Lynn Hershman, Toshio Iwai / Ryuichi Sakamoto, Chris Cunningham / Aphex Twin) über Oscar-Preisträger (John Lasseter, Chris Landreth) bis hin zu jungen kreativen Pioniergeistern (Graffiti Research Lab). Der Prix Ars Electronica wird gemeinsam von der Ars Electronica Linz GmbH und dem ORF Oberösterreich in Zusammenarbeit mit dem OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich und dem Brucknerhaus Linz veranstaltet.

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/14968276997/

Die Goldenen Nicas / Fotocredit: Florian Voggeneder / Printversion

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Logo des Prix Ars Electronica 2017 / Fotocredit: Ars Electronica / Printversion

STARTS-Prize 2017 ausgeschrieben

(Linz/Brüssel, 11.1.2017) Ab heute können sich KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, TechnologInnen, Teams, Kollektive und Unternehmen um den diesjährigen STARTS-Prize der Europäischen Kommission bewerben.

Science, Technology & Arts – STARTS:
Im Auftrag der Europäischen Kommission schreiben Ars Electronica, BOZAR und Waag Society den STARTS-Prize 2017 aus

Pressetext STARTS-Prize 2017 / PDF
Online-Einreichung STARTS-Prize 2017
Fotoalbum STARTS-Prize 2016 / Flickr
Interview zum STARTS-Prize mit Gerfried Stocker und Veronika Liebl

(Linz/Brüssel, 11.1.2017) Ab heute können sich KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, TechnologInnen, Teams, Kollektive und Unternehmen um den diesjährigen STARTS-Prize der Europäischen Kommission bewerben. Gesucht und prämiert werden Projekte, die die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Technologie und Kunst erfolgreich proben und das Potential haben, zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Innovation beizutragen. Den GewinnerInnen winken Preisgelder von 20.000 Euro und prominente Auftritte beim Ars Electronica Festival in Linz sowie am Brüsseler BOZAR Electronic Arts Festival und bei der Amsterdamer Waag Society. Prämiert werden die Siegerprojekte am 10. April von einer internationalen Jury, erstmals öffentlich vorgestellt werden sie im Rahmen eines Pressegesprächs Anfang Mai. Die offizielle Preisverleihung findet am 8. September bei der großen Prix Ars Electronica Gala in Linz statt. Die Online-Einreichung für den STARTS-Prize 2017 startet heute, 11. Jänner und endet am 4. März, die Teilnahme ist kostenlos.

STARTS-Prize: mehr Innovation für Europa

Mit dem STARTS-Prize rückt die Europäische Kommission Menschen und Projekte ins Rampenlicht, die dazu beitragen, Europas soziale, ökologische und ökonomische Herausforderungen meistern zu können. Wesentliche Impulse dafür sollen vor allem aus dem Schnittfeld von Science, Technologie und Arts – kurz STARTS – kommen. In Form zweier Kategorien fokussiert der prestigeträchtige Wettbewerb einerseits künstlerische Arbeiten, die unseren Blick auf Technologie beeinflussen sowie andererseits zukunftsweisende Kooperationen zwischen Industrie und Kunst und Kultur. In jeder dieser beiden Kategorien wird ein Gewinnerprojekt ausgewählt und mit 20.000 Euro unterstützt. Präsentiert werden die Projekte schließlich beim Ars Electronica Festival in Linz, am BOZAR Electronic Arts Festival in Brüssel und bei der Waag Society in Amsterdam.

Ars Electronica meets STARTS

Seit 1979 forscht die Linzer Ars Electronica zu den vielschichtigen Auswirkungen der Digitalisierung und Vernetzung unserer Welt. Kunst, Technologie und Gesellschaft werden dabei nie allein, sondern stets zusammengedacht. Die künstlerische Reflexion brisanter Entwicklungen, das Fragen nach alternativen Zukunftsszenarien und den dafür nötigen Rahmenbedingungen, Strategien und Personen sowie die Aufforderung sich aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft zu beteiligen, machen Ars Electronica zum idealen Partner des STARTS-Programms. Nachdem Ars Electronica bereits den STARTS-Prize 2016 sehr erfolgreich durchgeführte, wurde die Linzer Medienkunstplattform von Europäischen Kommission auch mit der Ausschreibung und Umsetzung des STARTS-Prize für die Jahre 2017 bis 2020 beauftragt.

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STARTS-Prize Trophy / Fotocredit: Peter Verplancke / Printversion / Album

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Artificial Skins & Bones Group – Winners of the STARTS-Prize 2016 / Fotocredit: tom mesic / Printversion / Album

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Visible Strength / Lisa Stohn and Jhu-Ting Yang of the Artificial Skins and Bones Group / Fotocredit: Bernardo Aviles-Busch / Prinversion / Album

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Iris van Herpen – Winner of the STARTS-Prize 2016 / Fotocredit: tom mesic / Printversion / Album

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Close-Up of Magnetic Motion Collection by Iris van Herpen / Fotocredit: Morgan O’Donovan / Printversion / Album

Prix Ars Electronica 2016

(Linz, 10.5.2016) 2016 gehen die Goldenen Nicas des Prix Ars Electronica an KünstlerInnen aus Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden, Österreich und Großbritannien.

Prix Ars Electronica 2016:

Von Emails an die NSA über ein Entscheidungsspiel bis zur Pionierin der Medienkunst – das sind die Goldenen Nicas 2016

Pressetext Prix Ars Electronica 2016 / PDF

(Linz, 10.5.2016) 2016 gehen die Goldenen Nicas des Prix Ars Electronica an KünstlerInnen aus Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden, Österreich und Großbritannien: Boris Labbé (FR) erhält die Goldene Nica in der Kategorie Computer Animation/Film/VFX, Christoph Wachter und Mathias Jud (beide CH) dürfen sich über die Goldene Nica in der Kategorie Interactive Art + freuen, die P2P Foundation bekommt die Goldene Nica in der Kategorie Digital Communities, der 17-jährige Jonas Bodingbauer (AT) aus Linz gewinnt in der Kategorie u19 – CREATE YOUR WORLD und die profilierte Kunstkritikerin und Ausstellungsmacherin Jasia Reichardt (UK) wird mit einer Goldene Nica als „Visionary Pioneer of Media Art“ ausgezeichnet. Insgesamt zählte der Prix Ars Electronica heuer 3.159 Einreichungen aus 84 Ländern. Die meisten Einreichungen verzeichnete die Wettbewerbskategorie Computer Animation/Film/VFX (1.327 Einreichungen), gefolgt von Interactive Art + (896 Einreichungen), u19 – CREATE YOUR WORLD (637 Einreichungen) und der Kategorie Digital Communities (299 Einreichungen). Offiziell überreicht werden die Goldenen Nicas im Rahmen der traditionellen Ars Electronica Gala am 9. September 2016.

Computer Animation, Film, VFX

Goldene Nica

RHIZOME / Boris Labbé (FR)

http://www.borislabbe.com/

„Rhizome is a very complex and complete piece of artwork, blending complementary techniques in a post-digital painting-like visual poem.“ (Statement der Jury)

Die Goldene Nica in der Kategorie Computer Animation, Film, VFX geht heuer nach Frankreich: In seiner in Schwarz-Weiß gehaltenen Animation kreiert Boris Labbé ein sich ständig veränderndes Universum von dynamischen Figuren. Letzte muten wie kleine grazile geometrische Skulpturen an, deren Gestalt und Struktur sich permanent verändern, die sich aneinanderreihen und dabei schier endlose Ketten bilden. Je mehr dieser Wesen auftauchen, desto größer wird auch der Abstand zum Betrachter, der schließlich in einen vermeintlich unendlichen Raum voller mikroskopisch kleiner Wesen blickt. Im Zentrum dieses Kosmos befindet sich ein Wirbelsturm, der alle Wesen ansaugt und in die Höhe zieht.

