ZusammenKommenLab: Innovative Integrationsprojekte und mehr

Netzwerken, Kennenlernen und Austauschen, genau darum geht es beim ZusammenKommenLab am Ars Electronica Festival 2017. An allen fünf Festivaltagen zeigt ZusammenHelfen in Oberösterreich, die Anlaufstelle rund um Hilfsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen, hier Projekte von, mit und für MigrantInnen und geflüchtete Menschen.

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Credit: Land OÖ

ZusammenHelfen in Oberösterreich, die Anlaufstelle rund um Hilfsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen, veranstaltet nicht nur die große HelferInnenkonferenz am Ars Electronica Festival 2017, sondern auch das ZusammenKommenLab. Hier werden innovative Projekte, Workshops und Open Labs, die sich rund um freiwilliges Engagement, Asyl und Migration drehen, vorgestellt. Das Programm ist abwechslungsreich: Von Kochkursen über eine Fotobox bis hin zum innovativen Sprachtool findet man hier alles. Am Tag der HelferInnenkonferenz, 9. September 2017,  gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit, viele der Vortragenden im ZusammenKommenLab persönlich zu treffen und sich auszutauschen.

In einem vorherigen Interview haben wir schon alles über die HelferInnenkonferenz erfahren – dieses Mal erzählt uns Melanie Jungwirth von ZusammenHelfen in Oberösterreich mehr über das Programm des ZusammenKommenLabs.

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Melanie Jungwirth. Credit: Vanessa Graf

Was erwartet die BesucherInnen beim diesjährigen ZusammenKommenLab?

Melanie Jungwirth: Letztes Jahr gab es ein relativ einheitliches Programm an allen fünf Festivaltagen, das wird dieses Jahr anders. Das ZusammenKommenLab befindet sich am Festival im CREATE YOUR WORLD Bereich, der heuer unter dem Thema „Perspektiven“ steht. Passend dazu haben wir uns ein vielfältiges, buntes Programm ausgedacht, bei dem sehr viele verschiedene Perspektiven gezeigt werden. Unterschiedliche Projekte bieten Perspektivenwechsel an. Im ZusammenKommenLab kann man einfach wirklich zusammenkommen, der Austausch unter den Helfern und Helferinnen, Asylwerbern und Asylwerberinnen sowie allen Interessierten wird gefördert.

Es kommen also Flüchtlingsprojekte und –Initiativen, stellen sich vor und bieten eine Austauschmöglichkeit?

Melanie Jungwirth: Ja, genauso wie MigrantInnenprojekte und Projekte für ein gutes Miteinander. Am Tag der HelferInnenkonferenz bieten wir dieses Jahr außerdem an, dass man mit vielen der Vortragenden in Kontakt kommen kann. Man hat hier also wirklich Zeit dafür, wenn man sich für einen Vortrag bei der Konferenz besonders interessiert hat, mit den Vortragenden noch einmal zu reden und mehr herauszufinden.

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Credit: Tom Mesic

Was sind deine persönlichen Highlights des ZusammenKommenLabs?

Melanie Jungwirth: Eines der Highlights wird zum Beispiel von Jaapo, einem Verein von und für schwarze Frauen, organisiert. Gemeinsam mit ENGAGIERT.INTEGRIERT, einem Projekt, das interkulturelle Freiwilligenarbeit fördert, wird es beim ZusammenKommenLab eine Station gehen, wo gemeinsam genäht wird. Es werden Turbane gebunden und man kann sich außerdem Kleidung aus den unterschiedlichsten Ländern ansehen. Und es wird im Zuge dessen am 7. und 8. September auch eine Fotobox geben, die etwas mit Perspektivenwechseln zu tun hat. Jeder und jede ist hier herzlich eingeladen, vorbeizukommen, sich über andere Kulturen auszutauschen und seine Perspektiven einzubringen.

Wir freuen uns auch besonders, dass für den Tag der Konferenz viele Vortragende zugesagt haben, länger zu bleiben und für Fragen zur Verfügung zu stehen. Kenan Güngör, ein sehr bekannter Integrationsexperte, ist zum Beispiel einer davon. Auch die Kattunfabrik und WOHNEN MIT ASYL, zwei ganz tolle Projekte für Flüchtlinge, werden nach ihren Vorträgen im ZusammenKommenLab Fragen beantworten und für eine Vernetzung zur Verfügung stehen. uugot.it, ein Start-Up-Unternehmen, das es ermöglicht, via Fernsehen und Handy eine Sprache zu lernen, sind sogar an allen fünf Festivaltagen vor Ort.

