Future Innovators Summit 2017: Ein kreativer Thinktank für die Fragen der Zukunft

Eingebettet in das inspirierende Setting des Ars Electronica Festival in der Linzer POSTCITY lädt der Future Innovators Summit auch heuer wieder motivierte Personen aus Kunst, Technologie und Wissenschaft ein, bei einem gemeinsamen Gedankenaustausch die zentralen Fragen der Zukunft zu formulieren. Hideaki Ogawa ist Projektleiter des FIS und stellt uns die Ausgangsfragen rund um das große Thema der künstlichen Intelligenz näher vor.

Future Innovators Summit
Credit: Tom Mesic

Noch haben wir Menschen den entscheidenden Vorteil, uns selbst Fragen über die Zukunft der Welt zu stellen – doch vielleicht dauert es gar nicht mehr lange und die künstliche Intelligenz greift auch hier ein und diskutiert mit uns darüber mit? Noch ist es nicht so weit. Was dabei jedoch ganz klar wird, ist, dass die richtigen Fragen auch spannende Antworten ergeben – und genau hier kommt der Future Innovators Summit ins Spiel. Hideaki Ogawa ist Forscher am Ars Electronica Futurelab und bringt den FIS gemeinsam mit der japanischen Werbeagentur Hakuhodo und der Internet Privatstiftung Austria (netidee) wieder in die POSTCITY nach Linz. Wir fragen nach, was beim Future Innovators Summit 2017, der von 7. bis 10. September stattfinden wird, am Programm steht. Bis 17. Juli können auch Sie sich um einen Platz in vorderster Reihe der Diskussionsrunde bewerben – mehr dazu finden Sie auf www.aec.at/ai/fis.

Future Innovators Summit

Credit: Florian Voggeneder

Worum geht es beim Future Innovators Summit?

Hideaki Ogawa: Der Future Innovators Summit ist eine kreative Community und ein System, um die ultimativen kreativen Fragen zu extrahieren, die uns genau dort hinführen, um über die Missionen von morgen nachzudenken. Eigentlich wurde der FIS im Jahr 2013 ins Leben gerufen, so ist es nun bereits das vierte Jahr in Folge. Wenn wir nur auf die aktuellen politischen Ereignisse und die schnelllebigen technologischen Entwicklungen blicken, sind wir derzeit mit neuen und unsicheren Situationen konfrontiert. Das Thema des heurigen Ars Electronica Festival, die künstliche Intelligenz, passt hier ganz gut dazu, wenn es darum geht, wie Menschen heute mit diesen unsichereren Situationen in vielen verschiedenen Punkten umgehen. Was wir entwickelt haben, ist ein Ort, an dem Menschen die Fragen diskutieren können, die wirklich entscheidend sind für die Zukunft. Man könnte sagen, dass der FIS eine natürliche Folge nach dem Wunsch eines solchen Diskurses ist, wo es darum geht, was die Menschheit in der Zukunft eigentlich bedeutet.

„Der FIS ist zu einer Art Think-Tank innerhalb des Ars Electronica Festival geworden. Unser Ziel ist es, die kreativen Fragen zu extrahieren, die uns dazu bringen werden, über die Missionen von morgen nachzudenken.“

Also, das Ergebnis des Future Innovators Summit werden Fragen sein…

Hideaki Ogawa: Ja, genau. Normalerweise haben die Leute dazu tendiert, nach Antworten zu suchen. Aber wir begeben uns auf die Suche nach Fragen – das ist der interessanteste Unterschied zu anderen Formaten wir Hackathons oder anderen kreativen Konferenzen. Natürlich können wir uns gemeinsam über Antworten Gedanken machen, aber das Wichtigste ist vor allem, Fragen zu finden. Jedes Jahr kommen innovative Menschen aus der ganzen Welt hier zusammen und formulieren diese Fragen beim Future Innovators Summit, wie Sie in unserem Dokumentarfilm sehen können.

Heuer gibt es drei Themen, erzählen Sie uns doch etwas mehr davon!