Auszeichnung

Peripheria / David Coquard Dassault (FR)

http://coquarddassault.tumblr.com

„This work has been awarded for its own subtle but strong way of storytelling, cinematography, artistic direction and technical achievement which are extremely successful in every level and angle.“ (Statement der Jury)

David Coquard Dassaults dystopische Animation zeigt eine riesige, verlassene Hochhaussiedlung. Aus dem Off sind Kinderstimmen und einzelne Wortfetzen zu hören, im Bild ist ein Rudel streunender Hunde zu sehen, die das ehemals von Menschen besiedelte Gebiet zu ihrem Revier gemacht haben. Doch auch sie erwartet in dieser Umgebung keine rosige Zukunft: Türen fallen zu und versperren den Hunden ihren Rückweg, wieder andere Hunde darben gefangen in leeren Swimmingpools ihrem sicheren Hungertod entgegen. Plötzlich nimmt die Geschichte aber eine unerwartete Wendung und lässt das Geschehen in völlig neuem Licht erscheinen.

Auszeichung

Nosaj Thing / Cold Stares ft. Chance The Rapper + The O’My’s / Daito Manabe (JP), MIKIKO (JP), TAKCOM (JP), ELEVENPLAY (JP), Rhizomatiks Research (JP)

http://www.rzm-research.com/works/nosajthing_coldstares

„An outstanding music video that introduces innovative technologies from 3D scanning, motion capture and drone controlling, adding a layer of sensitive notion with live recorded choreography and augmented reality. Japanese artist Daito Manabe and his creative collective has come up with a complex artistic concept that introduces the switch between the real and the virtual, blurring the line between human and machine interaction and data analyzation.“ (Statement der Jury)

Das Musik-Video Cold Stares ist ein beeidruckendes Wechselspiel von Realität und Illusion. Das Video thematisiert die Suche nach dem Sinn des Lebens und persönlichen Erinnerungen. Zu sehen sind zwei Tänzerinnen, einmal als Akteurinnen in der realen Welt und dann wieder als computergenerierte Figuren in einer abstrakten Umgebung.

Interactive Art +

Goldene Nica

„Can you hear me?“ / Christoph Wachter & Mathias Jud (beide CH)

„Can you hear me? is a powerful and playful act that engages in questions challenging who gets access to information and data, privacy and the state of surveillance. It is a testament to the importance of artists who use the medium of interaction in a way that allows them to leave the traditional space for artistic discourse and occupy the space for dialogue currently used by a system of governance known for overriding basic rights of the democratic society – personal privacy and freedom of speech.“ (Statement der Jury)

Edward Snowdens Enthüllungen ließen Berlins Regierungsviertel als einer jener Spots in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten, die von Geheimdiensten lückenlos überwacht und ausspioniert werden. Genau hier wollten Christoph Wachter und Mathias Jud deshalb auch mit einer temporären Installation nach Macht und Machtlosigkeit im digitalen Zeitalter fragen. Auf dem Dach der Akademie der Künste, also genau zwischen den Horchposten der Amerikanischen und Britischen Botschaft, brachten sie improvisierte Antennen an und installierten ein unabhängiges Wifi-Kommunikations-Netzwerk, das über den Reichstag und das Kanzleramt bis zur Schweizer Botschaft reichte. Jeder und Jede konnte mittels einem eigenen Wifi-fähigem Gerät Teil des Netzwerks werden, chatten, Text-Nachrichten senden und File-Sharing betreiben. Auch die Angestellten der Botschaften und des Regierungszentrums wurden eingeladen, mitzumachen. Wer wollte, konnte zudem auf genau den Frequenzen, die von der amerikanischen NSA und dem britischen GCHQ abgehört wurden, Nachrichten an die Geheimdienste schicken. Anstelle des geheimen Abhörens entstand so eine kollektive Konversations-Sphäre, in der alle dieselben Rechte hatten. 33 Tage lang wurde dieses anonyme und unabhängige Netzwerk von tausenden Menschen genutzt und wurden mehr als 15.000 Nachrichten an NSA und GCHQ übermittelt. Es wurden sogar geheime Informationen einer parlamentarischen Untersuchungskommission über das Netzwerk übermittelt, die schließlich auf Wikileaks landeten.

Auszeichnung

OpenSurgery – a do-it-yourself surgery robot for domestic laparoscopy / Frank Kolkman (NL)

„[…] Frank Kolkman’s surgical robot presents a potentially accessible and cost-effective alternative to the expensive professional healthcare services, particularly relevant to the public in the US where the gap between those who can afford health insurance and those who cannot is rapidly widening. But more significantly, this critical and conceptual work, which creates new conditions for interaction within the highly regulated and controlled sector of health care, raises important questions about inequality, ethics and the lack of access to essential health services for a growing number of people around the world.“ (Statement der Jury)

Mit seiner „OpenSurgery Initiative“ geht Frank Kolkman der Frage nach, ob sich chirurgische Do-It-Yourself-Werkzeuge als Alternative zu den oft zu teuren Gesundheitsdiensten eignen. Seine Idee fußt auf der großen Anzahl von Youtube-Videos, in denen sich US-AmerikanerInnen ohne Krankenversicherung selbst verarzten. Frank Kolkman hat ein chirurgisches System für den Hausgebrauch entworfen, dessen Komponenten allesamt im Internet bestellt und zuhause zusammengebaut werden können. Mit seiner „OpenSurgery Initiative“ will Frank Kolkman weniger einen voll funktionsfähigen Operationsroboter schaffen als vielmehr eine Diskussion über das Spannungsverhältnis zwischen sozioökonomischen Aspekten und ethischen Werten im Bereich der Medizinischen Versorgung anstoßen.

Auszeichnung

Parasitic Symbiotic / Ann-Katrin Krenz (DE)

„The milling machine, as a technological intervention, appears to invade the tree, much like the often aggressive intervention that humans perpetrate on nature. At the same time, this parasitic machine encodes marks derived from a poem about unity and oneness – a non disturbing act of love – that becomes integrated in nature.“ (Statement der Jury)

In einem immer größeren Ausmaß scheint sich die Technologisierung unserer Welt auf Kosten der Natur zu vollziehen. Mit „Parasitic / Symbiotic“ widmet sich Ann-Katrin Krenz genau diesem Spannungsverhältnis. Sie bringt Fräsen an den Stämmen von Bäumen an und lässt sie einen codierten Text – ein romantisches Gedicht rund um das Eins-Werden mit der Natur – in die Rinde ritzen. Wie Parasiten kleben die technischen Gerätschaften an den Bäumen und fügen ihnen auch Schaden zu – wenngleich in einer derart moderaten Form, dass es den Baum nicht ernstlich bedroht. Gleichzeitig lässt dieser – parasitische – Eingriff etwas Neues entstehen, das durch die – symbiotische – Verbindung von Technik und Natur eine ganz eigene Ästhetik entfaltet.

Digital Communities

Goldene Nica

P2P Foundation

http://wiki.p2pfoundation.net/Main_Page

„P2P Foundation“ is a new generation of communities that help to build communities. It is dedicated to advocacy and research of peer to peer dynamics in society. Established ten years ago, it evolved into one of the main drivers of the ‚commons transition‘.” (Statement der Jury)

Die 2005 von Michel Bauwens initiierte Digital Community widmet sich dem gesellschaftlichen Potential von Peer-to-Peer-Technologien. Als dezentrale und selbstorganisierte Non-Profit-Organisation analysiert, dokumentiert und promotet Peer-to-Peer-Strategien, die geeignet erscheinen, den Herausforderungen und Problemen unserer Zeit auf eine zukunftsfähige Weise zu begegnen. Im Mittelpunkt steht dabei das Verbinden von Nachhaltigkeit, Offenheit sowie Solidarität. Seit dem Launch 2006 hat die Community der „P2P Foundation“ mehr als 30.000 Einträge erstellt, die die Entwicklung und Geschichte der Peer-to-Peer-Bewegung dokumentieren. Einer der allerersten Artikel über die Kryptowährung Bitcoin wurde etwa auf der Website der „P2P Foundation“ veröffentlicht. Seit dem Launch im Jahr 2006 wurde die „P2P Foudation Wiki“ mehr als 27 Millionen Mal aufgerufen und ist damit jene Plattform, die weltweit das meiste Wissen über P2P bündelt.

