UCLA zu Gast beim Ars Electronica Festival

Auch 2017 wird beim Ars Electronica Festival wieder eine internationale Universität mit einer eigenen Campus-Ausstellung zu Gast sein: Diesmal ist es die UCLA, die Universität von Kalifornien Los Angeles. Die Professorin Victoria Vesna gibt einen ersten Einblick in die Ausstellung „Feminist Climate Change“ und erzählt, wie es die Medienkunst in die Universität geschafft hat.

Prime Meridian Zero Degrees by Lita Albuquerque
Prime Meridian Zero Degrees by Lita Albuquerque, Credit: UCLA

Eine erfolgreiche Tradition wird fortgesetzt – auch in diesem Jahr lädt der Studiengang „Interface Cultures“ der Linzer Kunstuniversität eine internationale Partneruniversität ein, ihre Arbeiten beim Ars Electronica Festival (7. bis 11. September 2017) in Linz auszustellen. Victoria Vesna ist Künstlerin und Professorin am Department of Design|Media Arts an der UCLA und erzählt, wie das dort beheimatete UCLA Art|Sci Center + Lab seine Formen annahm und welche Gräben es innerhalb der Universität zu überwinden gab. Kunst und Wissenschaft können eindeutig voneinander profitieren, das sieht Victoria Vesna immer wieder, wenn sie über ihre StudentInnen und deren interdisziplinären Projekte spricht. Im Interview gibt sie außerdem einen ersten Vorgeschmack auf das Thema der Campus-Ausstellung: „Feminist Climate Change“.

Sie haben das UCLA Art|Sci Center im Jahr 2005 gegründet – wie kam es eigentlich dazu?

Victoria Vesna: Im Jahr 2000 kam ich von der University of California, Santa Barbara (UCSB), zur UCLA in Los Angeles, um den Vorsitz des Instituts für Design zu übernehmen und es neu zu gestalten. In den darauf folgenden fünf Jahren arbeitete ich unermüdlich daran, “Design | Media Arts” voranzutreiben – eine der ersten Anstrengungen war es, die „Medienkunst“ als Begriff in den Namen des Instituts zu bekommen. Das war gar nicht so einfach, wie man vielleicht glauben könnte, aber in der akademischen Welt wurde dies sehr schnell zu einem politischen Thema! Nach einem jahrelangen Kampf haben wir es aber dann geschafft, den Namen zu ändern. Ich habe ein äußerst brillantes Team zusammenstellen können, habe den Lehrplan ausgearbeitet und dann ging es schließlich los – der Zeitpunkt war perfekt! Es war genau die Zeit zu der sich Medienkunst als eigenes Feld auf der ganzen Welt etablierte. Wir alle, die diese Programme zusammengestellt haben, haben uns das Wissen selbst angeeignet – eine Vorgehensweise, die eigentlich sehr neu ist in der Kunstvermittlung. In der Tat gibt es in der Kunstwelt immer noch Leute, die Medien und interaktive Kunst nicht als Kunstform akzeptieren. Nehmen wir zum Beispiel nur die Biennale in Venedig: Ich liebe es, sie zu besuchen – und ich habe selbst vor Jahren schon einmal daran teilgenommen – aber ich bin immer wieder überrascht, wie wenig Medienkunst hier einbezogen wird.

Genesis

Genesis by Naoko Tosa, Credit: UCLA

Wie auch immer, das war die Zeit, nicht nur ein Institut aufzubauen, sondern auch das Gebäude selbst. Die UCLA befand sich mitten in den Renovierungsarbeiten nach dem dramatischen Erdbeben in Northridge. Sich in einem temporären Raum zu befinden, wo alles in Bewegung war, das waren die idealen Startbedingungen dafür, etwas Neues zu schaffen. Und dann, nach fünf intensiven Jahren, wurde das Gebäude schließlich fertiggestellt, die Menschen und der Lehrplan nahmen ihre Plätze ein und ich fühlte, dass damit meine Arbeit getan war.

