Von der Kunst zur Wissenschaft

Die Kapelica Gallery und die Stiftung Zaragoza Stadt des Wissens sind zwei weitere Partner des Netzwerks „art & science“. Im Interview stellen sie ihre Erwartungen vor.

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Maja Smrekar (in Zusammenarbeit mit Špela Petrič): „MaSm Metatransformation“, Foto: Miha Fras / Kapelica Gallery archive

Nur mehr wenige Tage und die Chance auf eine Residency an der ESO in Chile sowie im Ars Electronica Futurelab in Linz ist vorbei. Am 9. Februar 2015 endet die Einreichfrist von “art & science” – einem Netzwerk, das sich aus mehreren europäischen Partnerinstutionen zusammensetzt. Sandra Sajovic, Programm-Manager an der Kapelica Gallery, und José Carlos Arnal, geschäftsführender Direktor der Zaragoza City of Knowledge Foundation, sprechen über ihre Erwartungen dieser Kooperation.

Was versprechen Sie sich als Partnerinstiution dieses europäischen Netzwerks von der Begegnung von Kunst und Wissenschaft?

Sandra Sajovic: Hier bei Kapelica, der Galerie für zeitgenössische investigative Kunst, sind wir sehr an Kunstwerken interessiert, die mit wissenschaftlichen und technologischen Anwendungen zu tun haben, mit Biopolitik und urbanen Phänomenen. Wir arbeiten schon länger intensiv mit KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen zusammen und haben dabei gemerkt, dass die Ergebnisse weit über jedes einzelne Feld hinausreichen.

KünstlerInnen, denen es möglich ist, selbst kleine Veränderungen in der Gesellschaft wahrzunehmen, geben uns die Möglichkeit, über Auswirkungen nachzudenken, die Technologie und Wissenschaft auf unser Leben haben.

Die Macht der Kunstwerke, die die KünstlerInnen gemeinsam mit WissenschaftlerInnen und IngenieurInnen entwickeln, liegt in dem Vermögen, unsere Perspektiven zu ändern und unsere Werte zu überdenken.

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Die Partner des „art & science“ Netzwerks beim Kick-off-Meeting in Linz 2014, Foto: Martin Hieslmair

Warum passt ihre Institution in das Netzwerk?

José Carlos Arnal: Die Begegnung von Kunst und Wissenschaft ist auch ein Symbol für uns, der Stiftung Zaragoza Stadt des Wissens. Wir sind eine unabhängige öffentlich-private Organisation, die mit dem Etopia Zentrum für Kunst und Technologie in Zaragoza in Spanien zusammenarbeitet. „Art & Science“ ist für uns eine sehr interessante Gelegenheit, eine sehr facettenreiche Gelegenheit, um mit einigen der besten Akteuren in den Bereichen Kunst, Technologie und Gesellschaft in Europa zusammenzuarbeiten.

Abgesehen davon, möchte ich auf einen unserer Partner hinweisen – die Universität Zaragoza, eine ziemlich große öffentliche Universität. Als eine klassische Bildungseinrichtung war es für sie nicht gerade einfach, den Wert dieser Vielfalt an Wissen und Innovation außerhalb des akademischen Feldes deutlich zu sehen. Aber jetzt interessiert sich die Universität immer mehr für die Dinge außerhalb des formellen Bildungssystems, zum Beispiel, wenn es um Erkenntnisgewinn geht. Wir haben jetzt die Möglichkeit, ihr neue Inhalte zur Verfügung zu stellen – deshalb ist das Konzept von Kunst und Wissenschaft so vielversprechend. Auf jeden Fall ist es für uns interessant, dass wir nicht einfach Inhalte von hervorragenden KünstlerInnen erwerben, sondern dass wir eine Plattform zur Verfügung stellen – für den Austausch von Erfahrungen, für die Möglichkeit neues Wissen zu lernen und zu schaffen, und das von Grund auf.

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José Carlos Arnal und Sandra Sajovic während des Kick-Off-Meetings in Linz, Fotos: Martin Hieslmair

Welchen Ratschlag würden Sie den KünstlerInnen geben, wenn sie am Open Call mitmachen möchten?

Sandra Sajovic: Die reine Faszination an den technologischen Möglichkeiten und wissenschaftlichen Forschungen sollte übertroffen werden mit gründlicher Recherche über das Thema, an dem die Künstlerin oder der Künstler interessiert ist, und sie oder er sollte stets die Möglichkeiten mitbedenken, die die ESO, das Ars Electronica Futurelab und andere Partner des Netzwerks zur Verfügung stellen können. Der Weltraum selbst bietet eine großartige Quelle an Inspiration für KünstlerInnen und ich bin sehr gespannt, wie weit ihre Fanatasie reicht.

José Carlos Arnal: Was mich betrifft, da ich kein Mann der Wissenschaft bin, denke ich, dass die meisten KünstlerInnen vielleicht im ersten Schritt etwas zurückhaltend sind, ihre Arbeiten zu so einer hoch angesehenen wissenschaftlichen Institution wie der ESO einzureichen. Aber in unserem Netzwerk gibt es viele gute Partner, die diesen Open Call wirklich für alle öffnen. “Art & Science” versucht, die Interessen von KünstlerInnen aus aller Welt anzusprechen.

Weitere Infos zu “art & science” sowie dem Open Call finden sich auf www.aec.at/artandscience

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