Prix Ars Electronica 2017: Die JurorInnen

Nur noch bis 13. März 2017 können Sie Ihre Projekte zum Prix Ars Electronica 2017 einreichen! Ab dann übernimmt eine mehrköpfige internationale Jury und kürt die PreisträgerInnen der Goldenen Nica. Wer sind eigentlich die Personen, die über die besten Medienkunstwerke entscheiden?

Prix Jury
Credit: Florian Voggeneder

Bereits zum 30. Mal lädt die Ars Electronica internationale ExpertInnen nach Linz ein, um die GewinnerInnenprojekte des Prix Ars Electronica, des traditionsreichsten Medienkunstwettbewerbs der Welt, zu ermitteln. So wie jedes Jahr setzt sich die Jury aus teils bekannten und teils neuen JurorInnen zusammen. Während Ars Electronica die organisatorischen Aufgaben übernimmt haben diese JurorInnen dann Anfang April 2017 die schwierige Aufgabe, sich gemeinsam auf je eine Goldene Nica und auf weitere Auszeichnungen in den Kategorien „Computer Animation / Film / VFX“, „Digital Musics and Sound Art“, „Hybrid Art“ und „u19 – CREATE YOUR WORLD“ festzulegen. Wir stellen Ihnen hier die Personen einzeln vor:

Computer Animation / Film / VFX: AnimationskünstlerInnen und Kreativchefs

AktenMemo Akten (TR): Vier Jahre ist es schon wieder her, da hielt Memo Akten zuletzt die Goldene Nica in seinen Händen. Gemeinsam mit dem Künstler Quayola nahm er 2013 den Medienkunstpreis der Ars Electronica für die Animation „Forms“ entgegen. Nun ist er selbst Teil der Jury in dieser Kategorie und wird eine Menge an Erfahrung aus seinen eigenen Medienkunstarbeiten einbringen. Derzeit absolviert er seinen PhD an der Goldsmiths-Universität in London rund um künstliche Intelligenz und neuen Formen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.
BucsiRéka Bucsi (HU): Auch die Animationskünstlerin Réka Bucsi aus Ungarn hat bereits zuvor mit einer Einreichung ihren Fuß in die Tür der Ars Electronica gesetzt. Mit ihrer Animation „Symphony no. 42“ hat sie nicht nur eine Anerkennung des Prix Ars Electronica 2015 erhalten, ihr Kurzfilm wurde unter anderem auch bei den 87sten Academy Awards nominiert. Nach über 50 internationalen Auszeichnungen ist sie derzeit als Filmemacherin bei Passion Pictures tätig. „LOVE“ ist einer ihrer aktuellsten Kurzfilme.
Sabine HirtesSabine Hirtes (DE): Prof. Sabine Hirtes unterrichtet seit 2010 an der Hochschule Offenburg Postproduktion und Vfx. Nach Abschluss ihres Studiums der Visuellen Kommunikation an der FH Aachen folgten unterschiedliche kreative und edukative Tätigkeiten in den Bereichen digitale Printmedien sowie bewegte Bilder mit Schwerpunkt Computeranimation und Vfx bei verschiedenen Firmen, Studios und Schulen im In- und Ausland, wie etwa der Filmakademie Baden-Württemberg, dem Cairo Film Institute und dem ZKM, dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.
SebekAnezka Sebek (US): Technologisch komplexe Computeranimationen, visuelle Effekte, aber auch Musikvideos, Kurzfilme und Dokumentationen haben es Anezka Sebek angetan. Ihre Rolle als Jurorin im Animationsbereich ist ihr nicht neu, da sie bereits in zahlreichen anderen Jurys dieser Art tätig war. Derzeit unterrichtet sie an der Parsons School of Design rund um das Themengebiet Design und Technologie. Sie war bereits mehrmals Teil dieser Jury, zuletzt im Jahr 2013.
ShiotaShuzo John Shiota (JP) ist ebenso ein gern gesehenes Jurymitglied beim Prix Ars Electronica – nach einer mehrjährigen Pause seit 2009 ist er 2017 wieder mit dabei. Er ist nicht nur Sänger einer Rockband sondern auch Präsident und CEO eines der ältesten Animationsstudios der Welt. Polygon Pictures hat seitdem einige Emmy Awards für ihre Arbeiten gewonnen, unter anderem für die Animationsserie „Transformers: Prime“. 2008 kürte ihn das Animation Magazine zu einem der „25 Toon Titans of Asia“.

