JurorInnen 1987 – 2017

80s 1987 1988 1989
90s 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
00s 1987 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
10s 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017

Jurorinnen 2017

Hybrid Art
Digital Music
Computer Animation

2017 Prix Jury: HYBRID ART

Victoria Vesna (US)
Victoria Vesna ist Künstlerin und Professorin am Department of Design|Media Arts an der UCLA sowie Leiterin des UCLA Art|Sci Center. In ihren Installationen untersucht sie u.a., wie Kommunikationstechnologien das Kollektivverhalten beeinflussen und ob sich die Identitätsauffassung in Zusammenhang mit wissenschaftlichem Fortschritt verändert. (Dissertation, University of Wales, 2000). Sie unterhielt im Rahmen ihrer Projekte langfristige Kooperationen mit Komponisten, Nanowissenschaftlern, Neurowissenschaftlern und Evolutionsbiologen und vermittelt die dabei gewonnenen Erfahrungen ihren Studenten. Ihre Arbeiten wurden in mehr als 20 Einzelausstellungen und über 70 Gruppenausstellungen präsentiert und in über 20 wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert. Darüber hinaus war sie in den vergangenen zehn Jahren zu über 100 Gastvorträgen eingeladen.
Jens Hauser (DE)
Jens Hauser arbeitet als Kurator und Medienwissenschaftler in Kopenhagen und Paris. Seit seinem Studium der Medienwissenschaften und der Wissenschaftspublizistik beschäftigt er sich mit Interaktionen zwischen Kunst und Technologie. Derzeit bekleidet er eine Forschungsstelle am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaft der Københavns Universitet sowie am Medical Museion der gesundschaftswissenschaftlichen Fakultät. Hauser ist auch Distinguished Affiliated Faculty Member des Department of Art, Art History and Design an der Michigan State University. Er hat u. a. folgende Ausstellungen kuratiert: „L’Art Biotech“ (Nantes, 2003), „Still, Living“ (Perth, 2007), „sk-interfaces“ (Liverpool, 2008/Luxemburg, 2009) sowie die „Article Biennale“ (Stavanger, 2008), „Fingerprints…“ (Berlin, 2011/München, 2012), und „Synth-ethic“ (Wien, 2011) und „Wetware“ (Los Angeles, 2016).
Shiho Fukuhara (JP)
Shiho Fukuhara schloss ihr Kunststudium am St. Martins College of Art and Design in London mit einem B.A. (Honours) und den Studiengang Design Interaction Design am Royal College of Art in London mit einem M.A. ab. Nach dem Studium nahm sie 2004 am Residency-Programm von Le Pavilion, dem künstlerischen Forschungslabor im Palais de Tokyo in Paris, teil. Weiters war sie Artist in Residence am IAMAS (Institute for the Advancement of Media Art and Science) in Gifu, Japan. Ihre Intention ist, bestehende gesellschaftliche Fragen mithilfe von Wissenschaft, Technologie und Kommunikation neu in den Blick zu nehmen, indem sie alternative konzeptuelle Modelle, Strategien und Ansätze entwickelt. Zur Förderung ihres forschungsbasierten Ansatzes gründete sie die künstlerische Forschungsinitiative und offene Plattform BCL, die sich der Erforschung und kritischen Auseinandersetzung mit den Schnittstellen und Sollbruchstellen von Kunst, Wissenschaft, Design, Technologie und Gesellschaft widmet.
Ghalia Elsrakbi (SY/NL)
Ghalia Elsrakbi ist Designerin, Forscherin und Pädagogin. Sie absolvierte ein BA-Studium in Grafikdesign an der Artez Hogeschool voor de Kunst, Arnheim, sowie ein Masterstudium in Design am Sandberg Institute, Amsterdam. 2009 machte sie eine Postgraduiertenfortbildung an der Jan van Eyck Academie in Maastricht und gründete die Kunst- und Designinitiative Foundland Collective in Amsterdam. In ihrer Arbeit versucht sie, unterschiedliche Disziplinen wie Kunst, Neue Medien, Grafikdesign und Schreiben zu verbinden. Sie arbeitete an Forschungs- und Ausstellungsprojekten und Initiativen mit Schwerpunkt Mittlerer Osten mit. Seit 2014 unterrichtet sie am Kunstinstitut der American University in Kairo und ist Ausstellungsleiterin des Symposiums für Elektronik und Neue Medien Cairotronica in Kairo, Ägypten. Ghalia Elsrakbi ist Stipendiatin der Smithsonian Institution und kam in die Endrunde des Prix de Rome (2016).
Jurij Krpan (SI)
Jurij V. Krpan wurde 1961 in Postojna geboren und lebt und arbeitet in Ljubljana, Slowenien. Auf Initiative der Studentenorganisation der Universität Ljubljana konzipierte er die Galerija Kapelica, eine Galerie für investigative zeitgenössische Kunst, die er seither auch leitet. Als Kurator und Programmleiter arbeitet er an slowenischen und internationalen Festivals mit. 2014 kuratierte er die Themengruppe Designing Life (Das Leben gestalten) der Biennale für Produktdesign in Ljubljana und den slowenischen Pavillon bei der Architekturbiennale in Venedig. 2015 begann er als Kurator für das Freie Museum Berlin zu arbeiten. Er hält im In- und Ausland Vorlesungen über das künstlerische Profil der Galerija Kapelica in Slowenien.