Obwohl es sehr viel Kraft bedurfte, in die Position der Institutsleitung zu kommen, war ich dann aber nicht mehr interessiert, noch weiter die administrative Karriereleiter hinaufzusteigen. Ich begriff in dieser Zeit, wie das System arbeitete, lernte dessen Grenzen kennen und ich wollte dies nicht endlos fortsetzen – mich reizte etwas Neues. Also habe ich mich damals an Dean gewandt, Daniel Neuman. Er legte mir nahe, meine Funktion doch nicht zurückzulegen, vor allem auch, weil fast das ganze Team viel zu kurz mit dabei war, um mit dieser Änderung umgehen zu können. Ich wusste nicht, was ich tun oder wie ich reagieren sollte, da ich wirklich das Gefühl hatte, mit meiner Aufgabe fertig gewesen zu sein. Als er mich dann fragte, was ich denn gerne tun würde, nachdem ich zurückgetreten bin, antwortete ich ohne zu zögern: „Ich möchte ein Zentrum für Kunst und Wissenschaft aufbauen, mit genug Raum auf beiden Seiten des Campus, im Nord- und auch im Süd-Campus.“ Und er antwortete daraufhin sofort: „Das bekommst du. Aber das kostet dich weitere zwei Jahre als Leiterin des Instituts.“

UCLA

Das Zuhause des Art | Sci center + lab: Das Broad Art Center im Norden, das California NanoSystems Institute im Süden, Credit: UCLA

Als dann das Art | Sci center + lab im Jahr 2005 ins Leben gerufen wurde, bekam ich weder viel Verständnis noch Unterstützung. Ich verstand sehr schnell, dass die Ursache mit dem Problem der zwei Kulturen zu tun hatte. Es war mir nun ganz klar, dass wir zuerst die Kluft zwischen dem Nord- und dem Süd-Campus und die Wahrnehmung dieser künstlichen Trennung – ein Überbleibsel aus dem Industriellen Zeitalter – überwinden mussten. Ich startete die Mission, eine dritte Kultur aufzubauen, und begann mich zwischen dem Nord- und Süd-Campus hin und her zu bewegen, während ich an die globale Ost-West-Verbindung dachte und das Streben nach Vielfalt im Sinn hatte. Das war weder ein leichter noch ein lustiger Start, um ehrlich zu sein. Ich traf auf enormen Widerstand und sogar etwas Feindseligkeit. Aber ich begegnete auch Menschen auf beiden Seiten, die gute Freunde wurden und blieben – wir lieben es, gemeinsam etwas zu unternehmen, ganz egal in welcher Disziplin wir unsere Ausbildung gemacht haben und das war die solide (menschliche) Grundlage, auf die ich aufbauen konnte.

Bird Song Diamond at Times Square New York City

Bird Song Diamond am Times Square New York City, Credit: UCLA

Beim UCLA Art|Sci Center dreht sich alles um die Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft. Wie profitieren beide Seiten voneinander? Und können sie auch voneinander lernen?

Victoria Vesna: Wenn man sich einem Problem von sehr vielen verschiedenen Blickwinkeln annähert, ändert sich auch dessen Wahrnehmung und das Verständnis wächst im Laufe dieses Entdeckungsprozesses. Die allgemeine Idee ist es, ins Unbekannte zu springen – echte KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen leben dafür. Unbekannte Territorien zu erforschen, das ist besonders spannend! Es ist eine Lebenskraft und die geht einher mit den natürlichen Systemen, die uns leiten, voranzukommen. Als Beispiel fällt mir meine Begegnung mit dem Nanowissenschaftler James Gimzewski ein. Er kam gerade von IBM Zürich zurück, wo er unter anderem die Buckyballs, die Buckminsterfullerene-Moleküle, studierte. Parallel dazu studierte ich gerade Buckminster Fuller für mein PhD mit Roy Ascott – den Namensgeber und Entdecker dieses Moleküls (1984). Zuerst war ich ein bisschen eingeschüchtert, aber auch neugierig, mehr über das Molekül und das Rastertunnelmikroskop zu lernen. Aber dann fragte er mich, wer Buckminster Fuller denn sei, und ab diesem Zeitpunkt begannen wir beide voneinander zu lernen und unsere Sichtweisen zu erweitern. Wir arbeiteten zusammen – ich als Künstlerin, James als der Wissenschaftler – mit unserer ersten Arbeit Zero @ Wavefunction.