Hybrid Art: ProfessorInnen und KuratorInnen

VesnaVictoria Vesna (US) ist Künstlerin und auch Professorin am Department of Design|Media Arts an der UCLA sowie Leiterin des UCLA Art|Sci Center. Wenn Victoria Vesna mit ihren Installationen unter anderem untersucht, wie Kommunikationstechnologien das kollektive Verhalten beeinflussen, arbeitet sie mit ExpertInnen aus den unterschiedlichsten Disziplinen zusammen – wie beispielsweise Musik, Wissenschaft oder Biologie. Hybrid Art ist ihr nicht nur durch ihr eigenes Schaffen ein Begriff, sie war auch schon 2015 Jurymitglied der Kategorie Hybrid Art.
HauserJens Hauser (DE): In derselben Jury vor zwei Jahren saß auch Jens Hauser. Auch er ist diesmal wieder mit dabei. Er arbeitet als Kurator und Medienwissenschaftler in Kopenhagen und Paris und beschäftigt sich mit Interaktionen zwischen Kunst und Technologie. An der Universität Kopenhagen forscht er derzeit im Bereich der Kunst-, Kultur- und Gesundheitswissenschaften. An der Michigan State University beschäftigt er sich mit Kunst, Kunstgeschichte und Design.
FukuharaShiho Fukuhara (JP): Erst vor wenigen Monaten war die Künstlerin zuletzt in Linz mit ihrem künstlerischen Forschungsprojekt BCL gemeinsam mit Georg Tremmel beim Ars Electronica Festival 2016 vertreten. Kunst, Wissenschaft, Design, Technologie und Gesellschaft – in ihren künstlerischen Arbeiten untersucht sie deren Schnittstellen und Sollbruchstellen.
ElsrakbiGhalia Elsrakbi (SY/NL): Ghalia Elsrakbi ist Designerin, Forscherin und Pädagogin. In ihrer Arbeit verbindet sie unterschiedliche Disziplinen wie Kunst, Neue Medien, Grafikdesign und Schreiben. Seit 2014 unterrichtet sie am Kunstinstitut der American University in Kairo und ist dort Ausstellungsleiterin des Symposiums für Elektronik und Neue Medien Cairotronica. Ghalia Elsrakbi ist Stipendiatin der Smithsonian Institution und kam in die Endrunde des Prix de Rome (2016).
KrpanJurij V. Krpan (SI) ist Kurator und Leiter der Galerija Kapelica in Ljublijana, Slowenien – eine Galerie für investigative zeitgenössische Kunst, die er selbst konzipierte. 2014 kuratierte er die Themengruppe „Designing Life“ der Biennale für Produktdesign in Ljubljana und den slowenischen Pavillon bei der Architekturbiennale in Venedig. 2015 begann er als Kurator für das Freie Museum Berlin zu arbeiten.

Digital Musics & Sound Art: KlangkünstlerInnen und FestivalleiterInnen

AGFAntye Greie-Ripatti (DE) alias AGF, Laub oder „poem producer“ ist digitale Liedermacherin, Klangkünstlerin und Kuratorin, Komponistin, Poetin, Feministin, Aktivistin und Referentin. Sie arbeitet mit Sprache, Klang, dem Hören, mit Stimme und Kommunikation, wobei sie sich unterschiedlicher Ausdrucksmittel bedient. 30 Langspielplatten und zahlreiche Gemeinschaftsproduktionen hat sie bereits veröffentlicht – wie zum Beispiel mit dem preisgekrönten klassischen Komponisten Craig Armstrong. 2011 gründete sie die kulturelle Plattform Hai Art in Hailuoto, für die sie als künstlerische Leiterin, Produzentin und Workshopleiterin tätig ist.
FriskRikke Frisk (DK) gründete das Kollektiv Indgreb in Kopenhagen, das sich auf Kunst- und Innovationsveranstaltungen spezialisiert hat, den internationalen Wettbewerb Afsnit I und kürzlich auch das Diskussionsfestival „Talk Town“ zu Themen wie Gender, Gleichheit, und Feminismus. Gleichzeitig ist sie auch Leiterin und Mitbegründerin von Strøm – dem führenden Festival für elektronische Musik in Skandinavien – und war als Leiterin des Sekretariats der Kopenhagen-Ausgabe von WOMEX – der weltweit größten Messe für Weltmusik mit angeschlossenem Festival – beteiligt.
BrümmerLudger Brümmer (DE) ist seit 2003 Vorstand des ZKM | Instituts für Musik und Akustik sowie Gastprofessor an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, und absolvierte als Komponist bereits zahlreiche internationale Auftritte. Mit seinem künstlerischen Schwerpunkt auf verschiedene Verfahren zur Klangsynthese hat er bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten – unter anderem vor 23 Jahren (!) die Goldene Nica in der damals noch unter der Bezeichnung „Computermusik“ geführten Kategorie.
BleauMyriam Bleau (CA) ist Komponistin, digitale Künstlerin und Performerin in Montreal, Kanada, und hat sich zum Ziel gesetzt, audiovisuelle Systeme zu entwickeln, die die Grenzen des Bildschirms überschreiten. Mit ihrer Musikperformance „Soft Revolvers“ sorgte Myriam Bleau so nicht nur beim Ars Electronica Festival 2015 für Aufsehen und -hören – sie erhielt in diesem Jahr dafür auch eine Anerkennung des Prix Ars Electronica in der Kategorie „Digital Musics & Sound Art“.
ErkalEmre Erkal (TR) ist Architekt, Elektroingenieur und Klangkünstler und beschäftigt sich mit den Bereichen künstliche Intelligenz, Kognitionswissenschaft und interaktive Technologien. Das Studium der Architektur absolvierte Emre Erkal in Harvard, während er gleichzeitig bereits an Forschungsprojekten am MIT Media Lab mitarbeitete. Er wurde mehrfach für seine Architekturprojekte ausgezeichnet, seine Klang-Raum-Installationen wurden bei Festivals und in renommierten Institutionen präsentiert. Er ist Mitbegründer von NOMAD (2002), einer Initiative für digitale Kunst und Kultur in Istanbul, und war zuletzt 2013 Juror bei Prix Ars Electronica.