2017 Prix Jury: DIGITAL MUSICS & SOUND ART

Antye Greie-Ripatti (DE)
Antye Greie-Ripatti alias AGF, Laub oder „poem producer“ ist digitale Liedermacherin, Klangkünstlerin und Kuratorin, Komponistin, Poetin, Feministin, Aktivistin und Referentin.
Die 1969 geborene Künstlerin wuchs in Ostdeutschland auf und lebt seit 2008 auf der Insel Hailuoto, Finnland. Sie arbeitet mit Sprache, Klang, dem Hören, mit Stimme und Kommunikation, wobei sie sich unterschiedlicher Ausdrucksmittel bedient, wie etwa Mixed Media, audiovisueller Live-Performances, digitaler Kommunikation, Soundinstallationen, Auftragsarbeiten für das Radio, Film und Theater, Ausstellungen und konzeptueller Arbeiten.
Die Liste ihrer Veröffentlichungen umfasst 30 Langspielplatten und zahlreiche Gemeinschaftsproduktionen unter Künstlernamen wie AGF, AGF/Delay (mit Vladislav Delay), Greie Gut Fraktion (mit Gudrun Gut) und The Lappetites (mit Kaffe Matthews und Eliane Radigue). Einer ihrer bevorzugten Koproduktionspartner ist der preisgekrönte klassische Komponist Craig Armstrong. Sie betreibt das Musiklabel und die Produktionsfirma AGF PRODUCKTION und produzierte auch Alben für KünstlerkollegInnen, deren bekannteste Ellen Allien ist (SOOL, 2009, BPitch). 2011 gründete Greie-Ripatti die kulturelle Plattform Hai Art in Hailuoto, für die sie als künstlerische Leiterin, Produzentin und Workshopleiterin tätig ist. Hai Art organisierte eine Konferenz über Remote Art, über zehn Artist-In-Residency-Programme, ein umfassendes Klangprogramm mit Kindern in Hailuoto, das iPad-Orchester Hailuoto, die Klangskulptur Organum, das Hailuoto (mini) MediaLAB sowie zahlreiche Künstlercamps. Seit 2011 ist sie als freischaffende Kuratorin tätig.
Rikke Frisk (DK)
Rikke Frisk ist Gründerin und eine der Leiterinnen des Community-orientierten Kulturproduktionskollektivs Indgreb mit Sitz in Kopenhagen. Indgreb ist spezialisiert auf Projekte für teilnehmerzentrierte Veranstaltungen in den Bereichen Kunst und Innovation und gründete u.a den im Rahmen eines Festivals stattfindenden internationalen Innovationswettbewerb Afsnit I. Rikke Frisks jüngste Initiative ist das Diskussionsfestival Talk Town zu Themen wie Gender, Gleichheit, und Feminismus, das sie mitgründete und leitet. Für diese Position bringt sie durch ihre mehrjährige Tätigkeit als Leiterin und Mitbegründerin von Strøm – dem führenden Festival für elektronische Musik in Skandinavien – die besten Voraussetzungen mit. Sie war auch Leiterin des Sekretariats der Kopenhagen-Ausgabe von WOMEX – der weltweit größten Messe für Weltmusik mit angeschlossenem Festival und ist Vorstandsmitglied von Dänemarks führenden Veranstaltungsorten für zeitgenössischen, experimentellen Jazz und World Music: dem Copenhagen Jazzhouse und dem Global. Durch ihr Hintergrundwissen in Architektur und Kommunikation ist sie eine erfahrene und kreative Impulsgeberin mit hoher Beziehungskompetenz, die sie einsetzt, um die Fähigkeiten und Ideen von Menschen zu entfalten.
www.indgreb.dk
www.talktown.dk
Ludger Brümmer (DE)
