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Credit: Anna Ridler

Anna Ridler (UK)

Fall of the House of Usher basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Edgar Allen Poe. In der zwölf Minuten dauernden Animation wird jedes Bild mithilfe von künstlicher Intelligenz erzeugt: Die Künstlerin fertigte Tuschezeichnungen von Bildern des Originalfilms aus dem Jahr 1929 an. Ein neuronales Netzwerk (pix2pix) wurde anhand dieser Zeichnungen trainiert.

Jedes Bild, das in der Animation gezeigt wird, ist also nicht nur ein Filter, der über das bestehende Bild gelegt wird, sondern auch ein komplett neues Bild, gezeichnet von einem neuronalen Netzwerk. Diese künstliche Intelligenz „lernte” anhand aller Bilder der ersten vier Minuten des Films. In diesem Abschnitt kann es also gute Zeichnungen liefern. Nach den vier Minuten hat das neuronale Netzwerk jedoch immer weniger Bezugsrahmen. Die Informationen werden immer weniger bis sie schließlich langsam zerfällt, was zu unheimlichen Momenten führt, besonders am Ende des Stückes.

Fall of the House of Usher untersucht die Rolle des Urhebers, das Zusammenspiel von Kunst und Technik sowie verschiedene Aspekte von Erinnerung. Genaugenommen ist die Animation eine Kopie einer Kopie (Film) des Originals (Buch). Dementsprechend erscheinen und verschwinden Dinge, sie werden ins Gedächtnis gerufen, missverstanden oder falsch interpretiert. Können wir uns jemals an eine perfekte Version erinnern?

Credits

Image-to-Image translation with Conditional Adversarial Networks, Isola, Phillip and Zhu, Jun-Yan and Zhou, Tinghui and Efros, Alexei A, arxiv, 2016

Music: Alec Wilder