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Credit: Über den Tellerrand Community Linz

An den letzten zwei Tagen, am Sonntag und Montag, wird die Linzer Initiative Über den Tellerrand im ZusammenKommenLab kochen. Am Sonntag kommt dUNDu, ein Projekt der Volkshilfe Oberösterreich, die für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ein Erzählcafé veranstaltet. Am Montag wird resp@ct im ZusammenKommenLab sein, ein Projekt von pro mente OÖ, die in verschiedenen Werkstätten Kurse und Beschäftigungen für Jugendliche und junge Erwachsene anbieten.

Ein weiteres Highlight ist auf jeden Fall auch, dass am Tag der HelferInnenkonferenz, am 9. September, die Psychologin und Psychotherapeutin Nadja Kasapi-Nawar für die Freiwilligen zur Verfügung stehen wird. Man kann hier also auch ein Beratungsangebot in Anspruch nehmen

Über den Tellerrand war auch schon letztes Jahr am Ars Electronica Festival – worum geht es hier?

Melanie Jungwirth: Über den Tellerrand gibt es in ganz Österreich und Deutschland. In Linz hat es Beate Adam ins Leben gerufen. Sie kocht mit Asylwerbern und Asylwerberinnen, mittlerweile sogar auch für Caterings bei ganz großen Veranstaltungen. Bei der HelferInnenkonferenz wird Über den Tellerrand dieses Mal auch für das kulinarische Wohl sorgen, mit Gerichten aus den jeweiligen Herkunftsländern. Beim ZusammenKommenLab sind die Festivalbesucher und -Besucherinnen schließlich eingeladen, mit zu kochen, etwas Neues auszuprobieren und mitzureden.

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Credit: Tom Mesic

Die HelferInnenkonferenz richtet sich speziell an freiwillige oder hauptamtliche Engagierte in der Flüchtlingshilfe. Ist das beim ZusammenKommenLab genauso?

Melanie Jungwirth: Nein, das ZusammenKommenLab richtet sich wirklich an alle. Nachdem es wie gesagt stark um Perspektivenwechsel geht und am Festival sicher auch viele Österreicher und Österreicherinnen sein werden, dreht sich viel darum, mehr voneinander zu erfahren. Man kann sich also einfach einmal anschauen, wie andere Menschen leben, wie man sich im Rest der Welt kleidet oder wie man die Haare in anderen Ländern trägt. Der Verein Jaapo zeigt in einer Fotoausstellung, wie schwarze Frauen, Männer und Kinder ihre Haare tragen und welche unterschiedlichen Stile es hier gibt. Auch die Sprachsoftware uugot.it ist ein Beispiel für ein Projekt, das grundsätzlich für alle nützlich ist, speziell aber natürlich für Flüchtlinge eine große Unterstützung sein kann.

ZusammenHelfen in Oberösterreich übrigens auch einen Infotisch im ZusammenKommenLab haben. Wenn man also keine Zeit für die HelferInnenkonferenz hat, kann man hier noch einmal vorbeikommen und sich näher über uns informieren.

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Credit: Tom Mesic

Was ist da Schöne daran, das ZusammenKommenLab direkt in der POSTCITY Linz am Ars Electronica Festival zu veranstalten?

Melanie Jungwirth: Dass alle Menschen, die das Ars Electronica Festival besuchen, uns sehen können, ist bestimmt eine tolle Möglichkeit. Umgekehrt ist es auch für uns spannend, alle Projekte sehen zu können. Was ich besonders gut finde ist, dass der CREATE YOUR WORLD Bereich, in dem auch das ZusammenKommenLab sein wird, frei zugänglich ist. Unsere freiwilligen Helfer und Helferinnen können also auch gemeinsam mit ihren Asylwerbern und Asylwerberinnen kommen, ohne, dass hohe Kosten involviert sind.

Melanie JungwirthMelanie Jungwirth arbeitet seit 2017 bei ZusammenHelfen in Oberösterreich. Die Kommunikationswissenschaftlerin hat sich auch selbst immer wieder freiwillig bei sozialen Projekten, auch im Flüchtlingsbereich, engagiert.

Das ZusammenKommenLab findet an allen Ars Electronica Festivaltagen, von 7. Bis 11. September 2017, im CREATE YOUR WORLD Bereich in der POSTCITY Linz statt. An der HelferInnenkonferenz kann man am Samstag, den 9. September 2017, teilnehmen. Die Anmeldung für die Konferenz erfolgt über die Webseite von ZusammenHelfen in Oberösterreich. Für das ZusammenKommenLab ist keine Anmeldung notwendig.

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