BGeboren und aufgewachsen in Werne, Deutschland. Studium der Psychologie und Soziologie an der Universität Dortmund. Kompositionsstudium bei Nicolaus A. Huber und Dirk Reith an der Folkwang-Universität der Künste in Essen. Zusammenarbeit mit der Choreografin Susanne Linke für das Ballett „Ruhrort“ und mit dem Nederlands Dans Theater mit seiner Orchesterkomposition „Riti Contour“. Internationale Aufführungen bei der GRM, Paris, und der International Computer Music Association (ICMC) in San José, Tokio, Banff, Thessaloniki. Gastdozent an der CCRMA Stanford University, Lehrbeauftragter an der Folkwang-Hochschule, der TU Berlin, der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Forschungsbeauftragter an der Kingston University, Dozent für Komposition am Sonic Arts Research Centre Belfast. Seit 2003 Vorstand des ZKM | Instituts für Musik und Akustik in Karlsruhe und Gastprofessor an der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe. Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. 2010: Musiktheater „Amazonas”, Münchener Biennale/São Paulo; 2012: „The Origin of Noise, the Noise of the Origin“, Donaufestival Krems. Künstlerische Schwerpunkte: Verfahren zur Klangsynthese, wie u.a. Physical Modeling, Video, Granularsynthese, Weltraummusik, Datenbanken. Auszeichnungen: Folkwangpreis Essen, WDR-Preis Köln. Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin, Goldene Nica der Ars Electronica 1994 und zweiter Preis bei der Ars Electronica 1997, Larry Austin Award, ICMA, Pierre dʼOr ¬beim Wettbewerb für elektroakustische Musik in Bourges 1997 and 2001, Gewinner des Rostrum for Electroacoustic Music, UNESCO; Musica Sacrae 2001, Freiburg, Schweiz. Menzioni DʼOnore beim Luigi Russolo-Preis, Italien, sowie Stockholm Electronic Music Award.
Myriam Bleau (CA)
Myriam Bleau lebt und arbeitet als Komponistin, digitale Künstlerin und Performerin in Montreal. Sie entwickelt audiovisuelle Systeme, die die Grenzen des Bildschirms überschreiten, wie etwa Klanginstallationen, die sich an performancespezifischen und musikalischen Schnittstellen befinden. In ihrer hybriden elektronischen Praxis untersucht sie Musikperformance als kodifizierte Ausdrucksform und hält nach Möglichkeiten Ausschau, subtile Störung mittels Rekontextualisierung von Elementen der Pop-Kultur und von historischen Referenzen zu entwickeln. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt und gewürdigt: Ars Electronica (AT), Sónar (ES), Sonic Arts Award (IT), Elektra (CA), ISEA (CA), Transmediale (DE), ACT (KR).
Emre Erkal (TR)
Emre Erkal ist Architekt und Klangkünstler. Nach seiner Ausbildung zum Elektroingenieur arbeitete er an Forschungsprojekten in den Bereichen künstliche Intelligenz, Kognitionswissenschaft und interaktive Technologien. Das Studium der Architektur absolvierte er in Harvard, während er gleichzeitig bereits an Forschungsprojekten am MIT Media Lab mitarbeitete. Seine Projekte für Wettbewerbe im Bereich Architektur und Stadtplanung sowie seine in diversen Ländern realisierten Gebäude wurden mehrfach ausgezeichnet. Seine Entwürfe wurden in interaktiven Medien in der Türkei und den USA gezeigt und seine Klang-Raum-Installationen bei Festivals und in renommierten Institutionen präsentiert, wie Biennale von Istanbul, ZKM, Mediamatic und NAiM, dem Niederländischen Institut für Architektur. Er wirkte als Gutachter, Jurymitglied oder Moderator an Events wie ISEA, SIGGRAPH und Ars Electronica mit und ist Mitbegründer von NOMAD (2002), einer Initiative für digitale Kunst und Kultur in Istanbul.

