Audi Virtual Engineering Terminal 2015

Virtualisierung gewinnt in der Automobilindustrie einen immer höheren Stellenwert, sowohl für eine effizientere Entwicklung als auch bei der Präsentation des Entwicklungsstandes. Das von der AUDI AG und Ars Electronica Futurelab entwickelte Audi Virtual Engineering Terminal (VET) bietet Hilfestellungen für Vermittlung und Entscheidungsfindung in Fragen der kundenerlebbaren Eigenschaften und Funktionen, als auch in der technischen Entwicklung von elektronischen Assistenzsystemen.

 

 Parallel zur Top-View-Ansicht am Tisch wird auf einem vertikalen Display eine Simulation frontal wahlweise aus Fahrer- oder Vogelperspektive dargestellt.
Credit: Audi

 

Die interaktive Installation ermöglicht erste erlebbare Einblicke in technische Neuerungen, die sich in einer frühen Entwicklungsphase befinden. Um diesen neuartigen Terminal zu entwickeln sind die AUDI AG und das Ars Electronica Futurelab in einen intensiven Austauschprozess getreten. Dabei wurden von Seiten der AUDI AG Problemstellungen identifiziert, die dann vom Ars Electronica Futurelab einer genauen Analyse unterzogen wurden. Im Rückgriff auf die Expertise des Ars Electronica Futurelabs in den Bereichen Human-Computer-Interaction, Echtzeitgrafik und Virtual Reality konnten neue Perspektiven auf die identifizierten Problemstellungen gewonnen werden und so Lösungswege skizziert die bisher noch völlig unbekannt waren.

Aufbauend auf diese Analyse wurden mehrere Prototypen entwickelt, von denen sich das Audi Virtual Engineering Terminal als beste Lösung erwiesen hat und vom Ars Electronica Futurelab als Produkt realisiert wurde. Konkret ermöglicht dieser Terminal dem Benutzer, mit Hilfe von Tangible User Interfaces (TUIs), verschiedene Fahrzeug-Funktionen und deren unterschiedliche Varianten intuitiv gegenüberzustellen und so explorativ und nachvollziehbar den Mehrwert einer Neuentwicklung zu erfahren. Ein oder mehrere Fahrzeugmodelle können auf einem interaktiven Tabletop-Display platziert und konfiguriert werden, um das Verkehrsgeschehen in diversen Szenarien und mit unterschiedlichen Bedingungen zu simulieren. Parallel zur Top-View-Ansicht am Tisch wird auf einem vertikalen Display dieselbe Simulation frontal wahlweise aus Fahrer- oder Vogelperspektive dargestellt. Dabei stellt der Audi Virtual Engineering Terminal die von der AUDI AG physikalisch korrekt generierten Fahrsimulationsdaten dar und kann gleichzeitig mit beliebigen, frei definierbaren Verkehrssituationen betrieben werden.

 

Credit: Audi AG
Der Audi VET stößt bei der CES Asia 2015 in Shanghai auf großes Interesse.

 

Das Audi VET wurde weltweit bereits auf mehreren Veranstaltungen zur Vermittlung von neuen Fahrzeugfunktionen wie dem LED-Matrix Scheinwerfer oder dem Kreuzungsassistenten verwendet. Unter anderem erhielt es auf der CES 2015 in Las Vegas und der CES Asia 2015 in Shanghai große Resonanz und demonstrierte den Anspruch des Herstellers „Vorsprung durch Technik“ nicht nur im Produkt, sondern auch in verwendeten Entwicklungswerkzeugen. Neben der Nutzung als Präsentationswerkzeug bietet es für die AUDI-interne Entwicklung die Möglichkeit, Variationen von Neuentwicklungen prototypisch und virtuell zu testen, noch bevor diese tatsächlich hergestellt wurden, beispielsweise unterschiedlichste Abstrahlverhalten neuer Scheinwerfer sowie weitere neuartige Assistenzfunktionen, die erst in einigen Jahren im Fahrzeug verfügbar sein werden.

Auch der Audi-Vertrieb nutzt das Virtual Engineering Terminal, um Händlern und Kunden neue Assistenzsysteme näher zu bringen. So beim TechDay Connectivity, an dem Audi die Vorstufe zum pilotierten Fahren mithilfe des Virtual Engineering Terminal erlebbar machte.

(Text Roland Aigner)


Research & Development:

Roland Haring, Christopher Lindinger, Roland Aigner, Clemens Scharfen, Michael Mayr, Andreas Jalsovec, Nicolas Naveau, Manuel Dobusch, Benjamin Mayr