Auszeichnung

Refugee Phrasebook

http://www.refugeephrasebook.de/

„Refugee Phrasebook is an open collaborative project to provide important vocabulary to refugees, helpers, and citizens. Together with a global network of volunteer translators, editors, designers, printers, publishers, lawyers, doctors, etc. and with partner institutions in Germany, Greece and the Netherlands, Refugee Phrasebook develops sustainable communication tools to share useful phrases, icons, links and important information.“ (Statement der Jury)

„Refugee Phrasebook“ ist ein offenes Gemeinschaftsprojekt für Flüchtlinge, HelferInnen und Interessierte weltweit. Das Buch ist eine Sammlung relevanter Informationen zu verschiedenen Aktivitäten, Behördengänge und Besorgungen im täglichen Leben. Auf lokale Bedürfnisse und Besonderheiten hin angepasst und mit freien Lizenzen vertrieben, will das „Refugee Phrasebook“ die Kommunikation zwischen Flüchtlingen und HelferInnen fördern. Am Projekt beteiligt sind freiwillige ÜbersetzerInnen, GrafikerInnen, ÄrztInnen, VerlegerInnen, RechtsanwältInnen und LektorInnen sowie verschiedene Institutionen in Deutschland, Griechenland und den Niederlanden.

Auszeichnung

SAZAE bot

https://twitter.com/sazae_f

„Is it a crowd that acts as their collective self that is intelligent, or is it the machine that acts like a human? The SAZAE bot asks us questions of the boundary of self and others, and the collective consciousness of a community. SAZAE bot even did a TED talk!“ (Statement der Jury)

Ein Bot – Kurzform für „Robot“ – ist ein Computerprogramm, das bestimmte, sich stets wiederholende Aufgaben automatisch abarbeitet, ohne dabei auf einen menschlichen User angewiesen zu sein. Der „SAZAE bot“ ist so ein Computerprogramm. Der Bot ging im Sommer 2010 online und ist seither auf Twitter aktiv. Er präsentiert sich als Parodie, der in Japan äußerst populären Mangafigur SAZAE-San (Hauptprotagonist der gleichnamigen Manga-Serie, die seit 5. Oktober 1969 ohne Unterbrechung im Japanischen TV gezeigt wird und den Guinness World Rekord für die am längsten laufende TV-Serie der Welt hält). Der „SAZAE-bot“ reagiert auf Tweets und Retweets und ist bei seinen Followern vor allem seiner Witze wegen beliebt. 2014 wurde schließlich Hitoyo Nakano „geboren“ und der anonyme menschliche User hinter dem „SAZAE-bot“ mit einer vermeintlichen Identität versehen. Der „SAZAE-bot“ wird seither via Google-Forum gesteuert, in dem jede und jeder völlig anonym als „SAZAE-bot“ Tweets posten kann. Ausgetauscht werden auf diese Weise nicht nur Meinungen und Witze, man verabredet sich durchaus auch zu Treffen und Aktionen in der realen Welt – sei es zur Verteilung von Süßigkeiten rund um Weihnacht, zu Luftballonstarts, für Guerilla-Aktionen, dem Ted-Talk oder einem Auftritt bei der Berliner UN|COMMONS-Konferenz.

u19 – CREATE YOUR WORLD

Goldene Nica

Die Entscheidung / Jonas Bodingbauer (AT)

http://jonasbodingbauer.jimdo.com

„Die Entscheidung ist eine Referenz auf das Milgram-Experiment und ein kritischer Kommentar zum blinden Befolgen von Regeln. Jonas Bodingbauer übt damit einerseits Kritik daran, wie viele Videospiele funktionieren und was sie mit den SpielerInnen machen, aber diese Kritik lässt sich auch auf alle anderen Lebensbereiche übertragen. Nicht nur die Beschäftigung mit dieser ernsthaften Thematik, sondern auch die originelle Umsetzung des Spielprinzips zeichnen Die Entscheidung aus: als spannendes Videospiel, das dem zeitgemäßen Stand des Mediums entspricht, aber vor allem als gekonnte Verknüpfung all dessen, wofür der Prix Ars Electronica steht.“ (Statement der Jury)

Die Goldene Nica in der Kategorie u19 – CREATE YOUR WORLD geht 2016 nach Linz. Jonas Bodingbauer, 17 Jahre alt, entwickelte das Spiel „Die Entscheidung“. Zwei SpielerInnen treten dabei gegeneinander an: Eine Person widmet sich dem Leben eines an Krebs erkrankten Menschen, die andere Person kümmert sich um einen Tumor und sorgt mittels gesammelter Credits für dessen Wachstum. Erst im Verlauf des Spiels erfährt der Tumor-Spieler, dass der an Krebs erkrankte Patient gute Heilungschancen hätte, wenn sich die Krankheit – sprich der Tumor – nicht weiterentwickeln würde. Abhängig davon, wie sich der Tumor-Spieler nun entscheidet, überlebt der Patient – oder stirbt. Inspiriert vom berühmten Milgram-Experiment versteht Jonas Bodingbauer sein Spiel nicht zuletzt als Kritik an vielen Computerspielen, deren Ziel im Töten von virtuellen Personen oder der Vernichtung ganzer Staaten ist.

Auszeichnung

Blackout / Jasmin Selen Heinz, Tanja Josic, Emily Poulter (alle AT)

https://vimeo.com/130924820

„Blackout bietet etwas, was bei jungen Menschen heute angeblich so gar nicht mehr Thema ist: nämlich eine große Portion „Gesellschaftskritik“, die dem Publikum hier allerdings mit spielerischer Leichtigkeit serviert wird. […] Im Zusammenspiel von atmosphärisch dichten Bildern, interessanten Spezialeffekten, Musik und selbst gesprochenen Statements entsteht ein assoziativer Sog, der diese Arbeit auszeichnet.“ (Statement der Jury)

Für ihren gesellschaftskritischen Experimentalfilm Blackout wurden heuer Jasmin Selen Heinz, Tanja Josic und Emily Poulter aus Wien, mit einer Auszeichnung bedacht. In beeindruckenden Bildern fragt der Film nach dem Sinn des Lebens und zeichnet das Bild einer Welt, in der kein Platz mehr für Individualität gegeben ist, sondern nur noch perfekte Körper gefragt sind und das „Funktionieren“ des Menschen an oberster Stelle steht.

Auszeichnung

Flucht / Dimitri Teufl (AT)

„Eines der wesentlichen Merkmale von Kunst ist die Veränderung von ‚etwas‘ in ‚etwas anderes‘, um uns die Welt ein bisschen begreiflicher zu machen. Dimitri Teufl gelingt dieses Kunststück auf eindrucksvolle Weise. Aus Legosteinen schafft er ein Modell unserer Gegenwart, indem er die Geschichte einer syrischen Familie erzählt, die vor dem Krieg nach Europa flieht und dort Hilfe und Asyl findet. Dimitri Teufl verwandelt Spielzeug in ‚Ernstzeug‘ und entwickelt damit gleichzeitig eine Utopie.“ (Statement der Jury)

„Flucht“ ist ein mit Lego-Figuren und Stop-Motion-Technik erstellter Film des 13-jährigen Dimitri Teufl aus Salzburg. Der rund sechs-minütige Film besteht aus insgesamt 2592 Einzelaufnahmen und zeigt das Leben einer Familie, die aus ihrer Heimat flüchten muss und nach einer ereignisreichen Reise per Schlepperboot schließlich in Österreich ankommt, wo sie freundlich aufgenommen wird. Mehr als 55 Stunden arbeitete Dimitri Teufl an seinem Film – der Lohn: eine Auszeichnung in der Prix-Kategorie u19 – CREATE YOUR WORLD.

Sonderpreis netidee

kameleon.ws / Ulrich Formann, Kilian Hanappi und Simon Wesp (alle AT)

http://www.kameleon.ws

„Kameleon, das GewinnerInnen-Projekt des diesjährigen netidee-Spezialpreises, überzeugt mit einer interessanten Designidee. Die Projektgruppe liefert, indem sie tagesaktuelle „News“ auf T-Shirts bringt, eine greifbare Antwort auf die Frage „Wie kommt das Neue in die Welt?“ (Statement der Jury)

Im Rahmen des diesjährigen Prix Ars Electronica wurde erstmals auch der Spezialpreis „netidee“ vergeben. Mit dem Preis werden Arbeiten gewürdigt, die sich auf innovative Weise mit dem Internet der Zukunft auseinandersetzen oder das Internet als Impulsgeber zur regionalen Entwicklungen nutzen. „netidee“ ist eine Förderplattform der Internet Foundation Austria. 2016 geht der Preis an „kameleon“, ein Projekt der drei Wiener Schüler Ulrich Formann, Kilian Hanappi und Simon Wesp. Sie haben einen völlig autonom funktionierenden Webshop entwickelt, über den T-Shirts mit individuellem Aufdruck erworben werden können. Die Motive werden von einem lernfähigen Computerprogramm generiert und basieren auf Daten des aktuellen Tagesgeschehens. Nach dem Kauf eines T-Shirts wird ein neues Design erstellt, das vorherige hingegen ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr verfügbar. Dank des Generative Designs stellt jedes Kleidungsstück ein Unikat dar, das seine eigene Geschichte erzählt. Neben der Verwendung von nachhaltig produzierten Stoffen setzt die On-Demand-Produktion auch ein Zeichen gegen die im Überfluss produzierte Stangenware. Am 15. Juni 2016 wird der Webshop von Ulrich Formann, Kilian Hanappi und Simon Wesp gelauncht.