In den Jahren 2003 und 2004 arbeiteten wir gemeinsam an einer großen Ausstellung am LACMA-Museum namens „NANO“. Sehr viele StudientInnen haben sich daran beteiligt, aber ich möchte zwei davon ganz besonders hervorheben, wie beide von diesem Aufeinandertreffen profitierten: Anne Niemetz war damals ein MFA-Student aus Design Media Arts, die mit mir zusammengearbeitet hat, und Andrew Pelling, ein PhD-Student aus dem Labor von Gimzewski. Sie waren besonders inspiriert von unserer Zusammenarbeit und schufen ihr eigenes großes Werk mit „Dark Side of the Cell“, das war Annes MFA-Projekt. Bis heute arbeiten sie noch zusammen und sind nun beide ProfessorInnen in Neuseeland und Kanada – und für ihre innovative und interdisziplinäre Arbeit sehr bekannt.

Young Generation

Credit: UCLA

Tatsächlich ging es dann mit voller Geschwindigkeit weiter als eine neue Generation an jungen WissenschaftlerInnen Interesse daran fand, an der Form und der Richtung des Centers beitragen zu können – allen voran waren das Siddharth Ramakrishnan (2006-09), Romie Littrell (2008-2012), Christina Agapakis (2012-24), Rita Blaik (2009-2015), Olivia Osborne (2015-heute). Siddharth hat ein PhD in Neurowissenschaft und war Postdoktorant an der UCLA, und hat nun den Jennie M. Caruthers Lehrstuhl in Neurowissenschaften bei Pudget Sound, wo er auch die Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft fördert.  Romie war unzufrieden damit, wie an den PhD in Biotechnologie herangegangen wurde, hat schließlich die LA DIY Bio Group gebildet, aktiv im Center gearbeitet und uns drei Jahre lang bei den Ausstellungen geholfen. Nach seiner Arbeit als Projektleiter und Kurator von Gesundheit und Biotechnologie am Museum für Innovation in San Francisco schloss er sich dem Team der Guerilla Science an. Christina erhielt ihr PhD in Biologie in Harvard und war ebenso Postdoktorantin an der UCLA als sie zum Center kam. Heute ist sie Kreativchefin bei Ginko Bioworks. Rita hat parallel als PhD-Studentin in Materialwissenschaften gearbeitet, war dreimal meine Lehrassistentin bei „Introduction: Art, Science and Technology“, hat wiederholt NanoLab-Sommer-Workshops geleitet und aktiv bei vielen Veranstaltungen teilgenommen. Jetzt ist sie die Bildungskoordinatorin am CNSI. Alle drei hatten Ausstellungen in der Art Sci Gallery und anderen öffentlichen Orten in den USA und weltweit.

Students

NanoLab, Credit: UCLA

Welche Möglichkeiten haben die Studierenden am UCLA Art|Sci Center?

Victoria Vesna: Die Art|Sci Gallery und Labs am California NanoSystems Institut (CNSI – Süd-Campus) und das Art|Sci Studio der School of the Arts & Architecture (Nord Campus) sind beides Räume im fünften Stock – relativ klein, aber es war wichtig, im jeweiligen Campus präsent zu sein und auf einen bunten Mix aus StudentInnen, DozentInnen und MitarbeiterInnen zählen zu können. Dort haben wir Zugang zu einigen der modernsten Labore dank der Unterstützung ehemaliger Direktoren (Dr. Lenny Rome und Paul Weiss) und des derzeitigen Direktors, Dr. Jeff Miller. Unsere StudentInnen haben Zugang zu spannenden Laboren in den Bereichen von Nanotechnologie, Biochemie, Ökologie und Evolutionsbiologie, Neurowissenschaften und Elektrotechnik. Wir stehen in Kooperation mit dem Institut für Gesellschaft und Genetik und beginnen mit dem neu errichteten LENS-Labor (Laboratory for Environmental Narrative Strategies) zusammenarbeiten. Darüber hinaus sind bei uns KünstlerInnen und ForscherInnen zu Gast, die in unseren Programmen mit den StudentInnen in Kontakt kommen und viele Workshops und Symposien organisieren. Ich lade die StudentInnen immer ein, entweder direkt teilzunehmen oder den Schaffensprozess dieser komplexen Gemeinschaftsarbeiten zu beobachten, mit denen ich zu tun habe. Die Idee dahinter ist, all die Möglichkeiten aufzuzeigen und damit den StudentInnen die notwendigen Fähigkeiten zu geben, damit sie ihre eigene Richtung finden durch all die spannenden Ressourcen, die das UCLA zu bieten hat.

