CADET 2014

Von 2010 bis 2014 hat sich das FFG-geförderte „Center for Advances in Digital Entertainment Technologies“ – kurz: CADET – mit der Erforschung, Weiterentwicklung und Nutzbarmachung immersiver Technologien aus der Gaming- und Digital Entertainment Branche auseinandergesetzt. An zwei österreichischen Standorten, geleitet von der Fachhochschule Salzburghttps://vimeo.com/cadetresearch (Studiengang MultiMediaTechnology)  und dem Ars Electronica Futurelab in Linz, wurde ein Software- und Produktionsframework für Mixed Reality Entertainment geschaffen, um EntwicklerInnen zu unterstützen ihre Visionen leichter und effizienter durchführen zu können und die Ergebnisse für EndnutzerInnen noch attraktiver zu gestalten.

Mit Prototypen und Experimenten wurden neue Mensch-Maschine Interaktionsformen erforscht und bei Events, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Ergebnisse sind u.a. Grundlagen-Technologien für räumliche Multi-Touch- und Gesten-basierte Anwendungen, für Tracking und Involvierung von PassantInnen im öffentlichen Raum, oder auch für interaktive bzw. partizipative Werbung und Produktvisualisierung.

 

Mercedes-Benz tat sich mit dem Ars Electronica Futurelab zusammen, um ein Experimentierfeld zu kreieren, das verschiedene Interaktionsformen zwischen autonom fahrenden Autos und Menschen erforschte.

 

In CADET ging es u.a. darum, aktuelle Technologien durch quelloffene Software zu demokratisieren und neue Visionen und Prototypen abseits des Mainstreams (Braincomputing, Affective Computing und Immversive Mixed Reality Worlds) zu entwickeln. Im Zuge der Projektstudie „EMG Shield“ wurde ein z.B. Sensor entwickelt mit dem die Kontraktion von Muskelpartien gemessen werden kann, um damit durch Körperspannung Computerspiele zu steuern. Bei „BrainBattle“ wiederum avancierten Spieleklassiker wie Space Invaders oder Pacman mittels Elektroenzephalogramm zu Zweikämpfen der Gedankenkraft. Außerdem brachte das Team von CADET erstmals interaktive Quadcopter als dynamische, fliegende Spielfiguren zum Einsatz oder nutzte Wärmebildtechnologien aus der militärischen Bodenüberwachung für partizipative Tanzspiele im öffentlichen Raum.

 

Mit „Celebrate 40 years of the future“ realisierte das Ars Electronica Futurelab eine interaktive Ausstellung. Eine ihrer Hauptattraktionen war ein gigantischer Screen auf dem man durch ein Multi-Trackersystem mehrere Personen tracken konnte.

 

Daneben hat CADET aber auch evaluiert, inwiefern aus der Spiele-Industrie kommende Cutting-Edge-Technologien für Anwendungen in ganz anderen Bereichen von Interesse sein können. Es wurden Software-Pakete aufgesetzt, die es erlauben, bestehende Gaming-Hardware wie die Kinect-Tiefenbildkamera weit über ihren nativen Nutzungskontext hinaus einzusetzen. Aus dieser Vorgehensweise heraus sind spannende Kooperationen mit international tätigen Unternehmen zustande gekommen. Gemeinsam mit SAP wurde etwa eine Big-Data-Panoramaprojektion mit gestenbasierter Multi-User-Interaktion umgesetzt. In Partnerschaft mit Mercedes-Benz konnte ein interaktives Experimentierfeld zur Erforschung gestenbasierter Kommunikation mit autonomen Zukunftsfahrzeugen realisiert werden. Für eine prototypische Installation in einem BMW-Werk wiederum dienten Tiefenbildkameras und Laser-Tracking zur Steuerung und Überwachung von Prozess-Schritten in Produktion und Logistik. Und auch in einem Heimatkundemuseum in Radstadt wird die Geschichte der Bauernkriege nun durch Mixed Reality, Immersion und eine interaktive multimediale Dramaturgie den BesucherInnen näher gebracht.

 

„Moves Reloaded“ ist ein interactives Musikvideo und Tanzinstallation die die Besucher Teil einer endlosen Choreografie werden lässt.

 

Die Ergebnisse des CADET-Teams wurden bei zahlreichen Events, Workshops und Konferenzen im In- und Ausland präsentiert und mit renommierten Preisen wie dem Erhard Busek Würdigungspreis, Prime Sense Developer Challenge, Asus Developer Challenge oder dem mit Austrian Content Award ausgezeichnet. Wichtige Software-Entwicklungen, die im Zuge der Realisierung von CADET-Projekten entstanden sind, wurden öffentlich publiziert und der Fach-Community unter Open-Source-Lizenz frei zur Verfügung gestellt und finden seit dem in vielen kommerziellen oder Forschungsprojekten Einsatz.


Umsetzung:

Roland Aigner, Barbara Erlinger, Roland Haring, Peter Holzkorn, Marina Lenger, Christopher Lindinger, Otto Naderer, Veronika Pauser, Michael Platz, Dieter Steiniger