STARTS Prize 2017: Innovative Projekte, die Disziplinen überschreiten

Komplexe Fragestellungen erfordern Know-how aus unterschiedlichen Feldern, Kulturen und Perspektiven – und genau darum drehen sich die Projekte, die beim STARTS Prize 2017 der Europäischen Kommission ausgezeichnet wurden. Kommentiert von den Statements der Jury stellen wir Ihnen hier die besten Projekte des Jahres näher vor. Viele davon werden in einer eigenen Ausstellung beim Ars Electronica Festival in Linz zu sehen sein.

STARTS Prize 2017 Projects

Von 7. bis 11. September 2017 können Sie sich im Rahmen des Ars Electronica Festival 2017 in der STARTS-Prize-Ausstellung in der POSTCITY Linz selbst ein Bild von aktuellen und innovativen Projekten an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst machen. Die international besetzte Jury des STARTS Prize der Europäischen Kommission – mit Bradly Dunn Klerks (General Director Iris van Herpen), Chiaki Hayashi (Japan Lisaison MIT Media Lab), Sophie Lamparter (swissnex San Francisco), Alexander Mankowsky (Daimler), Rikke Frisk (Indigeb), Shuzo John Shiota (Polygon Pictures) und Victoria Vesna (UCLA) – hat dazu aus 2.977 Einreichungen aus 97 Ländern die besten Projekte des heurigen Jahres ausgewählt.

startsjury

Die STARTS-Prize Jury 2017 (v.l.n.r.): Shuzo John Shiota (Polygon Pictures), Bradly Dunn Klerks (General Director Iris van Herpen), Chiaki Hayashi (Japan Lisaison MIT Media Lab), Victoria Vesna (UCLA), Sophie Lamparter (swissnex San Francisco), Rikke Frisk (Indigeb), Alexander Mankowsky (Daimler). Credit: Ars Electronica / Martin Hieslmair

„Mit den beiden Hauptpreisen und den Anerkennungen verfügen wir über ein Instrument, um künstlerische Beiträge und herausragende Beispiele einer für beide Seiten nutzbringenden Zusammenarbeit zwischen KünstlerInnen, ForscherInnen und TechnologInnen aufzuzeigen und Projekte hervorzuheben, die es Technologie und Forschung ermöglichen, die trennenden Grenzen zwischen den Disziplinen zu überschreiten. Wir haben Projekte ausgezeichnet und gewürdigt, die die Bedeutung von Interdisziplinarität und unterschiedlicher Formen der Zusammenarbeit nachweisen und dabei nicht nur inspirierend, sondern auch modellhaft für Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen sind und von diesen übernommen werden können.“, so das einleitende Statement der Jury, das auf starts-prize.aec.at in voller länger nachgelesen werden kann. Aber nun zu den GewinnerInnenprojekten des Jahres 2017:

I'm Humanity

Credit: MIRAI records, foto: MIRAI seisaku

Grand Prize – Artistic Exploration: l’m Humanity von Etsuko Yakushimaru

Jury Statement: Etsuko Yakushimaru steht beispielhaft für eine neue Generation junger KünstlerInnen, die sich frei zwischen den Welten der Kunst, der Popkultur, der Performance, der Wissenschaft und der Technologie bewegt. Zu ihren künstlerischen Ausdrucksformen zählen Zeichnung, Installations- und Medienkunst, Poesie und Rezitation. Sie arbeitet mit zahlreichen renommierten MusikerInnen zusammen und ist Sängerin der 2006 gegründeten Rockband Soutaiseiriron (Relativitätstheorie), für die sie auch Illustrationen anfertigt, sowie Mitglied der Elektropop-Formation Tutu Helvetica.

Mit ihrem Song „I’m Humanity“ beschreitet Yakushimaru völlig neue Wege, wie Musik übertragen, aufgezeichnet, variiert und verbreitet werden kann. Wir haben es hier mit Popmusik zu tun, die mithilfe der Nukleinsäuresequenz des Synechococcus, einer Gattung der Blaualgen, die es lange in der Präfektur Ibaraki gab, komponiert wurde. Die Künstlerin geht von der Vorstellung aus, dass die Musik in diesem Mikroorganismus, selbst wenn die Menschheit aussterben sollte, von der Spezies, die sie ersetzen wird, mithilfe von Translatationsmethoden, die unsere jetzige Vorstellungskraft sprengen, dekodiert werden kann.

