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Interactive Diorama—Rembrandt, 1632, The Anatomy Lesson of Dr. Nicolaes Tulp

DO 7.9.-SO 10.9.2017, 10:00-19:30
MO 11.9.2017, 10:00-18:00
POSTCITY
interactive_diorama_web
Credit: systems of representation

Aalto University, School of Arts, Design and Architecture, Helsinki

Interactive Diorama – Rembrandt, 1932, The Anatomy Lesson of Dr. Nicolaes Tulp ist eine Virtual-Reality-Simulation von Rembrandts Originalwerk Die Anatomie des Dr. Tulp und wurde von Professor Lily Díaz-Kommonen gemeinsam mit dem Department of Media Systems der Representation Research Group an der Aalto University realisiert.

Die sieben Ärzte, die bei der im Original dargestellten Sitzung anwesend sind, wurden als Platzhalter in Form von 3D-Avataren neu geschaffen und verfügen über die Fähigkeit zu Gestik, Bewegung und Sprache. Die Wiedergabe des Settings der Unterrichtsstunde, die angeblich im Amsterdamer Barber-Gilden-Tagungsraum bei der Waag-Gesellschaft stattgefunden haben soll, wurde 1691 am anatomischen Theater (ebenfalls bei der Waag-Gesellschaft) durchgeführt und basiert auf Studien von Bildern aus dem 18. Jahrhundert und erfolgte mittels Photogrammetrie.

Diese Arbeit würdigt und dekonstruiert diesen wichtigen Moment, in dem Kunstgeschichte und Wissenschaft in einem Spektakel aufeinandertrafen. Die Erfahrung des repräsentationsbasierten piktografischen Raums auf der Leinwand kann man durchaus mit der Erfahrung des dynamischen relationalen Raums vergleichen, der durch die technologisch verkörperte und verstärkte Wahrnehmung entsteht, wie sie für VR-Umgebungen charakteristisch ist.

Das Genie Rembrandts ließ einen Moment in Raum und Zeit erstehen, in dem verschiedene Narrative mitschwingen. Als interaktives Diorama ist The Anatomy Lesson ein Artefakt, das eine ausdrucksstarke Wirkung anstrebt und unzählige mögliche Diskurse und Geschichten in sich vereint. Als solch expressives Artefakt kann das Diorama für die BetrachterInnen eine Vielfalt von Realitäten schaffen. Aber was lauert dahinter? Indem wir dieses Werk im 21. Jahrhundert dekonstruieren und neu interpretieren, übernimmt die Kunst die Rolle eines Interface, das spekulatives, agonistisches Experimentieren und Philosophieren ermöglicht. Die gängige Ordnung wird auf den Kopf gestellt, und die BetrachterInnen betreten den virtuellen Raum, indem sie in die Rolle des verstorbenen Häftlings schlüpfen.

Die Aalto University, die 2010 aus der Zusammenlegung von drei Institutionen – der Helsinki School of Economics (HSE), des Helsinki Institute of Technology (HUT) und der University of Art and Design Helsinki (UIAH) – entstand, ist eine multidisziplinäre Community, in der Kunst, Wissenschaft und Business aufeinandertreffen, um die wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen zu identifizieren und innovative Zukunftsentwürfe zu entwickeln.

Project director, concept design and production: Lily Díaz-Kommonen
Software development and interface design: Ling Chen
3D modeling characters and space, motion capture: Shareef Askar
3D modeling, characters: Juha Koppström
3D modeling, space: Alex Nikulin
3D animation, book: Andrei Rodríguez
Visual design and production: Cvijeta Miljak
Sound design: Can Uzer, Gabriela Juganaru
Veselius book re-design and production: Angela Hernández

VR consultant: Markku Reunanen
Software consultant: Hung-Han Chen
Costume design consultant: Sofia Pantouvaki
Motion capture: Max Mäkinen, Tony Tolien, Matias Kommonen
Photogrammetry: Judith van der Elst

Many thanks to:
Philip Dean, Aalto University
Lucas Evers, Waag Society
Helena Hyvönen, Aalto University
Anna Valtonen, Aalto University
Tuula Teeri, Aalto University