U19 – CREATE YOUR WORLD: KulturvermittlerInnen und MedienpädagogInnen

AmannSirikit Amann (AT) ist seit dem Bestehen von „u19 – CREATE YOUR WORLD“ Jurorin dieser Kategorie für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren aus Österreich. Aktuell ist Sirikit Amann Leiterin der Kulturvermittlung bei KulturKontakt Austria, einem gemeinnützigen Verein in Österreich, der sich um die Förderung von Bildung und Kultur in Österreich, Ost- und Südosteuropa engagiert. Zuvor arbeitete sie mehrere Jahre im österreichischen Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur bzw. im österreichischen Bundeskanzleramt als Fach- und Kunstreferentin.
Manuela GrundnerManuela Grundner (AT) ist ein sprichwörtlicher „bunter Hund“. Sie studierte Kunstgeschichte in Graz im zweiten Bildungsweg. Nach ihrem Studium wechselte sie nochmals die Profession und ist nun geschäftsführende Gründerin von murbit – der Entwicklerei. Die Schwerpunkte des interdisziplinären Unternehmens liegen in der Softwareentwicklung und der Organisationsentwicklung.
LeeConny Lee (AT) gehört mittlerweile ebenso schon zum Kernteam von u19 – CREATE YOUR WORLD. Die Moderatorin von Radio FM4 ist landesweit bekannt – dort produziert und co-moderiert sie die zweisprachige FM4 Morningshow und beschäftigt sich als Redakteurin mit ihren Lieblingsthemen Games, Literatur und Comics. Außerdem moderiert sie Events und Diskussionsrunden.
RosemannElisabeth Rosemann (AT) widmet sich seit über zehn Jahren der Entwicklung von Software, wobei sie ihren Schwerpunkt auf die Verarbeitung von unstrukturierten Daten gelegt hat. Sie hat Software Engineering an der FH OÖ Campus Hagenberg sowie Statistik studiert und engagiert sich als Mentorin beim CoderDojo in Linz – einem Verein, der Kinder und Jugendliche dabei unterstützt, Fuß in der Welt des Programmierens zu fassen.
SeitzDaniel Seitz (DE) ist Medienpädagoge und hat, da ihm Medienbildung in der Gesellschaft ein besonderes Anliegen ist, die Agentur „mediale pfade“ gegründet. Er engagiert sich in verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter der „Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur“ (GMK), dem „Fonds Soziokultur“ und als Autor bei netzpolitik.org und medienpaedagogik-praxis.de.

Noch bis zum 3. März 2017 können Projekte zum Prix Ars Electronica eingereicht werden. Mehr Infos dazu finden Sie auf www.aec.at/prix! Von 6. bis 9. April 2017 tagen die Jurys dann in Linz. Wer die Goldenen Nicas schließlich gewonnen hat, das wird Mitte Mai 2017 bekanntgegeben.

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