Deep Space: Universum Mensch

dsl_cinematic rendering_590x350 (2)

Dank der technischen Möglichkeiten, die der neue Deep Space 8K mit sich bringt, betreten die BesucherInnen des Ars Electronica Center Linz einen einzigartigen virtuellen Anatomiesaal der Zukunft. Die eigens vom Ars Electronica Futurelab entwickelte Applikation „Universum Mensch“ reizt das Potenzial des begehbaren Erfahrungsraumes komplett aus und macht das Entdecken des menschlichen Körpers zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Ob Organe, Muskulatur, Knochen, das Herz-Kreislauf-System oder das Nervensystem – Schicht für Schicht wird mit einprägsamen und anschaulichen 3-D-Visualisierungen das Innere des Menschen erkundet.

Universum Mensch

Die verbesserte Bildauflösung des Deep Space 8K macht es möglich, neben den dreidimensionalen Modellen zeitgleich auch andere Medienelemente wie detaillierte Grafiken, hochauflösende Videos oder weitere Informationen einzublenden. Den InfotrainerInnen steht damit bei ihren Livepräsentationen im Deep Space 8K ein umfangreiches Paket zur Verfügung, um bei Bedarf auf Details und auf Wünsche der BesucherInnen eingehen zu können. Wenige Monate nach der Gründung der medizinischen Fakultät an der Johannes Kepler Universität Linz steht mit „Universum Mensch“ eine einzigartige Plattform zur Verfügung, die den herkömmlichen Anatomie-Atlas in Buchform ablöst – nun geht es um dreidimensionales Lernen und visuelles Verstehen von Zusammenhängen im menschlichen Körper. Und das schließt angehende Ärztinnen und Ärzte genauso mit ein wie eine breite interessierte Öffentlichkeit – von Kindern bis zu SeniorInnen.

Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen

Das Ars Electronica Futurelab hat mehrere Erzählstränge in das Programm eingearbeitet, die unterschiedliche physiologische Abläufe im Menschen aufgreifen und die Funktionsweise des Körpers über Fakten, Bilder und Geschichten nachvollziehbar machen. Ausgangsbasis von „Universum Mensch“ ist das 3-D-Datenmaterial von Zygote Media Group Inc., einem Unternehmen, das sich auf die anatomisch exakte dreidimensionale Darstellung des Menschen spezialisiert hat.

In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS wird das Herz genauer unter die Lupe genommen: Mit neuen MRT-Verfahren können ÄrztInnen untersuchen, wie das Blut durch das Herz strömt. Sie können die Druckverteilung im Herzen messen, ohne auf einen belastenden invasiven Eingriff mit dem Katheter zurückgreifen zu müssen.

Der Blick in den menschlichen Körper eröffnete bislang eine recht unwirkliche Darstellung von Skelett, Organen oder Blutgefäßen. Selbst 3-D-Bilder aus CT und MRT ließen Schatten und genügend Tiefe vermissen. So blieben die für Chirurgen wirklich interessanten Informationen, wie über den Abstand zwischen Adern und Sehnen, im Verborgenen. Mit der Entwicklung des „Cinematic Rendering“ Verfahrens schlägt Siemens Healthineers ein neues Kapitel in der realistischen Darstellung des lebendigen Vorbilds auf. Von Filmen wie „Herr der Ringe“ inspiriert, gelang es den Forschern die Animationsleistung aus der Welt des Kinos in die der Medizin zu übertragen. Erst die so genannte „bildbasierte Beleuchtungsberechnung“, ermöglicht eine plastische Darstellung aus lebenden Körpern. Rohdaten, die aus CT- und MRT-Untersuchungen hervorgehen, dienen zur Modellierung des Anschauungsobjekts. Erst die so genannte „bildbasierte Beleuchtungsberechnung“, ermöglicht eine plastische Darstellung aus lebenden Körpern. Das bildgebende Verfahren, das sich noch in der Erprobungsphase befindet, wird schon bald einen festen Platz in der Diagnostik einnehmen. Insofern passt es ideal in den einzigartigen virtuellen Anatomiesaal der Zukunft.

Dass nicht nur Sauerstoff, sondern auch Staub, Pollen, Bakterien und Viren über die Atemwege in unseren Körper gelangen, zeigt ein Blick auf das Immunsystem. Was passiert eigentlich, wenn man krank ist? Ein weiterer Fokus von „Universum Mensch“ liegt auf dem Gehirn und den Wahrnehmungssinnen. So zeigt beispielsweise das interaktive virtuelle Ohr – von Ars Electronica Solutions ursprünglich für die Ausstellung „Audioversum“ des Medizintechnikunternehmens MED-EL entwickelt –, wie Klänge und Geräusche ihren Weg durchs Gehör zum Gehirn nehmen. Aber auch der Bewegungsapparat des Menschen mit seinen fein aufeinander abgestimmten Muskeln und Knochen ist Teil der Präsentation im Deep Space 8K – schließlich sind wir Menschen für die Bewegung programmiert. Und nicht zuletzt widmet sich „Universum Mensch“ einer einzigartigen Erfolgsgeschichte des Lebens: der Fortpflanzung.

Fraunhofer