SEE-KID

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Messung und Analyse von Augenbewegungen

SEE++ ist eine hoch entwickelte Software, die es erlaubt, die komplexen Bewegungsabläufe unserer Augen zu simulieren. Damit können Operationen an der Muskulatur des Auges geplant werden. Aber auch zur Aus- und Weiterbildung wird SEE++ eingesetzt. Erfassen wir ein Objekt, „tasten“ unsere Augen dieses in einer Abfolge zahlreicher bewusster und unbewusster Augenbewegungen ab. Dabei wechseln Phasen der Konzentration (Fixationen) auf einzelne Punkte mit Sprüngen (Sakkaden) zwischen diesen Punkten ab. Ein beeindruckendes Geflecht aus sechs Muskeln rund um jeden Augapfel setzen diese Bewegungen dann präzise um. Das Gehirn besitzt dabei die Fähigkeit, verschiedene Bewegungsmuster nahtlos ineinander übergreifend abzurufen.

Fixationen: Ruhen des Auges auf einem Punkt, um visuelle Informationen aufzunehmen. Das Gehirn muss beim Fixieren die Augenmuskulatur so ansteuern, dass eine Blickposition auch punktgenau gehalten werden kann.

Sakkaden: unbewusst ausgeführte „Blicksprünge“, die zu den schnellsten Bewegungen unseres Körpers zählen. Sakkaden sind im Vergleich zu Fixationen ein relativ kurzer Prozess, bei dem keine Informationsaufnahme stattfindet.

Folgebewegungen: langsame Augenbewegungen, die willkürlich ablaufen, um das Bild eines fixierten Objektes nicht aus dem Blick zu verlieren. Der Auslöser ist die Bewegung eines fixierten Objektes.

Nystagmus (=Augenzittern): ein natürlicher Bewegungsreflex der Augen. Er ist nicht krankhaft, sondern eine normale Reaktion, um die Reizermüdung der Sehzellen zu vermeiden. Dabei folgen die Augen langsam der Bewegungsrichtung der fixierten Gegenstände, um dann regelmäßig schnelle Sakkaden in die Gegenrichtung auszuführen (z. B. wenn man aus einem fahrenden Zug nahe gelegene Bäume fixiert).

Dieses Forschungsprojekt wird an der RISC Software GmbH, Forschungsabteilung Medizin-Informatik seit 1994 durchgeführt. Die RISC Software GmbH ist eine Non-Profit-Organisation im Eigentum der Universität Linz und der Forschungsgesellschaft des Landes Oberösterreich (UAR). Finanziert werden diese Arbeiten vom Wirtschaftsressort des Landes OÖ., dem OÖ. Gesundheitsfonds, dem Bundesministerium für Gesundheit sowie dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Linz.

credit: Prim. Prof. Dr. Siegfried Priglinger sen., Dr. DI Michael Buchberger, DI Thomas Kaltofen