Das Rheingold – Visionized 2004

Mit der interaktiven Visualisierung von „Das Rheingold“ ging das Brucknerhaus gemeinsam mit dem Ars Electronica Futurelab damals neue Wege im Umgang mit klassischen Werken der Musik. Anstelle der klassischen Inszenierung auf der Opernbühne, trat eine das Publikum umschließende virtuelle Realität, die eine bisher nicht gekannte Form der Rezeption des Werks ermöglichte. Stereoskopische Projektionen öffneten die Wände des Konzertsaals zu einem unendlich scheinenden Panorama aus Farben und Formen.

 

Wagners Rheingold as an experimental approach on the Future of Opera

 

Die auf Entwürfen des Wiener Künstlers Johannes Deutsch basierende Bildwelt war unmittelbar mit der im Saal erzeugten Klangwelt verbunden. Die Szenerie folgte computergesteuert dem Werk Wagners und reflektierte die Interpretation der Musiker anhand von dynamischen, die Charaktere und Schauplätze der Oper verkörpernden, Strukturen. Für diesen ehrgeizigen Ansatz, war es hinsichtlich der eingesetzten Technik, notwendig völliges Neuland zu betreten. Zu diesem Zweck brachte ein Team von Spezialisten dem Computersystem innerhalb eines einjährigen Prozesses bei, Wagners Rheingold zu hören und nach gestalterischen Kriterien auszulegen. Auf der Grundlage der Originalpartitur und psychologischen wie historischen Betrachtungen wurde die Gestalt und das Verhalten der einzelnen visuellen Elemente entwickelt und in einen (Computer-) Code implementiert.

 

Ein comptergenerierte Abstraktion zur Visualisierung von Wagners Rheingold. Foto: Ars Electronica Futurelab
A computer-generated viisualisation of Wagner’s Rheingold. Foto: Ars Electronica Futurelab

 

Eine besondere Herausforderung bestand darin, eine visuelle Sprache zu entwickeln, die die künstlerische Intention und Auslegung des Rings durch das Team zwischen klassischer Inszenierung und systemischer Interpretation transportierte.

Bei der Aufführung selbst produzierte das durch die Musik gesteuerte System eigenständig die der Handlung der Oper begleitenden visuellen Reize. Die inhärente Prozesshaftigkeit jeder Aufführung unterstrich den in vielerlei Hinsicht experimentellen Charakter des Projekts, da das endgültige Ergebnis zwar kalkulierbar, jedoch im Detail unvorhersehbar blieb.


Senior Executive Developer:

Horst Hörtner

Development:

Florian Berger, Pascal Maresch, Robert Abt, Andreas Jalsovec, Stefan Mittlböck-Jungwirth, Peter Freudling

Keyresearcher / Virtual Environments:

Christopher Lindinger

Coordination:

Yvonne Hauser