NanoLab

NanoLab, Credit: UCLA

Mit welchen Themen beschäftigen sich die StudentInnen derzeit am UCLA Art|Sci center?

Victoria Vesna: Das UCLA Art Sci ist ein Forschungszentrum, das sich auf die Kompetenz einer Fakultät stützt und keine Lehreinheit. Die School oft he Arts and Architecture beherbergt das Design Media Arts Institut, das eine Lehreinheit ist. Innerhalb dieser Fakultät befindet sich ein Software-Studio, geführt von Casey Reas, ein Game Lab, geleitet von Eddo Stern, und ein Scope Lab, unter der Leitung von Lauren McCarthy und Miriam Posner. Die StudentInnen werden ermutigt und eingeladen, auf freiwilliger Basis an unseren Aktivitäten teilzunehmen und meine Klassen profitieren sehr von den Symposien, Vorlesungen und Ausstellungen, die wir durchführen. Seit dem Beginn des Center entwickle ich eine Online General Education Class (GE) – „Introduction to Art, Science & Technology“ interessiert sehr viele StudentInnen von allen Disziplinen, die man sich nur vorstellen kann. Ein Teil ihrer Klassenarbeit ist es, nicht nur die Veranstaltungen zu besuchen, sondern auch durch Erfahrung all diese Dinge kennen zu lernen, die am Campus und in Los Angeles Kunst und Wissenschaft verbinden. Dies wird nun für alle an dieser Universität angeboten und es ist schön zu sehen, dass StudentInnen ihre Aktivitäten auf dem Campus teilen, wenn sich eine Verbindung von Kunst und Wissenschaft ergibt. Ich unterrichte auch eine Ehrenklasse, Biotech & Art, die vor allem von WissenschaftsstudentInnen besucht wird. Eines Tages – und es ist nicht so leicht, wie man vielleicht glaubt – wird es mir möglich sein, eine Klasse zu schaffen, die alle diese StudentInnen miteinander verbindet. Leider machen es die veralteten Bildungssysteme immer noch sehr schwer, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf!

UCLA Workshop

Credit: UCLA

Meine ganze Konzentration liegt darauf, die StudentInnen zusammenzubringen, damit sie ihre Ideen austauschen können und gemeinsam an etwas arbeiten können bevor sie in zu stark voneinander unterschiedlichen Instituten aufgeteilt werden. Hier ging ich auch einen Schritt weiter und entwickelte ein Programm für High-School-SchülerInnen, die sich für Wissenschaft interessieren und sich darin vertiefen möchten, aber ihre Kunst oder Musik nicht aufgeben möchten. Dieses Jahr feiern wir 10 Jahre NanoLab und ich habe mir ausgerechnet, dass seitdem etwa 600 StudentInnen in den akademischen Bereich gewechselt sind – viele in die Wissenschaften, ohne einer binären Sicht zweier Welten. Wir machen gerade eine Umfrage, um zu sehen, wohin sie nach dieser Erfahrung gegangen sind und es ist sehr inspirierend, ihre Antworten zu bekommen! Zum Beispiel hat ein ehemaliger Student begonnen, für Space-X zu arbeiten, ein anderer gründet gerade seine eigene Nanocience-Firma in Silicon Valley!

„Derzeit erforschen die StudentInnen vor allem Bereiche wie Nanotechnologie, Biotechnologie, Neurowissenschaften und es gibt ein immer stärker werdendes Interesse an Mikrobiome – und all diese Bereiche stehen stets in Verbindung mit größeren Themen der Umwelt und des Menschen.“

Foraging Workshop with Iain Kerr of SPURSE

Foraging Workshop mit Iain Kerr von SPURSE, Credit: UCLA

Zu guter Letzt: Was werden Sie uns bei der Campus-Ausstellung im September zeigen?

