Prix Ars Electronica: Die Jurys 2016

Wer kürt die PreisträgerInnen der Goldenen Nica beim Prix Ars Electronica 2016? Wir stellen die internationale Jury vor, die sich in wenigen Wochen bei ihrem Treffen in Linz darüber Gedanken machen wird.

Prix Ars Electronica Jury
Credit: Martin Hieslmair

Seit 1987 zeichnet der Prix Ars Electronica jedes Jahr die besten Medienkunstwerke der Welt mit einer der begehrten Goldenen Nicas aus. Noch bis zum 13. März 2016 können Sie Ihre Arbeiten in vier Kategorien einreichen: „Computer Animation/Film/VFX“, „Interactive Art +“, „Digital Communities“ und „u19 – CREATE YOUR WORLD“. Wenige Wochen später, von 7. bis 10. April 2016, reisen internationale ExpertInnen nach Linz, um die GewinnerInnen der Goldenen Nicas zu küren. Aber wer sind eigentlich die JurorInnen des Prix Ars Electronica 2016? Wir stellen Ihnen hier die vier Jurys einzeln vor.

Computer Animation / Film / VFX: Filmschaffende und FestivalleiterInnen

Erick OhFür Erick Oh ist das Auswahlverfahren des Prix Ars Electronica keine Unbekannte mehr – er war bereits vor einem Jahr Teil der Jury in der Kategorie „Computer Animation / Film / VFX“ und hat damals schon viele Stunden an Videomaterial gesichtet, um sich schließlich gemeinsam mit vier weiteren ExpertInnen auf eine gemeinsame Preisträgerin zu einigen. Erick Oh vertritt neben seiner selbstständigen Tätigkeit als Filmschaffender die Sichtweise eines Künstlers, der für ein großes Animationsstudio arbeitet. So hat er zuletzt wesentlich zum Erfolg von Pixars Animationsfilm „Alles steht Kopf“ beigetragen.
Johannes Schiehsl ist ein österreichischer Trickfilmreggiseur. Er absolvierte sein Studium an der Filmschool Zlin sowie an der renommierten Filmakademie in Baden-Württemberg. In dieser Zeit schon schuf er einige preisgekrönte Kurzfilme, welche bereits durch verschiedene Fernsehsender ausgestrahlt wurden. Sein Kurzanimationsfilm „366 Tage“ erhielt viele internationale Auszeichnungen und wurde von mehr als 70 internationalen Filmfestivals prämiert und gezeigt.
Mihai GrecuMihai Grecu erhielt beim Prix Ars Electronica 2015 eine Auszeichnung für seinen Film über Nordkorea mit dem Titel „The Reflection of Power“.
Mari-Liis RebaneWeiters hinzu kommt die in Estland geborene Künstlerin Mari-Liis Rebane. Sie leitet seit 2011 das International Animation Film Festival Animated Dreams, eines der ältesten und größten Animationsfestivals im Baltikum.
Bernd KrackeBernd Kracke wiederum bringt die akademische Perspektive ins Team – er ist seit 1999 Professor für Elektronische Medien an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, seit 2006 auch dessen Präsident sowie künstlerischer Leiter der B3 Biennale des bewegten Bildes.

Interactive Art +: KuratorInnen und MedienkünstlerInnen

Victoria VesnaSeit 1990 kürt der Prix Ars Electronica interaktive Medienkunst in einer eigenen Kategorie. Dass man „Interactive Art“ auch etwas weiter denken kann, soll das angefügte Plus verdeutlichen – ohne jedoch an den Eckpfeilern der Kategorie zu rütteln. Victoria Vesna hat den Prix zuletzt mit ihrer Rolle als Jurorin der Kategorie „Hybrid Art“ unterstützt – heuer wird sie eine der JurorInnen für „Interactive Art +“ sein. Der Medienkunstpionier Roy Ascott zählt zu ihren einflussreichsten Mentoren. Sie ist Künstlerin und Professorin am Department of Design|Media Arts an der UCLA sowie Leiterin des Art|Sci Center an der School of the Arts.
Michaela MagasMichela Magas richtet ihren Blick auf die innovative Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst, Design und Technologie. Sie ist Absolventin des Royal College of Art in London, ihre Doktorarbeit schloss sie bei Goldsmiths zum Thema Musik und Technologie ab. Sie ist Gründerin des Music Tech Fest und Innovationsleiterin bei #MusicBricks. Sie gewann den „art meets science“ NEM Art Preis zwei Mal und ist Teil des Beratungsgremiums des H2020 Programms für Innovation, Internet-of-Things und Kreativwirtschaft.
Irini PapadimitriouDie Kuratorin und Produzentin Irini Papadimitriou war zuletzt vor zwei Jahren als Jurorin in der Kategorie „Interactive Art“ für den Prix Ars Electronica tätig. Sie ist Digital Programmes Manager im Londoner Victoria and Albert Museum, im weltweit größten Museum für dekorative Kunst und Design, wo sie Veranstaltungen für alle Altersgruppen und das jährlich stattfindende Digital Design Weekend organisiert.
Joachim SauterJoachim Sauter ist ein weiterer Juror der Kategorie. Regelmäßigen BesucherInnen des Ars Electronica Festivals ist der Name vielleicht schon ein Begriff, 2008 war der Medienkünstler und Designer zuletzt Jurymitglied in dieser Kategorie. 1988 gründete er die ART+COM Studios und leitet noch heute ein interdisziplinäres Team, das international für Auftraggeber aus Wirtschaft, Kultur und Forschung Installationen und Räume mit neuen Medien gestaltet und entwickelt.
Prix Ars Electronica LogoNeu dabei ist der Kurator Christophe De Jaeger – er gehört zum Team des BOZAR Electronic Art Festival BEAF, eine etablierte Veranstaltung für zeitgenössische digitale Kunst und Kultur in Belgien.

