Deformation Lamp 2016

Nippon Telephone and Telegraph Corporation (NTT), eine führende Telekommunikationsgesellschaft Japans, und Ars Electronica Futurelab haben sich zusammengeschlossen um gemeinsam auf dem Gebiet verbesserter Nutzererfahrung durch eine Fusion von ITC (Information & Communication Technologies) und Kunst zu forschen.

 

Aufbau der Deformation Lamp im Eingangsbereich des Ars Electronica Festivals 2016. Credit: Ars Electronica Futurelab
Aufbau der Deformation Lamp im Eingangsbereich des Ars Electronica Festivals 2016. Credit: Ars Electronica Futurelab

 

Da das Ars Electronica Futurelab eine internationale Reputation in Sachen künstlerischer Konzepte kombiniert mit wissenschaftlichem Fortschritt und zur Frage zukünftiger Notwendigkeiten in großem Maße beigetragen hat, passte der Schritt einer Fusion mit NTT’s neuester Technologie geradezu perfekt. Auf 2020 hinzielend, dem Jahr in dem die Resultate angewendet werden sollen, war die selbstgestellte Aufgabe beider Parteien, außergewöhnlich bewegende Erlebnisse für ein breites Publikum in öffentlichen Plätze herzustellen. Sie sollten berühren und gleichzeitig „Omotenashi”, die japanische Art von Gastfreundschaft, generieren.

 

Dank der Deformationlamp hatte nicht nur Sir Isaac Newton animeierte Gesichtszüge. Auch andere Objekte, die auf magische Weise“ bewegt würden, zogen die Neugierde der Besucher/Innen des Ars Electronica Fetsivals 2016 auf sich.

 

Das Pilotprojekt dieser gemeinsamen Unternehmung wurde auf dem Ars Electronica Festival 2016 vorgestellt. Neben Wild Card+, eine extensive Erweiterung der Wild Card-App von Ars Electronica Futurelab, brachte die Zusammenarbeit ein faszinierendes Beschilderungssystem hervor, das in unterschiedlicher Ausformung zu sehen war.

 

Der Weg zur Toilette in der fantasievollen Projektionsvariante der Deformation Lamp.
Der Weg zur Toilette in der fantasievollen Projektionsvariante der Deformation Lamp. Credit: Ars Electronica Futurelab

 

Deformation Lamp ist eine von NTT entwickelte innovative Licht-Projektionstechnik, ein magisches Lichtsystem, das völlig neuartige visuelle Erfahrungen produziert: Ruhige Objekte scheinen sich plötzlich zu bewegen, verformen sich oder beginnen zu flackern. Die Lampe kann statische Objekte in mehrfacher Weise bewegt erscheinen lassen.

Es gab zum Beispiel einen Ausstellungsbereich, wo Besucher neben bekannten Gesichtern, die regelmäßig Gesichtsregungen zeigten, ihre eigenen Gemälde hängen konnten, die gleichermaßen auf magische Weise bewegt erschienen. Eine weitere Installation zeigte eine Serie von stilisierten Männchen, die aus dem bekannten Notausgangsschild sprangen um zur nächsten Hinweistafel zu eilen, was das Bedürfnis nach sanitären Anlagen versinnbildlichte und den Weg zur Toilette wies. Sehr unterschwellig waren die Bewegungen des Bodenbelags. Die Menschen liefen über das Laminat, das wellenförmig dahinfloss. Offensichtlicher gab eine Anordnung von Hinweispfeilen die Dynamik eines Fischschwarms preis.

 

Nach dem Motto "Form follows Function" machten die Pfeile eine wellenartige Bewegung in die angezeigte Richtung.
Nach dem Motto „Form follows Function“ machten die Pfeile eine wellenartige Bewegung in die angezeigte Richtung. Credit: Ars Electronica Futurelab

 

“Deformation lamp” ist eine subtile aber effektive Bewegung hin zu einem Beschilderungssystem, das in größeren Plätzen und Großereignissen angewandt werden könnte. Jedenfalls hat es den Festivalbesuchern ein Lächeln auf Lippen gezaubert und überrascht.


 

Credits:

Ars Electronica Futurelab: Nicolas Naveau, Hideaki Ogawa, Marianne Ternek

ntt: Hiroshi Chigara, Kyoko Hashiguchi, Shingo Kinoshita, Tomohiro Nishitani, Ryo Yamashita, Junji Watanabe