Visionary Pioneer of Media Art / Goldene Nica

Jasia Reichardt (PL/UK)

Als Visionary Pioneer of Media Art wird heuer die profilierte Kunstkritikerin und Ausstellungsmacherin Jasia Reichardt ausgezeichnet. Ihr wegweisendes Werk und ihre zahlreichen Verdienste um die Medienkunst werden damit in Form einer Goldenen Nica gewürdigt. Untrennbar verbunden ist der Name Jasia Reichardt vor allem mit einer bahnbrechenden Ausstellung, die 1968 am Londoner Institute of Contemporary Arts und danach in der Corcoran Gallery of Art in Washington, D.C. sowie im Exploratorium in San Francisco gezeigt wurde. „Cybernetic Serendipity“ lautete der Titel dieser aufsehenerregenden Schau, die an Stelle von Menschen plötzlich Computer, Maschinen und Algorithmen als „Künstler“ in Szene setze. Die verblüfften BesucherInnen konnten in ein Mikrophon singen und damit einen Computer zu einem Musikstück inspirieren, ein hydraulisches Ohr beobachten, das sich jeder neuen Geräuschquelle im Ausstellungsraum zuwandte, einer Drawing Machine beim Malen eindrucksvoller Bilder zusehen, kybernetische Skulpturen bewundern, die durch blaues Licht aktiviert und durch rotes Licht deaktiviert wurden oder miterleben, wie das Bild eines herkömmlichen TV-Geräts mithilfe von Magneten manipuliert und verzerrt wurde. Unter Jasia Reichardts Leitung arbeiteten damals KünstlerInnen mit MathematikerInnen, IngenieurInnen, TechnologInnen zusammen und schufen gemeinsam eine völlig neuartige Form der Präsentation – lange bevor die Kooperation zwischen Kunst und Wissenschaft wegen ihres großen Potentials an Innovation in aller Munde war. Zahlreiche interaktive Exponate ließen die BesucherInnen hautnah erleben, um was es Jasia Reichardt ging: das ungeheure Potential, das neue Technologien mit sich bringen und die Frage, wie Menschen und Maschinen künftig wohl zusammenwirken und -arbeiten werden. Jasia Reichardt setzte Maschinen und Programme nicht länger nur als ausführende Werkzeuge in Szene, sondern zeigte sie als Teil kreativer Prozesse. Jasia Reichardt wurde 1933 in Warschau geboren. Sie floh mit ihren Eltern vor den Nazis und lebt seit 1946 in England. Hier besuchte sie die Old Vic Theatre School in Bristol und war danach als Kunstkritikerin und Ausstellungsmacherin tätig. Zwischen 1963 und 1971 war sie als Assistant Director am Institute of Contemporary Arts in London tätig, von 1974 bis 1976 als Director der Whitechapel Art Gallery. Heute lebt sie in London.

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Can you hear me? / Fotocredit: Christoph Wachter, Mathias Jud / Printversion / Fotoalbum

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/26306620673/

Rhizome / Fotocredit: Boris Labbé / Printversion / Album

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/26913804935/

P2P Foundation / Fotocredit: P2P Foundation / Printversion / Album

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Die Entscheidung / Fotocredit: Jonas Bodingbauer / Printversion / Album

Computer Animation / Film / VFX

Interactive Art +

Digital Communities

u19 CREATE YOUR WORLD

Ars Electronica Festival 2016

(Linz, 12.4.2016) „RADICAL ATOMS and the alchemists of our time“ lautet der Titel der Ars Electronica 2016.

(Linz, 12.4.2016) „RADICAL ATOMS and the alchemists of our time“ lautet der Titel der Ars Electronica 2016. Die Online-Akkreditierung für MedienvertreterInnen, Pressetexte und das Festivalsujet finden Sie im Pressebereich der RADICAL ATOMS-Website.

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/26317339511/
Sujet RADICAL ATOMS / Intel Corporation / Printversion / Album

Ars Electronica auch wirtschaftlich top

(Linz, 22.2.2016) 14,6 Millionen Euro hat die Ars Electronica Linz GmbH im Jahr 2015 erwirtschaftet, um 1,5 Millionen Euro oder 11,5 Prozent mehr als 2014.

Der Jahresabschluss 2015 bestätigt:
Ars Electronica auch wirtschaftlich top

Pressetext „Ars Electronica auch wirtschaftlich top“ / PDF
Anhang Teilbereiche / PDFArs Electronica Blog: Rückblick auf das Jahr 2015

(Linz, 22.2.2016) 14,6 Millionen Euro hat die Ars Electronica Linz GmbH im Jahr 2015 erwirtschaftet, um 1,5 Millionen Euro oder 11,5 Prozent mehr als 2014. Das war mit Abstand der höchste Wert, der in der 20-jährigen Geschichte der Gesellschaft jemals erzielt wurde.

Haupttreiber für dieses All-Time-High in den Erträgen waren die erwerbswirtschaftlichen Aktivitäten des Unternehmens, hier insbesondere das Projektgeschäft von Ars Electronica Solutions und das Drittmittelgeschäft des Ars Electronica Futurelab. Die in diesen Geschäftsbereichen erzielten Gewinne wiederum halfen das Leistungsvolumen von Museum, Festival und Prix nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern sogar auszubauen. Unterm Strich erzielte die Ars Electronica Linz GmbH 2015 erneut ein positives Ergebnis (EGT). „Der soeben fertig gestellte vorläufige Rechnungsabschluss für das Geschäftsjahr 2015 unterstreicht, dass das Unternehmen wirtschaftlich bestens aufgestellt ist und aus den bestehenden Ressourcen ein Maximum an Output herausholt“, fassen Gerfried Stocker und Diethard Schwarzmair, die Geschäftsführer der Ars Electronica Linz GmbH, zusammen.

Deutliche Zuwächse in den erwerbswirtschaftlichen Bereichen

Auftragsforschung, interaktive Installationen und Messestände, Präsentationen, Ausstellungen, ja sogar komplette Museen – die erwerbswirtschaftlichen Aktivitäten der Ars Electronica Linz GmbH sind vielfältig und werden von Unternehmen wie SAP, Daimler, Intel, BASF oder Primetals Technologies nachgefragt. Vor allem die in der Tabakfabrik Linz ansässige Ars Electronica Solutions bearbeitet den Markt überaus erfolgreich: Allein im vergangenen Jahr wickelte der Geschäftsbereich 65 Projekte in 8 Ländern ab und steigerte die Erträge gegenüber 2014 um 921.000 Euro oder 34,9 Prozent auf 3,6 Millionen Euro.
Umtriebig war auch das Ars Electronica Futurelab. 50 Projekte in 8 Ländern bescherten dem Medienkunstlabor 2015 einen Jahressumsatz von 2,8 Millionen Euro. Insbesondere das Projekt „Spaxels“ hob in Gestalt spektakulärer Drohnen-Shows wie zuletzt dem im Auftrag von Intel umgesetzten Weltrekordflug mit 100 Drohnen endgültig ab und stieß sowohl in punkto Showdesign als auch wirtschaftlich in neue Sphären vor.
Ars Electronica EXPORT realisierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 10 internationale Ausstellungsprojekte in 9 Ländern, mehr als das doppelte Volumen als im Jahr davor.

