Stein auf Stein bei der FIRST LEGO League

Kinder und Jugendliche in einer sportlichen Atmosphäre an Wissenschaft und Technologie heranzuführen, das ist das Ziel der FIRST LEGO League. Auch heuer findet die Österreich-Ausgabe wieder im Ars Electronica Center statt.

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Kinder und Jugendliche in einer sportlichen Atmosphäre an Wissenschaft und Technologie heranzuführen, das ist das Ziel der FIRST LEGO League. Schon seit 10 Jahren findet die LEGO League in Österreich statt und die Veranstalter haben sich auch heuer wieder das Ars Electronica Center als Bühne für ihren Wettbewerb ausgesucht.

Bildcredit: Martin Hieslmair

Worum geht es?

Prof. Mag. Günther Schwarz, Fachinspektor für Informatik des Landesschulrats Oberösterreich, erklärt, wie der Wettbewerb, an dem Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren teilnehmen können, aufgebaut ist: „Das Finale der FIRST LEGO League teilt sich in vier Bereiche mit unterschiedlichen Aufgaben. Im „Robot Game“ erhalten die Schülerinnen und Schüler konkrete Aufgabenstellungen für ihre aus LEGO Mindstorms RCX oder NXT gebauten Roboter, die durch Programmierung gelöst werden müssen. Dafür haben sie zuvor acht Wochen Zeit, am Tag des Wettbewerbs müssen sie dann mit ihren Robotern innerhalb von zweieinhalb Minuten so viele Aufgaben so fehlerfrei wie möglich lösen.

Der zweite Teil des Wettbewerbs ist eine Forschungsaufgabe zu einem festgelegten Thema – diesmal geht es um Naturkatastrophen. Dabei sollen sie einerseits eigenständig recherchieren, mit Experten in Verbindungen treten und Lösunsgvorschläge ausarbeiten und andererseits ihre Ergebnisse interessant präsentieren – das können Powerpoint aber auch Aufführungen oder szenische Darstellungen sein. Der dritte Teil ist die Technikbewertung. Hier wird bewertet, wie gut der Roboter gebaut ist, wie gut er programmiert ist, welche Sensoren eingesetzt werden, wie die Programmstruktur aussieht. Und im vierten Bereich wird das Team bewertet – wie gut haben sie zusammengearbeitet, wie haben sie die Aufgaben aufteilt, wie sind sie miteinander umgegangen, wie haben sie die Aufgabe zeitlich eingeteilt und welche Rollenverteilungen hat es gegeben. Aus diesen vier Bereichen ergibt sich dann er Gesamtsieger, der sich dann weltweit mit anderen Teilnehmern in einem globalen Bewertungssystem vergleichen kann.“

Bildcredit: Argenis Apolinario

LEGO verbindet

Am MI 27.11.2013, ab 9:30, findet das Österreich-Finale, das sich bis in den Nachmittag erstrecken wird und großteils auch öffentlich zugänglich ist, im Ars Electronica Center Linz statt. 180 SchülerInnen bzw. 20 Teams werden erwartet, begleitet von insgesamt 40 LehrerInnen. Begonnen hat alles in den USA als der Verein FIRST 1998 die erste LEGO League ausgetragen hat. 2003 kam die LEGO League schließlich in Österreich an, genauer gesagt in Schwaz in Tirol – es folgten die Standorte Linz (2004), Graz und St. Pölten. Allein in Mitteleuropa sind es heuer bereits nicht weniger als 763 antretende Teams, deren Gewinner dann in den USA beim großen Finale antreten dürfen. In Mitteleuropa wird die LEGO League vom gemeinnützigen Verein HANDS on TECHNOLOGY organisiert, in dem Vertreter von Bildung, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenarbeiten, um junge Menschen für Wissenschaft und Technologie mit Kreativität und Teamwork zu begeistern. In Linz wird die LEGO League von FI Prof. Mag. Günther Schwarz und Mag. Andreas Kiener mit Unterstützung der EDUGROUP und weiteren Partnern organisiert. Finanziell unterstützt wird das Event vom Unternehmen SAP – daher auch die vielen Teambezeichnungen, die die drei Buchstaben des Softwareherstellers im Namen tragen.

Bildcredit: Martin Hieslmair

Sind Roboter nur etwas für Buben?

Das gemeinsame Lösen von Aufgabenstellungen kann Spaß machen, ist Fachinspektor Schwarz überzeugt: „Diese LEGO League ist nicht nur ein Technikwettbewerb, sondern da geht es um das Teamwork der Schülerinnen und Schüler, und auch um Kreativität und um Zusammenarbeit, gemeinsam zu forschen, mit Experten in Verbindung zu treten und sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Sie investieren wahnsinnig viel Zeit für diesen Wettbewerb und sind total begeistert dabei. Ich glaube, dass es wenige Aktionen in der Schule gibt, wo Schülerinnen und Schüler freiwillig so viel Zeit in der Schule verbringen und sich damit beschäftigen.“

Und sind es eher Buben, die sich mit dem Konstruieren von Robotern auseinandersetzen? Schwarz dazu: „Nein, immer wieder waren auch reine Mädchenteams dabei, meist sind es immer gemischte Teams, das ist schon seit Beginn der LEGO League so. Aber es kommt natürlich auf die Rollenverteilung an: Sehr häufig passiert es, dass die Mädchen den Teil mit der Präsentation machen und die Buben den technischen Teil. Die Mädchen dürfen präsentieren und reden, die Buben machen dann die Technik. Das passiert heute noch häufig. Aber es gibt wirklich Teams, wo wir sehr aktive Mädchen im Technikbereich haben und sie ganz geschickt sind und ganz tolle Lösungen liefern.“

Kommen Sie vorbei und fiebern Sie mit bei den Bewerben der LEGO League im Ars Electronica Center, am MI 27.11.2013, ab 9:30. LEGO steht übrigens auch am Programm im Museum der Zukunft – LehrerInnen können auf Wunsch eigene Workshops wie NeXT TopRobot oder Ma Boter und Ro Schine mit ihren SchülerInnen besuchen. Anmeldung und Infos dazu beim Besucherservice unter +43.732.7272.51 oder center@aec.at

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