Digital Communities: SoziologInnen und PlattformgründerInnen

Ian BanerjiSeit 12 Jahren steht die Kategorie „Digital Communities“ fix im Programm des Prix Ars Electronica. Der Soziologe, Stadtplaner und Bildungsforscher Ian Banerjee ist seit 2013 Juror in dieser Kategorie und hat gemeinsam mit Ingrid Fischer-Schreiber eine Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum von „Digital Communities“ verfasst. Nicht nur in seiner Kindheit sondern auch als Journalist war er in vielen Ländern der Welt unterwegs und bringt damit ein feines Gespür verschiedener Kulturen mit in die Jury.
Sarah Kriesche arbeitet seit über 18 Jahren als Journalistin im öffentlichen Rundfunk. Während dieser Zeit war sie u.a. Mitbegründerin eines Radiosenders in Gran Canaria, arbeitete als Showrunnerin für den „Ö3 Wecker“, moderierte gleichzeitig andere Sendungen auf Hitradio Ö3 und war Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“. Im Jahr 2010 entschied sie sich weitgehend mit Themen rund um Informationstechnologie zu beschäftigen. Seither fokussiert sie sich auf den Einfluss von Subkulturen (wie bspw. Anonymous) sowie technischen Innovationen wie m2m oder IoT und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft beim Radiosender Ö1.
Hans ReitzHans Reitz wiederum hat gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus das Grameen Creative Lab rund um das Konzept des „Social Business“ gegen die globale Armut gegründet und ist seitdem als geschäftsführender Direktor der Organisation tätig.
Marleen StikkerMarleen Stikker hat die Waag-Society mitbegründet und ist Präsidentin dieser Stiftung, die sich für das Experimentieren mit neuen Technologien, Kunst und Kultur einsetzt. Seit ihrer Gründung der ersten digitalen Stadt im Web (De Digitale Stad) und ihrem letzten Mitwirken als Jurorin beim Prix Ars Electronica im Jahr 1999 hat sich im Bereich der digitalen Gemeinschaften einiges getan.
Kazuko TanakaKazuko Tanaka ergänzt schließlich die Jury. Sie arbeitet seit 18 Jahren bei der japanischen Werbeagentur Hakuhodo und setzt sich im Team „Voice Visions“ mit einer eigens geschaffenen Plattform für eine Veränderung des Rollenbilds berufstätiger Mütter in Japan ein. Zuletzt war sie im Rahmen des Ars Electronica Festival beim Future Innovators Summit als Facilitator tätig.

u19 – CREATE YOUR WORLD: SchauspielerInnen und JugendkulturforscherInnen

Sirikit AmannDie letzte Kategorie, die nur in Österreich lebenden Kindern und Jugendlichen unter 19 Jahren offensteht, ist „u19 – CREATE YOUR WORLD“. Von Beginn an ist Sirikit Amann Jurorin der seit 1998 bestehenden Kategorie. Die damals 19-jährigen EinreicherInnen steuern mittlerweile auf ihren 37. Geburtstag zu. Sirikit Amann ist Fachreferentin im Büro des Bundesminister für Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt Österreich und beschäftigt sich hauptsächlich mit kultureller Bildung im Spannungsfeld von Kultur, Bildung und neuen Medien.
Karl MarcovicsMit seinem Talent als Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor hat sich Karl Markovics nicht nur in Österreich einen Namen gemacht – so spielte er die Hauptrolle in „Die Fälscher“, der als bester fremdsprachiger Film bei der Oscarverleihung 2008 ausgezeichnet wurde. Schon vor drei Jahren unterstützte er bereits die u19-Jury des Prix Ars Electronica, 2016 ist er wieder mit dabei.
Gerhard FunkGerhard Funk, Professor an der Kunstuniversität Linz, ist nach einem Jahr Pause als Juror erneut im Team. Er leitet unter anderem das von ihm konzipierte Bachelorstudium „Zeitbasierte und Interaktive Medien“, dessen Abschlussarbeiten in der Ausstellungsreihe „TIME OUT“ im Ars Electronica Center zu sehen sind.
Prix Ars Electronica LogoBeate Großegger ist wissenschaftliche Leiterin und stellvertretende Vorsitzende des Instituts für Jugendkulturforschung und schließt in ihrer Arbeit auch Generationenforschung mit ein.
Conny LeeConny Lee produziert und co-moderiert die zweisprachige Morningshow des Radiosenders FM4 und beschäftigt sich als Redakteurin mit ihren Lieblingsthemen Games, Literatur und Comics. Auch sie ist kein Neuling in der Jury – seit 2013 ist sie jedes Jahr mit dabei.

 

Join the discussion

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.