Victoria Vesna: Ich habe mich dafür entschieden, bei der Campus-Ausstellung zwei wichtige Themen anzusprechen: Einerseits die lokale Thematik, mit der Ars Electronica in Bezug zu den ausstellenden Künstlerinnen steht, und die globale Thematik des Klimawandels. Zu diesem Zweck habe ich meine wissenschaftliche Mitarbeiterin Hsinyu Lin mit ins Boot geholt – sie ist MFA-Alumni des Instituts für Design Media Arts und Mitbegründerin von voidLab – ein feministisches Kollektiv für Frauen. Unser Fokus am Art Sci Center lag von Beginn an bei Umweltfragen und voidLab konzentriert sich auf den Ausbau des Dialogs in feministischen Themen – wir haben uns zusammengeschlossen und einige Leute von Design Media Arts, voidLab und ArtSci ermutigt, daran teilzunehmen. Der Titel der Ausstellung ist „FEMINIST CLIMATE CHANGE: Beyond the Binary“.

Das Ziel ist es, einen anderen Blickwinkel zu präsentieren und ein Zeichen zu setzen, dass ernstgemeinter Umweltschutz von sich aus Feminismus ist. In anderen Worten: Wenn dir die Umwelt wirklich am Herzen liegt – egal ob du männlich, weiblich oder dazwischen bist – dann wirst du automatisch auch respektvoll zu Frauen sein. Das erklärt, warum es so viele Frauen in der Biologie gibt und man sich über Physik und Technik wundert – kann es sein, dass sie irgendwie wenig mit den natürlichen Systemen zu tun haben?

„Alles dreht sich in der Natur um Gleichgewicht und Vielfalt. Im Gegenzug ist alles, das in unserer Gesellschaft und in der Umwelt geschieht, eine direkte Reflektion unserer Welt, die aus dem Gleichgewicht gekommen ist. Wenn es eine Gruppe an Männern gibt, die über das Recht des Körpers der Frau bestimmen, ist das sofort ein Zeichen dafür, dass sie gleichermaßen rücksichtslos gegenüber der Erde ist, auf der wir alle leben.“

Ich glaube daran, dass wir inmitten des Klimawandels mit vielen Ebenen zu tun haben und der Titel dieser Ausstellung ist bewusst provokativ. Die Wissenschaften haben eindeutig auf die Gefahr fossiler Treibstoffe hingewiesen, aber all das ist so tief mit dem System verknüpft, das all das unterstützt. Wir werden nicht in Blasen überleben. Wir müssen uns wegbewegen vom industriellen Zeitalter, von der Trennung der Wissenschaften von den Künsten und Geisteswissenschaften, zusammen mit den reduktionistischen Methoden, die immer weniger in einer immer mehr komplexer gewordenen Welt funktionieren.

Also, neben der Einladung von MFA-Alumnis aus dem Design Media Arts Programm, haben wir MitgliederInnen von voidLab, Game lab und Scope labs und einige von den bemerkenswertesten Art-Sci-Alumnis, die die neue Generation an WissenschaftlerInnen repräsentieren, die genau diese alten Muster brechen. Ich freue mich riesig über die Ausstellung, die wir gerade zusammenstellen, und hoffe damit auch, KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, HumanistInnen und TechnologInnen – und vor allem auch die Öffentlichkeit – anzusprechen, die beim Ars Electronica Festival 2017 mit dabei sein werden!

Victoria VesnaVictoria Vesna (US), Ph.D., ist Künstlerin und Professorin am Department of Design|Media Arts an der UCLA sowie Leiterin des Art|Sci Center an der School of the Arts sowie des California NanoSystems Institute (CNSI). Sie promovierte 2000 an der University of Wales. In ihren Installationen untersucht sie, wie Kommunikationstechnologien das Kollektivverhalten beeinflussen und ob sich die Identitätsauffassung in Zusammenhang mit wissenschaftlichem Fortschritt verändert. Sie unterhielt im Rahmen ihrer Projekte langfristige Kooperationen mit Komponisten, Nanowissenschaftlern, Neurowissenschaftlern, Evolutionsbiologen und vermittelt die dabei gewonnenen Erfahrungen ihren Studenten. Vesna ist Herausgeberin der Zeitschrift AI & Society und publizierte die Sammelbände Database Aesthetics: Art in the Age of Information Overflow (2007) sowie Context Providers: Conditions of Meaning in Media Arts (2011).

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