Hideaki Ogawa: Im Jahr 2017 fokussieren wir uns auf drei Themen: die Zukunft der Menschheit (Future Humanity), die Zukunft der Arbeit (Future Work) und die Zukunft des Zuhause (Future Home). Beginnen wir mit der Future Humanity: Ars Electronica ist ja immer schon daran interessiert, über die Zukunft der Menschheit nachzudenken. Wie denken wir über die Bedeutung von uns selbst? Historisch betrachtet entwickelten wir Menschen immer schon Technologien und neue kreative Anwendungen, um eine bessere Gesellschaft zu formen. Künstliche Intelligenz, „Das andere Ich“, ist eine sehr interessante Metapher, um Technologie als einen Spiegel zu verwenden, um uns selbst besser zu verstehen. Wie verändert sich die Menschheit in dieser Situation, oder verändert sie sich nicht? Und was bedeutet es, heute Mensch zu sein? Wie können wir noch menschlicher werden?

Future Work ist sehr eng mit dem Thema der künstlichen Intelligenz verknüpft. Es gibt sehr viele Artikel darüber, wie künstliche Intelligenz unseren Platz in der Arbeitswelt verändern wird. Stellen Sie sich nur vor, wie das vor Tausenden von Jahren war! Haben wir damals gearbeitet? Wann hat sich die Arbeit geformt? Wie wird die Arbeit in Zukunft aussehen? Wenn man all das mit dem Festival-Thema verbindet: Wie viele von den Arbeitsplätzen, von den wir heute glauben, dass sie nur Menschen vollbringen können, könnten in Zukunft von künstlicher Intelligenz übernommen oder verändert werden? Wenn wir dann aber nicht mehr arbeiten müssen, was tun wir Menschen anstatt zu arbeiten? Wir sprechen hier ganz klar über die Bedeutung der Arbeit in der Zukunft.

Zu guter Letzt geht es bei Future Home über die ursprünglichen Fragen, wo unser Zuhause ist. In meinem Fall ist das nicht so leicht, stamme ich ja aus Japan, aber lebe in Österreich – also wo ist mein Zuhause? Ich habe viele „Zuhause“. Das kann die Familie sein, das können Communities sein. Die Bedeutung des Zuhauses ändert sich derzeit dramatisch. In diesem dritten Abschnitt werden wir über die zentralen Faktoren reden, die uns das Gefühl geben, zuhause zu sein. Auch diese Diskussion hilft uns wieder, uns selbst näher kennenzulernen. Unter dem großen Themenstrang des „AI – Das andere Ich“ reden wir über sehr wesentliche Aspekte der Menschheit.

Future Innovators Summit

Credit: Florian Voggeneder

Wer wird zu diesen Themen sprechen?

Hideaki Ogawa: Wir sind sehr an Menschen interessiert, die die Ausgangsfragen beantworten, die wir gestellt haben. Wer Ideen oder Antworten hat, diese Ausgangsfragen zu beantworten, egal ob es KünstlerInnen, DesignerInnen, IngenieurInnen, WissenschaftlerInnen, EntrepreneurInnen oder PhilosophInnen sind – senden Sie uns Ihre Ideen und eine Videobotschaft, um sich dafür zu bewerben!

Es werden auch MentorInnen beim Future Innovators Summit teilnehmen, die ihre Einfahrungen einbringen und ihr Know-how mit den innovativen TeilnehmerInnen austauschen. Wer das sein wird, das legen wir gerade fest, aber wenn Sie auf die vergangenen Jahre schauen, sind das immer wieder sehr spannende Leute, die daran teilgenommen haben. Die MentorInnen der vergangenen Jahre waren beispielsweise Victoria Vesna (Künstlerin und Professorin des UCLA Department of Design), Peter Wouda (Design Director beim Volkswagen Future Center), Hiroshi Ishii (Professor am MIT MediaLab), Geeta Mehta (Professor der Columbia University), Oliviero Toscani (Fotograf), Joachim Sauter (Gründungsmitglied und Design-Chef bei ART+COM), Alexander Mankowsky (Zukunftsforscher bei Daimler) sowie Robert Madelin (EU-Kommission / Senior Advisor für Innovation). In diesem Jahr sind wir ganz besonders daran interessiert, auch PhilosophInnen einzuladen, und nicht nur Menschen, die eher im praktischen Denken beheimatet sind. Es wird also ein schönes Gleichgewicht geben, um diese Fragen auch mit PhilosophInnen diskutieren zu können.

Future Innovators Summit

Credit: Florian Voggeneder

Wie sieht der Ablauf des Future Innovator Summits aus?

