STARTS Talks starten in Berlin und Eindhoven

Wie verzahnen sich Wissenschaft, Technologie und Kunst noch enger miteinander – und können dadurch voneinander profitieren? Mit herausragenden Beispielen und Vortragenden startet die STARTS-Talks-Reihe in Berlin und Eindhoven.

STARTS Talks
Credit: Waag Society

Nach anregenden Talk-Runden wie das „STARTS Prize Forum“ beim Ars Electronica Festival 2017 in Linz kommt STARTS in diesem Herbst mit einem neuen Format auch in anderen Ländern Europas an. Die Abkürzung STARTS steht für Science, Technology, ARTS (Wissenschaft, Technologie und Kunst) und ist eine Initiative der Europäischen Kommission, die sich an innovative Projekte an der Schnittstelle dieser drei Bereiche richtet. Wir haben Marleen Stikker gefragt, Direktorin der an dieser Initiative teilnehmenden Waag Society und Moderatorin der STARTS Talks, was es damit auf sich hat und welche Vortragenden in Berlin und Eindhoven erwartet werden.

Warum wurden die STARTS Talks ins Leben gerufen?

Marleen Stikker: Jedes Jahr kürt die STARTS-Prize-Jury zwei PreisträgerInnen, die aus gutem Grund dank einer sehr gut informierten und qualifizierten Jury immer wieder die Ziele des STARTS-Projekts der Europäischen Kommission ansprechen: Wissenschaft, Technologie und die Kunst zusammenzubringen, um neue Visionen, Kooperationen und gar Lösungen zu schaffen, die daran festhalten, dass Kunst die Innovation menschlicher und nachhaltiger machen kann.

Abgesehen von diesen zwei prämierten PreisträgerInnen gibt es jedoch jedes Jahr immer wieder eine Reihe weiterer Projekte und Zusammenschlüsse, die die Aufmerksamkeit der Jury und der EU-STARTS-Initiative auf sich ziehen – Projekte, die entweder eine Anerkennung der Jury bekommen oder in die engere Wahl gelangen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere erfolgreiche Akteure, die in diesem postdisziplinären Bereich zwischen Wissenschaft, Technologie und Kunst tätig sind, die die Kriterien der STARTS-Initiative erfüllen.

Um Diskussionen über erfolgreiche Projekte, kritische Projekte, die sich über die gesamte Europäische Union spannen, loszutreten, werden die Ergebnisse des STARTS Prize und der Projekte VERTIGO und WEAR Sustain, die ebenso zur STARTS-Initiative gehören, in diesen STARTS Talks einem breiten Publikum näher gebracht. Zwei davon sind bereits geplant.

Worum geht es bei den ersten beiden STARTS Talks und wer wird sprechen?

Marleen Stikker: Der STARTS Talk #1 wird am 18. Oktober 2017 im DRIVE Volkswagen Group Forum Berlin stattfinden. Die Keynote wird Garnet Hertz (Critical Making, Disobedient Electronics) geben und es wird auch der Psychologe Philippe Bertrand sprechen – er hat für BeAnotherLab eine „Honorary Mention“ des STARTS Prize 2017 erhalten. Wir starten um 19:00, der Eintritt ist frei. In dieser Edition der STARTS Talks liegt der Fokus auf der inspirierenden Wirkung von Kunst für neue Richtungen sozial verantwortlicher Transformationen. Die STARTS Talks finden in der Ausstellung der Ars Electronica Linz statt, die derzeit im DRIVE. Volkswagen Group Forum Berlin läuft.

Der STARTS Talk #2 findet während der Dutch Design Week in Eindhoven am 26. Oktober statt – mit Präsentationen des preisgekrönten experimentellen Designers Frank Kolkman, der unter anderem DIY-Chirurgie-Maschinen entwickelt, und mit Geert Christiaansen, Leiter des Design Innovation bei Phillips. In dieser Edition der STARTS Talks liegt der Fokus auf künstlerische Forschung und ihrer Bedeutung für Industrie und Wissenschaft. Wir werden den zusätzlichen Wert von Kooperationen zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie und Wirtschaft aus verschiedenen Perspektiven diskutieren. Wie funktionieren diese Kooperationen und wann sind sie ein Erfolg?

Wie unterstützen die STARTS Talks die STARTS-Initiative und den STARTS Prize?

Marleen Stikker: Jeder STARTS Talk präsentiert Menschen, die diese vorbildlichen und herausragenden Arbeiten schaffen, die durch den STARTS Prize anerkannt werden. Kombiniert mit anderen beeindruckenden DenkerInnen und Akteuren folgen spannende Diskussionen, die wiederum das Publikum in gesellschaftlichen Fragen und Herausforderungen ansprechen, die in diesen Arbeiten zu finden sind. Was wir daraus lernen, um die große Bedeutung der Ziele der STARTS-Initiative zu untermauern? Technologien menschlicher zu machen, nachhaltiger, offener, fairer und miteinbeziehender, wie wir an der Waag Society stets sagen.

Im Rahmen der STARTS-Initiative läuft derzeit mit VERTIGO STARTS ein spannender Open Call für IKT-Projekte und –EntwicklerInnen. Mehr Infos dazu unter vertigo.starts.eu. Ab Mitte Jänner 2018 startet wieder die Einreichphase für den STARTS Prize, mehr dazu ab Anfang 2018 auf starts-prize.aec.at!

Marleen StikkerMarleen Stikker (1962) gründete die Digitale Stad (Die Digitale Stadt) im Jahr 1994, die erste virtuelle Gemeinschaft, die kostenlosen öffentlichen Zugang zum Internet einführte. Sie ist Gründerin von Waag, ein soziales Unternehmen, das aus der Waag Society besteht, einem Forschungsinstitut für kreative Technologien und sozialer Innovation, und aus Waag Products, das Unternehmen wie Fairphone gründete, das das erste fair entwickelte Smartphone der Welt hergestellt hat. Sie ist außerdem Beraterin einer Strategiegruppe der Europäischen Union.

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