Apparition 2004

Apparition ist aus der engen Zusammenarbeit von erfahrenen Theater- und Tanztheatermachern mit führenden Entwicklern von Kreativtechnologien entstanden.

Diese außergewöhnliche Tanz- und Medienperformance integrierte auf innovative Weise interaktive Sensor- und Tracking-Technik, die es dem Tänzer ermöglichte, mit dem Bild- und Musik-Environment zu interagieren und es zu beeinflussen. Ein neues Projekt des preisgekrönten Komponisten und Medienkünstlers Klaus Obermaier in Zusammenarbeit mit dem Ars Electronica Futurelab.

 

Apparition gave the dancer the possibility to interact with and control the image and the musical environment.

 

Die Gestaltung einer Bühnenperformance basierte auf dem komplexen Zusammenspiel der physischen Fähigkeiten der Darsteller sowie der Dynamik der entstehenden Choreografie. Um dieses Zusammenspiel präzise wiedergeben zu können, baut das für die Generierung der Visuals für Apparition entwickelte Echtzeitsystem auf Rechenprozessen auf, die das physikalische Modell der realen Welt simulierten. Das gesamte interaktive System war mehr als eine visuelle Ergänzung des Darstellers, sondern vielmehr ein potenzieller Partner während der Performance ist. So konnte zum Beispiel der Darsteller das eigenständige Verhalten der physikalischen Modelle nicht „kontrollieren“, sondern lediglich durch seine Bewegungen beeinflussen. Dieses Zusammenspiel zwischen Tänzer und System und das Verständnis für ihre Beziehung zueinander waren wesentlich für die konzeptionelle und ästhetische Entwicklung des Projekts, ja, ermöglichten erst die Erarbeitung der Choreografie und bildeten das Fundament der Dramaturgie.

 

2 Tänzer interagieren mit den spiralförmigen Wellenbewegungen der Animation
Credit: Klaus Obermaier

 

Das für Apparition entwickelte kameragestützte Motion-Tracking-System setzte komplexe Bilderkennungsalgorithmen ein, um die Konturen der Tänzer vom Hintergrund – sowohl für die ständig aktualisierte Körperprojektion als auch die qualitative Berechnung bestimmter dynamischer Größen wie Geschwindigkeit, Richtung, Intensität und Lautstärke – zu isolieren. Die auf diesen Berechnungen basierenden Informationen bestimmten dynamisch die Echtzeitgenerierung der Visuals, die entweder direkt zurück auf den Körper und / oder großformatig als Hintergrund projiziert wurden. Die präzise Synchronisierung der Projektionen auf den Hintergrund und die Körper ergaben eine Materialisierung eines ganzheitlichen immersiven kinetischen Raums / einer virtuellen Architektur, die zugleich fließend und starr sein konnte, sich ausweiten und kontrahieren, sich wellen, krümmen und verzerren konnte, um auf die Bewegungen des Darstellers zu reagieren oder sie zu beeinflussen.

A co-production of Ars Electronica Center Linz, South Bank Centre London and Singapore Arts Festival.

Realised in the framework of DAMPF_lab, a joint project of tanz performance köln, Animax Multimedia Theater Bonn, V2_Lab Rotterdam, Ars Electronica Futurelab Linz.
http://dampf.v2.nl/
With the support of the Culture 2000 programme of the European Union.

Mit freundlicher Unterstützung von Posthof Linz, CCL – Choreographic Centre Linz und Landestheater Linz

 


Research & Development

Idea, concept, direction, visuals, music:

Klaus Obermaier

Concept, interactive design, technical development:

Peter Brandl, Christopher Lindinger, Jing He (Ars Electronica Futurelab, A), Hirokazu Kato (Osaka University, J)

Choreographer and performer:

Desirée Kongerod, Robert Tannion

Dramaturgy:

Scott deLahunta