Gewinne aus Projektgeschäft erweitern Handlungsspielraum

Insgesamt wurden 2015 in den erwerbswirtschaftlichen Geschäftsbereichen Betriebsgewinne in Höhe von mehr als 700.000 Euro erzielt, was einer Umsatzmarge von 10 Prozent entspricht.
„Angesichts knapper öffentlicher Gelder tragen die im Projektgeschäft erwirtschafteten Deckungsbeiträge ganz wesentlich dazu bei, dass wir unsere gemeinwirtschaftlichen Aktivitäten finanzieren können“, hält der kaufmännische Geschäftsführer Diethard Schwarzmair fest: „So sind wir in der Lage, unser Leistungsspektrum im Rahmen des Museums, des Festivals und des Prix aufrecht zu erhalten und da oder dort sogar auszubauen.“

Hohe Selbstfinanzierung im Museum und beim Festival

Wie die vorliegenden Zahlen dokumentieren, zeichnen sich auch die gemeinwirtschaftlichen Bereiche von Ars Electronica durch große Effizienz und Wirtschaftlichkeit aus. Dies spiegelt sich in den hohen Selbstfinanzierungsgraden von Museum und Festival wider. Ein Beispiel hierfür ist der neue Deep Space 8K. „Zusätzlich zu den 500.000 Euro der Stadt Linz haben wir 700.000 Euro aus eigener Kraft aufgebracht, damit das Futurelab einen komplett neuen Deep Space entwickeln und diesen mit einer weltweit konkurrenzlosen Auflösung von 8K versehen konnte“, so Diethard Schwarzmair zur größten Investition seit der Wiedereröffnung des Ars Electronica Center im Jahr 2009.

Stichwort Ars Electronica Center: 171.808 BesucherInnen zählte das Museum der Zukunft im vergangenen Jahr, um 8,4 Prozent mehr als 2014. Gestiegen sind damit auch die Eintrittserlöse auf insgesamt 511.000 Euro. Deutlich zulegen konnte zudem das AEC-Veranstaltungsservice, das seine Erträge im Vergleich zu 2014 um 9,2 Prozent auf 289.000 Euro steigerte.
Sachleistungen im Wert von zwei Millionen Euro seitens 430 Kooperationspartner wiederum bildeten die Voraussetzung für die POST CITY, die Anfang September 2015 inszeniert wurde und mit 482 Einzelveranstaltungen zu den umfangreichsten Festivalausgaben in der Geschichte von Ars Electronica zählte.

Das ebenfalls beim Festival präsentierte „Best of Medienkunst“ stammte einmal mehr aus einem Pool von fast 2.900 Einreichungen beim Prix Ars Electronica. KünstlerInnen aus 75 Ländern bewarben sich im vergangen Jahr um eine der begehrten Goldenen Nicas und unterstrichen damit, welch hohen Stellenwert der Prix Ars Electronica in der Medienkunstszene weltweit genießt.

„Wir lassen auch 2016 nicht locker“

„2016 wollen wir unser Projektgeschäft weiter ausbauen, mit den Spaxels wieder aufsehenerregende Flug-Shows absolvieren, den STARTS-Wettbewerb der Europäischen Kommission erfolgreich durchführen, ein Education_Lab einrichten, unter dessen Dach all unsere edukativen Angebote zusammengeführt und neue initiiert werden sollen und nicht zuletzt wollen wir unsere internationalen Aktivitäten, genau wie die regionale Präsenz und Verankerung von Ars Electronica weiter vorantreiben“, skizzieren Diethard Schwarzmair und Gerfried Stocker einige der Vorhaben für das laufende Jahr.

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Ars Electronica Center / Lois Lammerhuber, Nicolas Ferrando / Printversion / Album

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Ars Electronica Futurelab: Drone 100 / Fotocredit: Intel Corporation / Printversion / Album

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Ars Electronica Festival: Mercedes-Benz F 015 / Fotocredit: Florian Voggeneder / Printversion / Album

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Ars Electronica Solutions: METEC 2015 / Fotocredit: Stephan Pointner / Printversion / Album

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Prix Ars Electronica / Fotocredit: tom mesic / Printversion / Album

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Ars Electronica Export: Interplay-Singapore / Fotocredit: Florian Voggeneder / Printversion / Album

Ars Electronica schreibt STARTS-Prize aus

(Linz/Brüssel, 1.2.2016) Mit dem STARTS-Prize schreibt die Linzer Ars Electronica heuer erstmals einen prestigeträchtigen und mit zwei Mal 20.000 Euro zudem sehr hochdotierten Wettbewerb im Auftrag der Europäischen Kommission aus.

Im Auftrag der Europäischen Kommission:
Ars Electronica schreibt STARTS-Prize aus

Pressetext „Ars Electronica schreibt STARTS-Prize aus / PDF
Einreichungen für den STARTS-Prize

(Linz/Brüssel, 1.2.2016) Mit dem STARTS-Prize schreibt die Linzer Ars Electronica heuer erstmals einen prestigeträchtigen und mit zwei Mal 20.000 Euro zudem sehr hochdotierten Wettbewerb im Auftrag der Europäischen Kommission aus. Gesucht werden innovative Projekte an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst. Die Online-Einreichung startet ab sofort und endet am 4. März, die Teilnahme ist kostenlos. Die Siegerprojekte werden am 11. April von einer internationalen Jury prämiert, im Rahmen der großen Prix Ars Electronica Gala findet am 9. September die offizielle Preisverleihung statt.

Innovation in und für Europa

Science, Technologie und Arts (sprich STARTS) bilden zusammen jene Schnittmenge, der ein sehr hohes Potential an Innovation attestiert wird. Innovation, die es brauchen wird, um jene sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen meistern zu können, die in naher Zukunft auf Europa zukommen. Mit dem STARTS-Prize rückt die Europäische Kommission Projekte und Menschen in den Mittelpunkt, die wesentliche Beiträge dazu liefern können. Der Kunst wird dabei die Rolle eines Katalysators zugeschrieben, der dafür sorgt, dass wissenschaftliches und technologisches Know-how in der breiten Öffentlichkeit ankommt und innovative Prozesse anstößt. Dementsprechend legt STARTS den Fokus einerseits auf künstlerische Arbeiten, die unseren Blick auf Technologie beeinflussen bzw. verändern sowie andererseits zukunftsweisenden Kooperationen zwischen Industrie und Kunst und Kultur. In jeder dieser beiden Kategorien wird ein Gewinnerprojekt ausgewählt und mit 20.000 Euro unterstützt. Beim Ars Electronica Festival werden die Projekte dann im Rahmen einer Ausstellung präsentiert.

Ars Electronica meets STARTS

Seit 1979 forscht die Linzer Ars Electronica zu den vielschichtigen Auswirkungen der Digitalisierung und Vernetzung unserer Welt. Kunst, Technologie und Gesellschaft werden dabei nie allein, sondern stets zusammengedacht. Diese künstlerische Reflexion brisanter Entwicklungen, das kontinuierliche Fragen nach alternativen Zukunftsszenarien und den dafür nötigen Rahmenbedingungen, Strategien und handelnden Personen sowie die alldem stets innewohnende Aufforderung aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft mitzuwirken, machen Ars Electronica zum idealen Partner des STARTS-Programms. Das 1979 initiierte Ars Electronica Festival als weltweit etablierte Plattform und Bühne, der seit 1987 alljährlich ausgeschriebene Prix Ars Electronica als Trendbarometer der internationalen Medienkunst, das 1996 erstmals eröffnete Ars Electronica Center als Wissens- und Bildungseinrichtung, das ebenfalls 1996 initiierte Ars Electronica Futurelab als Forschungs- und Entwicklungslabor und die Ars Electronica Solutions, die Aufträge für Industrie und Wirtschaft abwickelt, tun ein Übriges dazu.

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Myconnect / Fotocredit: Saša Spačal, Mirjan Švagelj, Anil Podgornik / Printversion /

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Nick Ervinck / Fotocredit: tom mesic / Printversion

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ESEL-Complain / Florian Born, Christoph Fraundorfer / Fotocredit: Florian Voggeneder / Printversion

Deep Space LIVE: u19 – CREATE YOUR WORLD

(Linz, 25.1.2016) u19 – CREATE YOUR WORLD steht im Mittelpunkt eines Deep Space LIVE am 28.1.2016.