Professor Satoshi Hanada von der Metropolischen Universität Tokio stellte sein Labor zur Verfügung, um die Kultivierung genetisch modifizierter Mikroorganismen zu ermöglichen. Die genetischen Codes (276 Nukleotide) wurden mithilfe eines DNA-Synthesizers automatisiert hergestellt und in einen Vektor mit der Bezeichnung pSyn_1 eingefügt. Die in das eingefügte DNA-Fragment kodierten Musikakkorde wurden mittels homologer Rekombination in das Genom einer Wirtszelle integriert (ein Cyanobakterium, Synechococcus elongatus PCC 7942). Die Musikakkorde im Synechococcus-Genom können im Zuge der Zellteilung endlos reproduziert werden und werden von uns – mit gelegentlich auftretenden Mutationen –kontinuierlich an eine posthumane Spezies weitergegeben.

Seit den jüngsten Entwicklungen in der Biotechnologie sind KünstlerInnen fasziniert von der Möglichkeit der genetischen Veränderung und es gibt mittlerweile viele Projekte, bei denen Algen in Petrischalen verwendet werden oder in unterschiedlicher Form mit genetischer Veränderung gearbeitet wird. Das weite Feld der Biokunst boomt. Auch wenn bereits KünstlerInnen wie die Band OK Go in Zusammenarbeit mit dem Biochemiker Dr. Sri Kosuri oder Charlotte Jarvis in Kooperation mit dem Wissenschaftler Sr. Nick Goldman mit dem Kodieren von Musik in DNA experimentierten, gelang Yakushimaru nach Auffassung der Jury insofern ein Durchbruch, als sie diese Technik dem breiten Publikum der Popwelt näherbrachte. Darüber hinaus unternahm sie gezielt Bemühungen, um mit WissenschaftlerInnen bedeutender Institutionen wie des National Institute of Technology and Evaluation (NITE) und der Metropolischen Universität Tokio zusammenarbeiten zu können.

Die Idee, mit Genen als Medium zu arbeiten, wird hier über DIY-Labs und die elitären Publikumsschichten für experimentelle Kunst hinaus in etablierte Bereiche wie Popkultur und wissenschaftliche Institutionen hineingetragen. Dies verdeutlicht die Fähigkeit einer unvergleichlichen Künstlerin, Brücken zu schlagen, die Grenzen zwischen den Disziplinen zu überschreiten, neue Möglichkeiten zu eröffnen und den Einfluss der wissenschaftlichen Forschung auf das tägliche Leben zu erkennen. Die Jury hofft, dass durch das breite Publikum, das die Künstlerin erreicht, das aufstrebende Feld der Biokunst, an Akzeptanz gewinnt und mehr KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen an visionären Projekten zusammenarbeiten, die ungewöhnliche Wege beschreiten und auf diese Weise möglicherweise bahnbrechende Innovationen in Kunst und Wissenschaft hervorbringen.

Rock Print

Credit: Gramazio Kohler Research

Grand Prize – Innovative Collaboration: Rock Print von Gramazio Kohler Research, ETH Zürich hat, und Self-Assembly Lab, MIT

Jury Statement: Rock Print präsentiert ein „granulares 3D-Druckverfahren“ für Objekte in großem Maßstab, bei dem die selbstaggregierenden Eigenschaften des Materials genutzt werden. Dieses visionäre Forschungsprojekt entstand in Zusammenarbeit von Gramazio Kohler Research, der ETH Zürich und dem Self-Assembly Lab am MIT.

Die Jury zeigte sich beeindruckt, wie die Teams innovative Technologien wie Robotik, 3-D-Druck und Selbstassemblierung kombinierten, um neue Ansätze in der architektonischen Konstruktion zu entwickeln. Diese Technik ist, was Form und Konzept anbelangt, von großer minimalistischer Eleganz und wird dem Publikum in situ im öffentlichen Raum und im Labor präsentiert. Die Teams verwendeten granulare Materie und eine Schnur und nutzten das physikalische Phänomen des Jammings, um in großen Maßstab das Konzept der Selbstorganisation zu demonstrieren, das auch in Formen der Natur zu finden ist. Im Fokus stehen generative digitale Fertigungstechniken, wie sie für die Produktion nicht-standardisierter architektonischer Komponenten verwendet werden; das Ziel dabei ist, Kriterien für eine neue Konstruktionslogik zu entwickeln, die sich auf Architektur anwenden lässt.