Hideaki Ogawa: Der Future Innovators Summit 2017 findet vier Tage lang während des Ars Electronica Festival in der POSTCITY statt – das ist ein aufgelassenes Post- und Paketverteilzentrum mitten im Zentrum von Linz. Wir beginnen am Donnerstag, dem 7. September 2017, mit einem Kick-off-Event. Am zweiten Tag gibt es die Möglichkeit, sich Inspirationen aus den Konferenzen und den Ausstellungen zu holen. Der Samstag wird ein intensiver Tag, an dem wir die kreativen Fragen und die Missionen von morgen diskutieren. Am letzten Tag, am Sonntag, den 10. September 2017, gibt es dann die Abschlusspräsentation.

Und die FestivalbesucherInnen haben die Möglichkeit, bei jeder Diskussionen in der POSTCITY zuzuhören?

Hideaki Ogawa: Ganz genau, das ist ein völlig offener Rahmen. Der Future Innovators Summit steht immer offen für die Teilnahme des Publikums. Wenn jemand daran interessiert ist, an der Diskussion teilzunehmen, warum nicht? In dieser Weise schafft der FIS eine einzigartige Umgebung, in der Menschen an den philosophischen Diskussionen teilnehmen können, in denen es um zukünftige Richtungen geht – aus dem Blickwinkel unterschiedlichster Disziplinen. Ich glaube, das ist ein ziemlich einzigartiges Umfeld, das die Ars Electronica für viele verschiedene Menschen schafft.

Future Innovators Summit

Credit: Florian Voggeneder

Wer steckt hinter dem Future Innovators Summit?

Hideaki Ogawa: Der Future Innovators Summit wurde ursprünglich vom Ars Electronica Futurelab und Hakuhodo seit 2013 entwickelt. Damals lief das Programm noch unter dem Titel „Future Catalysts“. Seit diesem Jahr hat sich die Zusammenarbeit wieder erweitert – durch die Schaffung der Ars Electronica Tokio Initiative, eine missionsorientierte Community, die sich der Verbesserung der Gesellschaft widmet – gemeinsam mit KünstlerInnen und Unternehmen. Ursprünglich haben Industrien die Kunst nicht wirklich als zentrale treibende Kraft angesehen, aber nun versuchen wir einen einzigartigen Treffpunkt zu schaffen zwischen Kunst und Industrie – um Innovation, Visionen und soziale Diskussionen zu fördern. Die Ars Electronica Tokio Initiative ist eine Community, um mögliche Missionen für die Zukunft zu diskutieren. Eine Mission beinhaltet dabei stets eine Absicht und den Wunsch etwas zu tun. Aber das sollte gemeinsam geschehen. Die Stadt Tokio, wo auch Hakuhodo seine Firmenzentrale hat, ist eines der größten laufenden sozialen und zukunftsorientierten Experimente. Gemeinsam versuchen wir derzeit diese neue Rolle der Kunst für die Gesellschaft zu formulieren. Die Ars Electronica Tokio Initiative ist auch Co-Partner und die treibende Kraft im Hintergrund, um diesen Future Innovators Summit durchführen zu können. Die Internet Privatstiftung Österreich mit ihrer netidee ist ebenso Teil des Future Innovators Summit.

Hideaki OgawaHideaki Ogawa (JP/AT) ist ein Creative Catalyst, Künstler, Kurator und Forscher in den Bereichen Kunst, Technologie und Gesellschaft. Er hat viele innovative Projekte für industrielle Unternehmen, wie Honda, R&D, Toshiba, Toyota, Hakuhodo, und andere umgesetzt. Sein Schwerpunkt liegt in der Katalysation von Innovation durch künstlerisches Denken. Hideakis Hauptprojekt, Future Catalysts, ist eine Kreativ- und Innovations-Plattform, die gemeinsam von Hakuhodo und Ars Electronica auf den Weg gebracht wurde. Durch die „Synergie“ mit weltweit ausgesuchten Erneuerern in den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Technologie, bringt das gemeinsame Projekt neue Konzepte, Ideen und Strategien, die zur Beantwortung verschiedener „kreativer Fragen“ dienen, auf den Weg. Zur künstlerischen Innovationsforschung, hat Hideaki internationale Projekte für Festivals, Export Programme wie Ars Electronica in der Knowledge Capital und das Ars Electronica Center realisiert. Sein Spezialgebiet liegt in den Topics „Creative Catalyst“ und „Robotinity“ – Welche Natur besitzen Roboter?“. Außerdem ist er ein Repräsentant und künstlerischer Leiter der Media Artist Group „h.o.“. Er sucht ständig nach neuen cleveren Ideen, die auf aktuelle Ströme im aktuellen sozialen Kontext. Hideaki Ogawa verwirklicht künstlerische Entfaltung mit der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts.

Join the discussion

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.