STARTS Prize 2017: Die PreisträgerInnen

Die GewinnerInnen des diesjährigen STARTS Prize kommen aus Japan und der Schweiz. Für ihr Projekt „I’m Humanity“ erhält Etsuko Yakushimaru den Grand Prize für Artistic Exploration, der Grand Prize für Innovative Collaboration geht an Gramazio Kohler Research der ETH Zürich und das Self-Assembly Lab am MIT für ihre Installation „Rock Print“.

STARTS 2017 winner

Nebst der STARTS-Trophäe erhalten die GewinnerInnen Preisgelder von je 20.000 Euro pro Kategorie und dürfen sich zudem über prominente Auftritte in Amsterdam, Brüssel und Linz freuen. Der STARTS Prize – STARTS steht für Science, Technology und Arts – ist eine Initiative der Europäischen Kommission und rückt Menschen und Projekte ins Rampenlicht, die Europas soziale, ökologische und ökonomische Zukunft nachhaltig mitgestalten. Ziel ist es, Innovation in bzw. für Europa zu fördern. Mit der Durchführung des STARTS Prize sind die in Amsterdam beheimatete Waag Society, das in Brüssel befindliche BOZAR und die Linzer Ars Electronica beauftragt. 2017 zählte der STARTS PRIZE insgesamt 2.977 Einreichungen aus 97 Ländern.

Grand Prize Artistic Exploration 2017:
I’m Humanity / Etsuko Yakushimaru

Mit „I‘m Humanity“ will Etusko Yakushimaru erreichen, dass Musik auch in einer Zukunft ohne uns Menschen noch existiert und durch eine auf uns folgende Spezies (wieder)entdeckt und weitergegeben werden kann. Seit jeher wird Musik erst komponiert, dann gesungen oder gespielt, schließlich kopiert, von anderen InterpretInnen wieder gespielt und variiert. Via Radio, LP, Kassette, CD oder Cloud wird Musik über Raum und Zeit hinweg überliefert und verbreitet und dabei stetig verändert und weiterentwickelt. Die Beziehung zwischen Musik und Medium in diesem Prozess gleicht jener zwischen Genen und DNA und genau dies inspirierte Etusko Yakushimaru zu „I‘m Humanity“.

I'm Humanity

Credit: MIRAI seisaku

Zunächst komponierte sie einen Pop Song, den sie in DNA, konkret in die Nuklein-Sequenz einer Blaualge umgewandelte. Dieser DNA-Sequenz wurden Makromoleküle hinzugefügt, die für die Weitergabe genetischer Informationen von einer Generation zur nächsten verantwortlich sind, alles zusammen wurde wieder in die Chromosomen der Blaualge eingepflanzt. Derart genetisch verändert, trägt der  Mikroorganismus nun codierte Musik in seiner DNA und vererbt diese Information an die nächste Generation. Sollte die Menschheit irgendwann aussterben und die Blaualge weiterexistieren, kann eine zukünftige Spezies aus ihr den Code unserer Musik gewinnen.

Grand Prize Innovative Collaboration 2017:
Rock Print / Gramazio Kohler Research, ETH Zürich und Self-Assembly Lab, MIT

Rock Print“ ist eine monolithische Installation, die von ArchitektInnen, IngenieurInnen, MaterialwissenschaftlerInnen und PhysikerInnen der ETH Zürich und des MIT entwickelt wurde und erstmals 2015 bei der Architekturbiennale in Chicago zu sehen war. Die vier Meter hohe Installation besteht lediglich aus – losem – Schotter und einer Schnur. Ihre Form und Gestalt verdankt die Installation dem physikalischen Prinzip des „Jamming“: Materialien, deren molekulare Eigenschaft eher einer Flüssigkeit ähneln, im konkreten Fall Schotter, können unter hohem Druck dennoch eine feste Gestalt annehmen. Und genau das haben die ForscherInnen mit „Rock Print“ unter Beweis gestellt.

Rock Print

Credit: Gramazio Kohler Research

Genau wie beim 3-D-Druck wurde die Installation Schicht für Schicht aufgebaut: Zunächst legte ein eigens programmierter Roboter eine Schnur in einem komplexen, insgesamt 9,1 Kilometer langen Muster aus, darauf brachten die ForscherInnen ein Schicht Schotter auf. Danach folgte wieder eine Schicht Schnur, dann wieder eine Schicht Schotter. Das Eigengewicht des Schotters sorgte dafür, dass die am Ende vier Meter hohe und rund eine Tonne schwere Skulptur nicht in sich zusammenbrach. „Rock Print“ verweist auf das Potential des 3-D-Drucks für die Architektur der Zukunft. Es verknüpft ressourceneffiziente, additive Bauprinzipien mit neuen Design-Möglichkeiten und das bei minimalen Kosten. Die Vision der ForscherInnen geht dabei weit über spannende Architekturprojekte hinaus und skizziert eine neue digitale Baukultur.

Mehr über die GewinnerInnenprojekte, Honorary Mentions und Nominations des Jahres 2017 finden Sie auf starts-prize.aec.at! Wir gratulieren den PreisträgerInnen!

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