Ars Electronica Center
Deep Space LIVE: u19 – CREATE YOUR WORLD
DO 28.1.2016 / 20:00–21:00

Pressetext „Deep Space LIVE: u19 – CREATE YOUR WORLD“ / PDF
Einreichen für u19 – CREATE YOUR WORLD

(Linz, 26.1.2016) „u19 – CREATE YOUR WORLD“, einerseits Zukunftsfestival der nächsten Generation“, andererseits auch gleichnamige Kategorie beim Prix Ars Electronica steht Donnerstag, 28.1.2016, im Mittelpunkt von Deep Space LIVE. Anhand ausgewählter Best-Practice-Beispiele erhalten BesucherInnen Einblick in die Aktivitäten und Bandbreite von
u19 – CREATE YOUR WORLD. Zu sehen sind unter anderem eine Doku rund um das Zukunftsfestival, eine von Jugendlichen gestaltete Klangcollage und verschiedene zum Wettbewerb übermittelte Projekte aus dem letzten Jahr.

Einreichen für u19 – CREATE YOUR WORLD

u19 – CREATE YOUR WORLD richtet sich an Kinder und Jugendliche, die bei der Gestaltung ihrer Zukunft mehr als nur ein Wörtchen mitreden wollen und möchte junge Menschen ermutigen, ihre eigenen Ideen und Visionen zu entwickeln, zu präsentieren und auf die Probe zu stellen. Die verschiedenen Angebote von u19 – CREATE YOUR WORLD umfassen einen jährlich österreichweit ausgeschriebenen Ideenwettbewerb, ein ebenfalls jährlich stattfindendes Kinder- und Jugendfestival, ein ganzjähriges Führungs- und Workshop-Angebot sowie eigens für unterschiedliche Schultypen und -stufen entwickelte Programme. Den GewinnerInnen des Wettbewerbs winken eine Goldene Nica und 3.000 Euro sowie weitere Auszeichnungen, Anerkennungen und Sachpreise im Wert von 2.000 Euro. Einreichungen noch bis 4. März unter http://www.aec.at/prix/

Deep Space LIVE

Jeden Donnerstag, 20 Uhr (ausgenommen Feiertage) lädt das Ars Electronica Center zu einem Deep Space LIVE. Hochauflösende Bildwelten im Format von 16 mal 9 Metern treffen dabei auf fachkundigen Kommentar, unterhaltsame Doppel-Conférencen oder musikalische Improvisation. Ob nun kunsthistorische Spurensuche, Weltraumflug, Entdeckungsreise in die Nanowelt oder LIVE-Konzert – Deep Space LIVE steht für aufschlussreiche Unterhaltung inmitten beeindruckender Bildwelten. Mit einem gültigen Museumsticket ist der Eintritt kostenlos.

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/20514603434/

Golden Nica Winner / Florian Voggeneder / Printversion / Album

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Impression / Florian Voggeneder / Printversion / Album

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Diskussionsrunde u19 – CREATE YOUR WORLD / tom mesic / Printversion / Album

Prix Ars Electronica 2016 gestartet

(Linz, 14.1.2016) Heute startet der Prix Ars Electronica 2016, die Einreichfrist läuft bis einschließlich 4. März.

Einichungen bis 4. März möglich
Prix Ars Electronica 2016 gestartet

Zur Einreichung
About Prix Ars Electronica

(Linz, 14.1.2016) Heute startet der Prix Ars Electronica 2016, die Einreichfrist läuft bis einschließlich 4. März. Ausgeschrieben werden diesmal die Wettbewerbskategorien „Computer Animation / Film / VFX“, „Digital Communities“, „Interactive Art +“ und „u19 – CREATE YOUR WORLD“. Auch 2016 winken den GewinnerInnen neben den begehrten Goldenen Nicas wieder Preisgelder in der Höhe von bis zu 10.000 Euro je Kategorie und ein prominenter Auftritt beim Ars Electronica Festival in Linz. Durch seine Kontinuität, seine internationale Reichweite, die mehreren Tausend Einreichungen jedes Jahr und nicht zuletzt die hohe Expertise seiner Jury, zählt der Prix Ars Electronica zu den wichtigsten Medienkunstwettbewerben weltweit. Einreichungen sind ab sofort unter http://prix.aec.at/ möglich.

Ein Mix aus jährlichen und biennalen Wettbewerbskategorien

2016 werden vier Wettbewerbskategorien ausgeschrieben. Zwei davon entfallen auf die Fixstarter Computer Animation / Film / VFX, u19 – CREATE YOUR WORLD, zwei auf das biennal wechselnde Kategorienpaar Digital Musics & Sound Art und Digital Communities sowie Hybrid Art und Interactive Art +: Die Kategorie “Computer Animation / Film / VFX ” zeichnet herausragende Leistungen in unabhängigen Kunst- und Wissenschaftswerken sowie in kommerziellen High-End-Produktionen der Film-, Werbe- und Unterhaltungsindustrie aus. Die weit reichenden gesellschaftlichen Wirkungen des Internet sowie Entwicklungen im Bereich von Social Software, user-generiertem Inhalt, mobiler Kommunikations und ortsbezogener Services widmet sich die Kategorie Digital Communities. u19 – CREATE YOUR WORLD ist die österreichweit ausgeschriebene Kinder- und Jugendkategorie rund um die Welt von Morgen. Hier können künstlerische Animationsfilme, Soundkreationen, Websites, Apps, wissenschaftliche Projekte und innovative Ideen eingereicht werden.

About Prix Ars Electronica

Der Prix Ars Electronica ist seit 1987 eine interdisziplinäre Plattform für alle, die den Computer als universelles Gestaltungsmedium in ihrer künstlerischen Arbeit an der Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft einsetzen. Der Prix Ars Electronica wird gemeinsam von der Ars Electronica Linz GmbH und dem ORF Oberösterreich in Zusammenarbeit mit dem OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich und dem Brucknerhaus Linz veranstaltet. Die Goldenen Nicas werden jährlich während des Ars Electronica Festival vergeben. Der Prix Ars Electronica ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für Kreativität und Pioniergeist im digitalen Medienbereich. Das alljährliche breite TeilnehmerInnenfeld reicht von international anerkannten KünstlerInnen (Karlheinz Stockhausen, Roy Ascott, Lynn Hershman, Toshio Iwai / Ryuichi Sakamoto, Chris Cunningham / Aphex Twin) über Oscar-Preisträger (John Lasseter, Chris Landreth) bis hin zu jungen kreativen Pioniergeistern (Graffiti Research Lab).

http://www.flickr.com/photos/arselectronica/24075161070/

Logo Prix Ars Electronica 2016 / credit: Prix Ars Electronica / Printversion / Album

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Golden Nica / credit: tom mesic / Printversion / Album

Elements of Art and Science

(Linz, 28.10.2015) Eine neue Ausstellung im Ars Electronica Center widmet sich Arbeiten, die aus dem Zusammenwirken von Kunst und Wissenschaft entstanden sind.

Neue Ausstellung im Ars Electronica Center Linz:
Elements of Art and Science

Pressetext: Elements of Art and Science / PDF
Ars Electronica Blog: Elements of Art and Science
Fotoalbum zur Ausstellung / Flickr

(Linz, 28.10.2015) Kunst und Wissenschaft – immer mehr Institutionen in aller Welt verschreiben sich zurzeit dem Zusammenwirken dieser beiden gegensätzlichen und doch verwandten Bereiche. Der Grund: Die Kombination von künstlerischer Kreativität und Inspiration sowie wissenschaftlicher Verfahren birgt häufig ein großes Potential an Innovation. Ein solches Miteinander von Kunst und Wissenschaft zu befördern ist deshalb schon seit Jahren fixer Bestandteil der Aktivitäten von Ars Electronica. Etwa in Form einer 2007 initiierten Kategorie des Prix Ars Electronica, mit der herausragende Projekte im Schnittfeld von Kunst und Wissenschaft prämiert werden. Oder in Gestalt zahlreicher Artist-in-Residence-Programme, die KünstlerInnen regelmäßig die Möglichkeit eröffnen, sich in Leuchttürmen der Wissenschaften wie dem CERN oder der Europäischen Südsternwarte in Chile inspirieren zu lassen und die dabei gewonnenen Eindrücke gemeinsam mit dem Team des Ars Electronica Futurelab in konkreten Projekten umzusetzen. Wie innovativ und spannend diese und viele andere Arbeiten im Schnittfeld von Kunst und Wissenschaft sind, zeigt ab sofort die Ausstellung „Elements of Art and Science“ im Ars Electronica Center. Finanziert und unterstützt durch das European Digital Art and Science Network.