Rock Print wird mithilfe eines Roboters aus granularer Materie minderer Qualität hergestellt und eröffnet eine neue Kategorie regellos gepackter, zur Gänze rückbaubarer, polydisperser Strukturen, die durch ein „Jamming“ genanntes Verfahren des Zusammenpressens automatisch zu nicht standardisierten Formen verfestigt werden können. Wir haben die Möglichkeit, die Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit aggregierter Materialien, eine strukturell aktive Selbstverzahnung, ein differenziertes Strukturverhalten, das geometrische Flexibilität und Gliederung zeigt, in Aktion zu beobachten. Das präsentierte Objekt wirkt zunächst wie eine Skulptur, sieht man sich das Verfahren genauer an, wird jedoch klar, dass die elegante Form größeres Potenzial für das Feld der Architektur hat.

Die Gruppe entwickelte dieses Projekt, um Methoden und Techniken für das Design und das robotergestützte Aggregieren von Baumaterial minderer Qualität zu selbsttragenden architektonischen Konstruktionen zu erforschen, die zur Gänze recycelbar und mit hoher geometrischer Flexibilität und minimalem Materialverlust rekonfigurierbar sind. Vorstellbar sind etwa neu konfigurierte architektonische Konstruktionen, die bei Bedarf aufgebaut und wieder in das Ausgangsmaterial zurückverwandelt werden können, die mobil sind und in die Form gebracht werden können, die am nächsten Standort benötigt wird.

Der vermehrte Einsatz von Robotik sorgt für einen grundlegenden Wandel der Bauindustrie und der Bautechniken und eine zunehmende Automatisierung sowohl in als auch ex situ. Dies impliziert weitreichende Veränderungen, ja sogar den Verzicht auf manuelle Arbeit, was viele Fragen für die Zukunft des Bauens – in großem wie in kleinem Maßstab – aufwirft. Dieses Projekt zeigt nicht nur das Potenzial zukünftiger Konstruktionsweisen auf, sondern thematisiert auch Problemfelder, denen man sich einfacher annähern kann, wenn man sieht, wie funktionelle und ästhetische Qualitäten Architektur bis hinab zur Ebene des Materials „inspirieren“ und beeinflussen.

3arabizi

Credit: Hadeer Omar

Honorary Mention: 3arabizi Keyboard von Hadeer Omar

Jury Statement: Obwohl dieses Projekt noch in der Konzeptionsphase ist, überzeugte es die Jury durch seine außergewöhnliche Botschaft, dass Technologie dazu beitragen kann, Diversität und ethnische Integrität zu fördern. Statt eine einheitliche globale Norm zu unterstützen, ruft es in Erinnerung, wie wichtig es ist, zu beobachten, auf welche Weise Menschen sich in ihrer Umgebung austauschen und Dienste entwickeln, die Differenzen in Regionen, Ländern und Kulturen zulassen. Die Weiterentwicklung solcher Ideen, die Achtung und Anerkennung von Diversität fördern, käme vielen zugute und eröffnet gleichzeitig Möglichkeiten für neue hybride Kommunikationssysteme.

Honorary Mention: Blink: Humanising Autonomy von Adam Bernstein, Raunaq Bose, Leslie Nooteboom, Maya Pindeus

Jury Statement: Autonome Fahrzeuge, Drohnen und andere bewegliche Dinge werden im kommenden Jahrzehnt zunehmend den öffentlichen Raum erobern. Derzeit wird die Öffentlichkeit vor allem über die technischen Fortschritte dieser Entwicklungen informiert, wie sie in unsere (menschliche) Zusammenarbeit mit anderen integriert werden sollen, wird jedoch selten thematisiert. Mit BLINK stellen vier StudentInnen ein Kommunikationsgerät vor, das die Entwicklung einer Sprache für autonome Fahrzeuge vorantreibt. Das System kommuniziert die Intention des Fahrzeugs, während es Fußgängern gleichzeitig ermöglicht, Einfluss auf dessen Entscheidungen zu nehmen. Es war der Jury ein Anliegen, diese neue Herangehensweise an intuitive Interaktion mit autonomen mobilen Maschinen zu fördern.