2017 Prix Jury: COMPUTER ANIMATION / FILM / VFX

Réka Bucsi (HU)
Réka Bucis (geb. 1988) ist eine freischaffende Animationsfilmemacherin aus Ungarn. Sie schloss ihr Studium an der Abteilung für Animation der Moholy-Nagy-Universität für Kunst und Design in Budapest mit einem BFA und einem MFA ab. Ihr Diplomfilm „Symphony no. 42“ schaffte es in die Vorauswahl der Nominierungen für die 87. Oscar-Verleihung. Ihre Filme wurden beim Kurzfilmprogramm der Berlinale sowie bei den Filmfestivals SXSW, Sundance und Annecy gezeigt und mit über 50 internationalen Preisen ausgezeichnet. 2013/2014 nahm sie an dem europäischen Nachwuchsförderungsprogramm Animation Sans Frontières (ASF) teil. Sie war Teilnehmerin des Artist-in-Residency-Programms des Open Workshop in Viborg, Dänemark, und des Q21 in Wien. Ihr neuer Kurzfilm „LOVE“ ist eine französisch-ungarische Koproduktion. Réka Bucsi ist als Regisseurin bei Passion Pictures unter Vertrag.
rekabucsi.tumblr.com
https://vimeo.com/rekabucsi
Shuzo John Shiota (JP)
Shuzo John Shiota schloss das Studium des internationalen Rechts an der Sophia-Universität in Tokio ab. Er begann 1991 zunächst bei Nippon Steel Corporation zu arbeiten, schied aber aus dem Unternehmen aus, um 1997 an der Gründung des Dream Pictures Studio mitzuwirken. Zwei Jahre später wechselte er zum Animationsstudio Polygon Pictures, dessen Präsident und CEO er 2003 wurde. Er leitete den Wandels des Unternehmens zu einem der erfolgreichsten digitalen Animationsstudios Asiens ein, das zahlreiche Preisen, darunter mehrere Emmy Awards, erhielt. 2008 wurde Shiota von der populären Fachzeitschrift „Animation Magazine“ zu einem der „25 Toon Titans of Asia“ erwählt. Er war Juror bei zahlreichen bedeutenden japanischen und internationalen Filmfestivals, wie etwa beim Prix Ars Electroncia, der SIGGRAPH-Konferenz sowie den Festivals Annecy und DigiCon6. Er hielt weltweit Lectures, wie etwa bei der TEDxKyoto 2015. In seiner Freizeit widmet er sich seiner großen Leidenschaft der Musik, als Sänger in einer klassischen Rockband.
Anezka Sebek (ID/US)
Anezka Sebek unterrichtet im Master- und Bachelor-Studiengang Design and Technology an der Parsons School of Design. Vor ihrer Unterrichtstätigkeit war sie als Produzentin und Regisseurin in der Film- und Fernsehbranche tätig und eine gefragte Expertin für Spezialeffekte und Computeranimation bei technologisch komplexen Projekten. Sie konzipierte und produzierte Musikvideos, Dokumentar- und narrative Kurzfilme, bei denen sie auch Regie führte, und war Jurorin in der Kategorie „Computer Animation“ der Ars Electronica und für das ACM SIGGRAPH Electronic and Animation Theater. Sebek promovierte in Soziologie mit der Dissertation „Family Homelessness in the Small City“.
Memo Akten (TR/UK)
Der Digitalkünstler Memo Akten verwendet die Computation als Medium und thematisiert das Zusammenprallen von Natur, Wissenschaft, Technologie, Kultur, Ethik, Ritualen, Tradition und Religion. Er stellt Untersuchungen zu Form, Bewegung und Klang an, die auf kritisch-konzeptuellen Ansätzen basieren und visualisiert die Daten von natürlichen und anthropogenen Prozessen in einer dramaturgischen Inszenierung. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet er derzeit an seiner Dissertation über artifizielle Intelligenz und expressive Interaktion zwischen Mensch und Maschine am Goldsmiths College der University of London. Seine Arbeiten wurden international gezeigt und aufgeführt und in mehreren Büchern und wissenschaftlichen Publikationen besprochen. 2013 erhielt Memo Akten die Goldene Nica des Prix Ars Electronica für das Projekt „Forms“, dass er gemeinsam mit Quayola entwickelte.