Elements of Art and Science / die Arbeiten

Watching the Watchers / James Bridle (UK)

Watching the Watchers ist der Titel einer Serie von Drohnenbildern aus Google Maps und anderen öffentlich zugänglichen Quellen von Satellitenbildern. Zu sehen sind Militärbasen in den USA, in Afghanistan oder Pakistan, von denen aus mit Drohnen operiert wird.

A Particular Kind of Conversation / Semiconductor (UK)

Das Duo Semiconductor (UK) untersucht die materielle Beschaffenheit unserer Welt– und die Art und Weise, wie wir diese aus dem Blickwinkel von Wissenschaft und Technologie erfahren. Ihr besonderes Interesse gilt dabei der Frage, wie der Mensch dank seiner technischen Gerätschaften zum Beobachter der physischen Welt wird und welche Erfahrungen und Eindrücke uns diese Geräte vermitteln. Methodisch verbinden Semiconductor Film, Animation, Sound und Dialoge, um die Sprache der Teilchenphysik auf verschiedensten Ebenen in etwas Neues zu transformieren. Semiconductor gewann 2015 den Collide@CERN Ars Electronica Award und absolviert derzeit die damit verbundenen Aufenthalte am CERN und dem Ars Electronica Futurelab.

Body Paint / Exonemo (JP)
In einer Welt der allgegenwärtigen Digitalisierung und Vernetzung fragt Body Paint nach unserer Körperlichkeit und unserer Definition des Körpers. Auf LCD-Bildschirmen ist die Videoaufnahme eines nackten, total rasierten und vollständig einfarbig angemalten Menschen zu sehen. Ganz genau den Konturen dieses Menschen folgend ist der Rest des Bildschirms in der exakt gleichen Farbe bemalt. Dieser ebenso einfache wie wirkungsvolle Kunstgriff hebt den Unterschied zwischen Bildvorder- und -hintergrund völlig auf.

Flash Food / 350.org (US)

350.org ist ein globales Grassroots Movement, das gegen den Klimawandel mobil macht. Mittels Online-Kampagnen und öffentlichen Großaktionen ist das Netzwerk heute in über 188 Ländern aktiv. Aufmerksam macht man dabei stets auf wissenschaftliche Fakten zur menschenverursachten Klimakrise.

G-Player / Jens Brand (DE)

Nicht nur das Äußere des G-Player erinnert an einen CD-Player oder Plattenspieler – auch seine Funktionsweise folgt einem ähnlichen Prinzip. Der G-Player kann die Position von mehr als 1000 Satelliten abrufen und deren Flugbahn simulieren. Gleich einer Audiodatei wird die Topografie der dabei überflogenen Gebiete analysiert und intoniert, wobei Gebirge dynamischere Strukturen bewirken als flache Landschaften. Der G-Player konterkariert vorherrschende Medienkunst-Trends, indem er einerseits digitale Information als fühlbare, analoge Realität konzipiert und andererseits das Primat des Visuellen, das stets auf den schnellen Überblick und rasches Konsumieren fokussiert, untergräbt. Denn entsprechend der Logik des G-Players „schweigen“ die Ozeane. Und da diese mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken, schweigt auch der G-Player die meiste Zeit über. Will man sich „die Erde anhören“ sind also Muße und Geduld gefragt.

Augmented Hand Series / Golan Levin (US)

Augmented Hand Series ist ein interaktives Echtzeit-Softwaresystem, mit dem sich Hände auf ebenso traumhafte oder unheimliche Weisen transformieren lassen. Die Installation besteht aus einer Box, in die man die Hand steckt, um sie gleich darauf auf einem Display in völlig veränderter – und nicht bloß verzerrter – Form wiederzusehen.

Minibuilders / Institute for Advanced Architecture (ES)

Minibuilders sind kleine und agile Roboter, die vorzüglich für den Einsatz auf Baustellen geeignet sind. Sie können auf eine ergebnisorientierte Zusammenarbeit programmiert werden und sind in der Lage, im Verbund einen großen Roboter zu ersetzen.

Vienna 3000 (AT)

Unter dem Motto Vienna 3000 hat sich das Architectural Design Studio des Instituts für Kunst und Architektur an der Wiener Akademie der bildenden Künste (AT) auf eine radikale Forschungsreise in die unsichere ferne Zukunft aufgemacht. Unterstützt von der Stadt Wien entwarfen die Studierenden planerische Brücken ins Unbekannte und schufen Projekte, die an den gegenwärtigen Standards und Haltungen von Architektur und Stadtplanung kratzen.

Transmart Miniascape / Yasuaki Kakehi (JP)

Transmart Miniascape besteht aus acht transparenten Glasdisplays, die so angeordnet sind, dass Objekte dreidimensional visualisiert werden können. Dargestellt werden hier Punkte, deren wechselndes Muster auf vorgegebenen Algorithmen basiert. Zusätzlich verändern sie ihre Farbe und Schattierung abhängig vom jeweiligen Umgebungslicht.

Anti-Gravity Soundscape / Yoichi Ochiai (JP)

Anti-Gravity Soundscape nutzt die akustische Levitation, um kleine Styroporkügelchen zum Schweben zu bringen. Die effektvolle Inszenierung gründet sich auf ein stehendes Ultraschallfeld, in dessen Druckknoten die Styroporkügelchen positioniert werden, sodass sie zu schweben beginnen. Durch die Manipulation der Ultraschallwellen verändern sich die Druckknotenpunkte, was wiederum die kleinen Kugeln in Bewegung versetzt.

Bell / Soichiro Mihara (JP)

Sind Windspiele hierzulande meist nur dekorative Elemente, hatten sie im alten Japan große Bedeutung. Sie wurden an Grundstücksgrenzen angebracht und sollten vor nahendem Unheil warnen. Mit Bell knüpft Soichiro Mihara an diese Tradition an. Anders als bei normalen Windspielen ist hier allerdings nicht der Wind Urheber von Klängen, sondern ein Geigerzähler. Sobald dessen Sensor auch nur den Hauch einer radioaktiven Strahlung wahrnimmt, bewegt er den Zylinder, der am Rand der Glasglocke einen Ton erzeugt.

Bizzarie di Varie Figure / Giovanni Battista Braccelli (IT)

Battista Braccellis (IT) Radierungen aus dem 17. Jahrhundert zeigen den menschlichen Körper als eine Komposition aus geometrischen Formen. Quadrate, Dreiecke, Kreise und Parallelogramme nehmen dabei den Platz von Muskeln, Knochen und Gewebe ein. Sie definieren den Körper in einem neuen visuellen Vokabular.

Architectural SonarWorks / Cédric Brandilly (FR)

Cédric Brandilly versucht kartografische Informationen und architektonische Charakteristika in eine auditive bzw. musikalische Sprache zu übersetzen. Er begreift Architektur dabei als Partitur. Das Ergebnis sind seine Architectural SonarWorks.

Furnished Fluid / Akira Wakita (JP)

Furnished Fluid ist eine Visualisierung dessen, was uns täglich umgibt, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen: Mittels ausgewählter Designklassiker des 20. Jahrhunderts und Echtzeitbildern macht Akira Wakita (JP) die Luftströmungen rund um uns sichtbar.

The Outline of Paradise / Ursula Damm (DE)

Mit Outline of Paradise fühlt Ursula Damm (DE) den Verheißungen der Technowissenschaft auf den Zahn und greift in ihren Videos und Installationen deren Narrationen auf.

Traces / Dana Zelig (IL)

Dana Zelig (IL) ist Designerin und sucht nach Möglichkeiten des materiellen Programmierens, das dreidimensionale Objekte mit formspezifischen Anweisungen verändern kann.

Seed Bed / Four Vases / Jonathan Keep (UK)

Seed Bed bezieht sich auf die grundlegenden Konzepte evolutionärer Morphologien und schöpferischen Wachstums. Jonathan Keep (UK) wendet diese Konzepte auf von ihm geschriebenen Computercodes an, die mutieren und neue Formen hervorbringen, die anschließend ein 3-D-Drucker als Keramikobjekte fixiert.