[IGNIS AER AQUA TERRA]

Credit: SHOJI FUJII

Honorary Mention: [IGNIS AER AQUA TERRA] von Yuima Nakazato

Jury Statement: Der Titel dieses langfristigen Projekts des Modedesigners Yuima Nakazato ist auf die lateinische Bezeichnung der vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde zurückzuführen. Nakazato ist geleitet von der Vision, dass Kleidung als individuelle Erweiterung der Persönlichkeit und körperlicher Attribute betrachtet und getragen werden soll. Die Jury würdigte die Tragweite der Idee, dass Kleider nicht genäht werden müssen, sondern aus Tausenden Komponenten oder Einheiten kreiert werden. Dieser Fertigungstrend ist in vielen Bereichen der Gesellschaft und der technologischen Entwicklung zu beobachten, dass er auch in Hinblick auf individuelle Ausdrucksformen verhandelt wird, ist ein wesentlicher Beitrag zu neuen Vorstellungen von der Modeindustrie der Zukunft.

Library of Ourselves

Credit: BeAnotherLab

Honorary Mention: Library of Ourselves von BeAnotherLab

Jury Statement: Die Jury kam zu dem Schluss, dass es dem Team von BeAnotherLab gelang, die Virtual-Reality-Technologie buchstäblich als Empathie-Maschine einzusetzen, indem ermöglicht wird, in den Körper einer anderen Person zu schlüpfen und die Welt durch ihre zu Augen sehen. Mit der Veränderung von Geschlecht, Alter, Rasse oder Herkunft verändern sich auch die Perspektive und der Blick auf die anderen und auf uns selbst. Diese künstlerisch ausgerichteten Experimente, die in enger Zusammenarbeit mit mehreren Universitäten entstanden, untersuchen Embodiment und Empathie und beeinflussen Forschungsfelder in Bereichen wie Wahrnehmung, Psychologie, Neurowissenschaft und soziale Beziehungen.

Honorary Mention: Mimus: Coming face-to-face with our companion species von Madeline Gannon

Jury Statement: Autodesk-Lösungen haben eine führende Rolle in der kooperativen Projektabwicklung der Industrie mit KünstlerInnen und DesignerInnen eingenommen. Informationen über die neuesten Technologien wie künstliche Intelligenz und Robotik werden im Allgemeinen streng vertraulich behandelt, die Jury honoriert die Intention des Projekts, dass es für Technologieunternehmen sehr wichtig ist, offene Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln, etwa Residency-Programme anzubieten und Innovationsimpulse von „antidisziplinären“ Gruppen anzunehmen.

nonvisual-art

Credit: Ars Electronica / Martin Hieslmair

Honorary Mention: nonvisual-art von Lisa Buttinger

Jury Statement: Man kann nie wissen, woher die nächste bahnbrechende Idee kommt. Was wird den nächsten künstlerischen Trend auslösen? Und wo könnte dieser hinführen? Als der STARTS-PRIZE-Jury das Projekt nonvisual-art von der Wettbewerbskategorie „U19 – Create Your World“ vorgelegt wurde, war man war sich sofort einig, dass es einen Anerkennungspreis verdient. Es überzeugt durch Wissbegier und Forschungsdrang, die handgefertigte Ästhetik zeugt zugleich von akribischer Feinarbeit und spielerischer Offenheit. Lisa schuf nicht nur zauberhafte Bilder, sondern erfand auch ein neues Medium aus alltäglichen Materialien. Sie entwickelte mit ihrem theoretischen Kenntnissen aus den Naturwissenschaften ein künstlerisches Werkzeug, um neuartige Bilder von fast magischer Schönheit zu schaffen. Dieses Projekt ist ein wirklich gutes Beispiel dafür, wie künstlerische Forschung neue Ausdrucksformen, neue innovative Tools hervorbringen kann. Diese werden uns hier von einer sehr jungen Künstlerin vorgestellt, der es durch entsprechende Unterstützung ermöglicht wurde, ihrer Neugier nachzugehen und ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entwickeln.

