Digital Graffiti 2005

Virtuelle Botschaften an beliebigen Orten hinterlassen – Ein Kooperationsprojekt der SIEMENS CT mit dem Ars Electronica Futurelab und der Johannes Kepler Universität Linz.

Mobilfunknutzer können dank des Projekts „Digital Graffiti“ Nachrichten wie unsichtbare Haftnotizen – sozusagen elektronische Post-its– an beliebigen Orten hinterlassen. Virtuelle Botschaften mit Ortsbezug lassen sich somit dort ablegen, wo man sie braucht.

 

Digital Graffiti 2005.

 

Wer sich beispielsweise mit seinen Bekannten zum Bummeln in der Stadt verabredet hat, hinterlässt unterwegs einfach ein Digital Graffito – etwa am verabredeten Treffpunkt: „Schaue mir schon ein paar Musik-CDs im Kaufhaus gegenüber an, kommt doch nach.” Dass das System funktioniert, haben die Siemens-Entwickler mit einem Prototypen gezeigt, der in Kooperation mit der Universität Linz und dem Ars Electronica Futurelab entstanden ist.

 

 

Ein Schwerpunkt der Forschungsarbeit war die Entwicklung verschiedener Darstellungsarten digitaler Graffiti. Den Spezialisten kam es dabei vor allem darauf an, handelsübliche Geräte zu verwenden, um eine schnelle Realisierung des neuen Nachrichtensystems zu ermöglichen. Wie sich zeigte, genügen ein Mobiltelefon mit Kamerafunktion und einige wenige Zusatzgeräte, um die Botschaften nicht nur in Schrift, sondern im Bild der Umgebung sichtbar zu machen. Die reale Welt wird dabei mit den virtuellen Botschaften überlagert. Mit der Handykamera kann der Nutzer die Umgebung erfassen. In dieses Kamerabild wird dann das Digitale Graffito eingeblendet – eine Funktion, die beispielsweise für touristische Anwendungen sinnvoll ist. So lassen sich digitale Botschaften an Sehenswürdigkeiten heften, um über das Bauwerk zu informieren. Der Radius, in dem die Nachricht zu empfangen ist, lässt sich gezielt vom Verfasser der Nachricht einstellen. Reale Gebäude, die weithin sichtbar sind – etwa die Akropolis in Athen – können mit einem großen Radius von mehreren Kilometern umgeben werden. Auch weit entfernte Touristen können das Graffito dann lesen.


Research & Development:

Horst Hörtner, Roland Haring