Presence / Universal Everything (UK)

Mit der Videoarbeit Presence verwandeln Universal Everything den menschlichen Körper in abstrakte Skulpturen, die nicht durch ihr Aussehen, sehr wohl aber durch die Art und Weise, wie sie sich bewegen, immer noch eindeutig als „menschlich“ erkennbar sind.

Voxel Posse / Universal Everything (UK)

Via 3-D-Druck und Anthropomorphismus erschaffen Universal Everything (UK) Miniroboter-Flotten, die die Grundzüge menschlicher Formen annehmen oder leblosen Objekten die Essenz des Lebens einhauchen.

Supreme Believers / Universal Everything (UK)

Eine einsame Figur bahnt sich ihren Weg durch eine karge Graslandschaft und liegt dabei scheinbar im Clinch mit den Elementen, die ihr schlimm zusetzen. Ihr Körper beginnt zu zerfallen und ergibt sich diesen unsichtbaren Kräften, um schließlich in einer Kaskade von Teilchen zu entschwinden.

Planted / Young Sun Kim (KR)

Inwieweit eignen sich Medien dazu, pure Information zu vermitteln? Oder anders gefragt, ist Klang ohne die Perspektive des Urhebers denkbar? Die während Young Sun Kims Aufenthalt am Ars Electronica Futurelab entstandene Soundinstallation Planted versucht diese Frage zu beantworten. Mit zehn Mikrofonen hat Young Sun Kim das Klangumfeld einzelner Wildblumen und Gräser in Linz eingefangen.

Encounters / Marìa Ignacia Edwards (CL)

María Ignacia Edwards arbeitet mit Objekten, die durch ihr eigenes Gewicht oder durch Gegengewichte die Balance halten und scheinbar schwerelos schweben. Obwohl ihre Arbeiten auf den ersten Blick „bloß“ ästhetische Objekte zu sein scheinen, wird schnell klar, dass ihnen komplexe mathematische und physikalische Berechnungen zugrunde liegen. Basierend auf ihren Erlebnissen bei den ESO-Observatorien La Silla und ALMA schuf María Edwards mit Unterstützung des Ars Electronica Futurelab ein „mobiles Instrument“, das die Bewegung von Teilchen an weit voneinander entfernten Orten erfassen kann und dabei auf die Zeit und Bewegung des Universums verweist.

3-D-Drucke / Nick Ervinck (BE)

Traditionelle Land- und Ferienhäuser sind einer von vielen Ausgangspunkten für die absurden figuralen Gebäudemodelle von Nick Ervinck (BE). Seine Werke ähneln häufig Krabben und anderen Strand- bzw. Meeresbewohnern oder den unmöglichen Strukturen des Mathematikers Joachim Escher.

Silk Leaf / Julian Melchiorri (IT/UK)

Inspiriert von den Mechanismen der Natur sowie physikalischen Phänomenen versucht Julian Melchiorri (IT/UK) mittels Laborversuchen das Potenzial fotosynthetischer Materialien auszuloten. Ein erstes Ergebnis ist das Silk Leaf: ein Artefakt aus organischem Material wie Seidenproteinen und Chloroplast mit der Fähigkeit zur Fotosynthese.

Prix Ars Electronica Collide@CERN Residency Award / Ryoji Ikeda (JP)

Ryoji Ikeda gewann im Jahr 2014 den Prix Ars Electronica Collide@CERN Residency Award. In einem Video erzählt Tom Melia, sein damaliger Scientific Inspiration Partner am CERN, von den Synergien zwischen Kunst und Wissenschaft sowie über die Zusammenarbeit zwischen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen.

Versuch unter Kreisen / Julius von Bismarck (DE)

2012 gewann Julius von Bismarck (DE) den ersten Prix Ars Electronica Collide@CERN Residency Award. Im Rahmen der damit verbundenen Residency entwickelte er die Arbeit „Versuch unter Kreisen“ – eine raumgreifende Installation mit mehreren schwingenden Leuchtkörpern. Die mathematisch berechnete zyklische Bewegung der Lampen ist von Wellenmustern inspiriert, die in der Natur in so kleinem und so großem Maßstab auftreten, dass sie für das menschliche Auge im Allgemeinen nicht sichtbar sind.

Suspended Depositions / Brian Harms (US)

Brian Harms (US) lässt die Grenze zwischen dem Design- und dem Herstellungsprozess verschwimmen: Suspended Depositions ist ein Ansatz für ultraschnelles Prototyping, das auf der gleichsam „leiblichen Programmierung” alltäglicher Materialien beruht, die sich auf formspezifische Befehle hin verändern.

Acoustic Time Travel / Bill Fontana (US)

Bill Fontana (US), der Gewinner des Prix Ars Electronica Collide@CERN Residency Award des Jahres 2013, realisierte während seiner Residency am CERN die Arbeit Acoustic Time Travel. Er begab sich auf eine akustische Entdeckungsreise durch die Katakomben des CERN, nahm Geräusche auf und kombinierte sie zu einer Sound-Skulptur.

Kepler’s Dream / Ann-Katrin Krenz (DE), Michael Burk (DE)

Kepler’s Dream untersucht veraltete Projektionstechniken und verbindet diese mit Artefakten, die mittels Computer und 3-D-Druckern geschaffen wurden.

Portrait on the Fly / Christa Sommerer (AT) und Laurent Mignonneau (AT/FR)

Portrait on the Fly besteht aus einer Reihe interaktiver Porträts und Plotterzeichnungen, die von den fantastischen Porträts des Guiseppe Arcimboldo aus dem 15. Jahrhundert angeregt wurden. Christa Sommerer und Laurent Mignonneau (AT/FR) haben dafür virtuelle Insekten modelliert, die sich in Echtzeit zu einem menschlichen Konterfei gruppieren können.

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Kepler’s Dream / Ann-Katrin Krenz, Michael Burk / Printversion / Album

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3-D-Drucke / tom mesic / Printversion / Album

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Bells / Florian Voggeneder / Printversion / Album

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/ Florian Voggeneder / Printversion / Album

Deep Space LIVE: Best of Ars Electronica Festival 2015

(Linz, 20.10.2015) Am Donnerstag wird bei Deep Space LIVE Rückschau auf die Ars Electronica 2015 gehalten.

Ars Electronica Center
Deep Space LIVE: Best of Ars Electronica Festival 2015
DO 22.10.2015 / 20:00–21:00

Pressetext: Deep Space LIVE: Best of Ars Electronica Festival 2015 / PDF

(Linz, 20.10.2015) Donnerstag, 22.10.2015, wird bei Deep Space LIVE Rückschau gehalten: Ab 20:00 rückt Juliane Leitner, Deep Space LIVE-Verantwortliche im Ars Electronica Center, das Ars Electronica Festival 2015 noch einmal in den Mittelpunkt und präsentiert dabei ausgewählte Festival-Highlights. Darunter auch der spektakuläre Mercedes-Benz F 015 sowie die Post City beim Linzer Hauptbahnhof.

Deep Space 8K

Im komplett erneuerten Deep Space 8K präsentiert das Ars Electronica Center Linz Bildwelten, die in Punkto Auflösung, Helligkeit und Kontrast aktuell an die Grenzen des technisch Machbaren rühren. Auf einer Fläche von jeweils 16 mal 9 Metern an Wand und auf dem Boden können hier Bilder, Videos und 3D-Applikationen in einer Auflösung von 8K projiziert werden. Möglich wird dies durch acht, eben erst auf den Markt gekommene „Christie Boxer 4k30 Mirage“-Projektoren, zwei Hochleistungsrechner von XI-MACHINES mit je vier Grafikkarten „NVIDIA Quadro M6000“ und jeder Menge Softwareentwicklung seitens des Ars Electronica Futurelab. Parallel zu diesem exquisiten Paket an Hard- und Software entwickelte das Ars Electronica Futurelab völlig neue Interaktionsmöglichkeiten und Vermittlungsformen, die ein Eintauchen in Bildwelten ermöglicht, das in dieser Qualität und Intensität einzigartig ist.

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Big Robot Mk1 / Fotocredit: tom mesic / Printversion / Album

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In der Post City / tom mesic / Printversion / Album

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Mercedes-Benz F 015 / Florian Voggeneder / Printversion / Album

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The Big Concert Night 2015 / Florian Voggeneder / Printversion / Album