Honorary Mention: Out of Exile von Nonny de la Peña, Emblematic Group

Jury Statement: Nonny del la Peña ist vielen als „Patin der virtuellen Realität“ bekannt. Fasziniert von neuen Möglichkeiten des Geschichtenerzählens und des immersiven Journalismus, experimentierte sie – lange vor dem derzeitigen Hype – am Creative Technology Lab der UCLA mit Virtual Reality. Ihr Ansatz war nicht nur Inspiration für den ersten Oculus-Prototypen, sondern auch für viele andere Technologie- und Medienunternehmen sowie JournalistInnen. Die Jurymitglieder waren sich einig, dass sie die Fähigkeit hat, das Potenzial der virtuellen Realität auf außergewöhnliche Weise zu nutzen, um Menschen in Geschichten und Situationen hineinzuziehen und Empathie zu fördern sowie das Bewusstsein für die realen Probleme der Welt zu schärfen.

RIAT

Credit: RIAT CC-BY

Honorary Mention: RIAT – Research Institute for Arts and Technology von Research Institute for Arts and Technology

Jury Statement: Das RIAT – Research Institute for Arts & Technology in Wien fungiert als Plattform für eine Gegenbewegung, indem es neue Räume außerhalb von Akademien und des etablierten Galeriesystems schafft. Die RIAT-Aktivisten zögern nicht, die schwierigsten und beunruhigendsten Probleme der heutigen Gesellschaft in Angriff zu nehmen, etwa indem sie Kryptowährungen entwickeln, um die Welt zu verändern. Weiters haben sie das Journal for Research Cultures initiiert, um der globalen ForscherInnen-Community und Interessierten ihre Ideen und Erfahrungen kommunizieren zu können. Weitere Aktivitäten der Plattform sind der Ausstellungsort Artistic Bokeh im Museumsquartier in Wien und das Coded Cultures Festival for fringe research and experimental arts. RIAT zeigt erfolgreich, wie durch die Verbindung von Kunst und Technologie eine Dachstruktur für unkonventionelles, ja revolutionäres Denken entstehen kann.

Sentient Veil

Credit: ©PBAI

Honorary Mention: Sentient Veil von Philip Beesley

Jury Statement: Philip Beesley gelang es, Schichten von „Cellular Textiles“, d.h. Textilien, die aus ineinandergreifenden Zellen bestehen, und eine Vielzahl von LEDs und Glasgefäßen, die farbig schimmernde chemische Fotozellen enthalten, zu kombinieren und ein Objekt von exemplarischer Schönheit zu schaffen. Betrachtet man diese Arbeit, meint man durch einen uralten verträumten Wald zu streifen und von diesem atmenden, knarzenden und knacksenden Dickicht auch wahrgenommen zu werden. Die Jury würdigte die Kombination aus komplexer Technologie und ausdrucksstarker, eleganter Ästhetik; eine zum Nachdenken anregende Installation, die uns einlädt, die universalen Bedingungen des Seins zu reflektieren.

Treelab

Credit: Marcus Maeder

Honorary Mention: Treelab von Marcus Maeder, Roman Zweifel

Jury Statement: Die Jury überzeugte die unübliche Zusammenarbeit zwischen einem Forstexperten und einem Computermusiker und Klangkünstler, denen es mit ihrem Projekt gelang, den bislang unhörbaren „Gesang der Bäume“ wahrnehmbar zu machen. Durch winzige Mikrofone, die unter der Rinde der Bäume angebracht wurden, werden Erkenntnisse über physiologischen Vorgänge und das Ökosystem des Waldes gewonnen. Aus der Kooperation der beiden resultierte ein gemeinsames Forschungsprojekt, das eine komplexen Umweltdatensammlung und eine Sonifizierung von Daten umfasst. Die Klangmodelle dienen als Instrument, um Muster zu analysieren, Verbindungen zu verstehen und neue Forschungsbereiche sowohl für KünstlerInnen als auch für WissenschaftlerInnen zu erschließen. Die Schönheit der Installation erleichtert dem Publikum darüber hinaus, neue Erfahrungen zu machen und Einsichten zu gewinnen.

Weitere Infos zu den beiden GewinnerInnenprojekten, den Honorary Mentions und den weiteren Nominierungen finden Sie auf starts-prize.aec.at!

Join the discussion

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.