Sind wir für das post-post-mediale Zeitalter bereit?

Digitale Medien sind heutzutage zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar. Wir beginnen aber langsam zu erkennen, dass all das nicht das wichtigste in unserem Leben sein sollte. Eine Art Protestbewegung beginnt sich zu bilden.

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Eisenbahnbrücke's nightmare von Patricia Margarit Castello

Digitale Medien sind heutzutage zu jeder Zeit und an jedem Ort verfügbar. Es fällt uns immer schwerer Smartphones, Tablets und Navigationsgeräte abzuschalten und ohne sie auszukommen. Die physische Welt wird zunehmend durch digitale Technologien infiltriert, während soziale Netzwerke uns zu einer Art „smarten Mob“ gemacht haben, dessen Verhalten genau vorherzusehen ist. Unser ganzes Leben wird von digitalen Medien bestimmt. Wir leben in einer „post-medialen“ Zeit. Das bedeutet, dass Medien heute ein fester Bestandteil unseres technologischen Lebensstils sind. In dieser post-medialen Welt gibt es keinen Stillstand. Ständige Updates stehen an der Tagesordnung. Wir haben uns so sehr an unsere bildschirmbasierte Umgebung gewöhnt, dass wir die Interfaces, mit denen wir kommunizieren und interagieren, kaum mehr wahrnehmen.

Es gibt aber eine Kehrseite zu all den Vorteilen, die dieses ständige Vernetzt-Sein mit sich bringt: wir müssen ständig speichern, bearbeiten, sammeln, veröffentlichen, uns vernetzen,… Wir beginnen aber langsam zu erkennen, dass all das nicht das Wichtigste in unserem Leben sein sollte. Eine Art Protestbewegung beginnt sich zu bilden, die all das hinterfragt und das Alte, die „pre-mediale“ Welt sozusagen, wieder modern werden lässt. Wie wäre es also mit der Bezeichnung post-post für dieses neue Zeitalter „nach“ den Medien? Die Weiterentwicklung zur „post-post-medialen“ Welt ist ein Prozess, aber sind wir wirklich schon bereit für diese Weiterentwicklung?

Studierende des Studiums Interface Cultures der Kunstuniversität Linz beschäftigten sich im Zuge des Ars Electronica Festivals 2015 für die Campus Ausstellung mit genau diesen Fragestellungen und versuchen provokant Antwort auf die neuen post-medialen Trends zu geben. Die ausgestellten Projekte der StudentInnen reichen von futuristischen Arbeiten über post- und pre-mediale Fragestellungen bis hin zu Kunstwerken im Retro-Stil.

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Break the ice von Gisela Nunes

Interface Cultures – Campus Exhibition

Die Location der diesjährigen Campus Ausstellung der Interface Cultures ist besonders interessant. Während das Ars Electronica Festival 2015 im ehemaligen Post- und Paketverteilerzentrum in der Nähe des Linzer Hauptbahnhofs stattfindet, wird sich die Campus Exhibition der Interface Cultures in der ehemaligen Zentrale der österreichischen Post befinden. Nachdem die österreichische Post AG letztes Jahr nach Allhaming übersiedelt ist, sind die Studierenden der Interface Cultures heuer in dieses Gebäude eingezogen. Hier haben die insgesamt 23 internationalen Studierenden ihre Projekte als Abschlussarbeiten des Studiums entwickelt. Hier finden Sie bereits jetzt einige Arbeiten.

Bull shut app@Marta Perez Campos , Tassilo Posegga

BullShut app von Marta Perez Campos und Tassilo Posegga

 

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Pop the movie von Carina Lindmeier und Federico Tasso

 

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Interfight von César Escudero Andaluz

 

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The gesture of drawing light with a body movement von Isidora Ficovic

 

Besuchen Sie die Campus Ausstellung während des Ars Electronica Festival 2015, von 3. bis 7. September 2015, in der ehemaligen Zentrale der Österreichischen Post AG.

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