Encounters 2015

Begegnungen“ (Encounters) sind sowohl Ausgangspunkte als auch Ergebnisse der Arbeit von María Ignacia Edwards, die sie unter der Ägide des European Digital Art & Science Networks abgeschlossen hat. Diese sind in Form einer Installation mit mehreren Schaukeln und einer Soundbox im Foyer des Ars Electronica Centers seit September 2015 zu betrachten und zu hören.

 

Besucher im Foyer des Ars Electronica Centers erleben mittels eines schaukelnden Kindes die Installation "Encounters". In der Mitte des Raumes steht das Klavier, dessen Saiten durch so genannte E-bows in Schwingung gebracht werden.
Credit: Tom Mesic

 

Eigentlich ist es erstmal nur eine Schaukel, die ein technisch manipuliertes Klavier über so genannte E-Bows (Elektromagneten) in Schwingung versetzt. Weitere elf Schaukeln, die wie Mobilees über den Köpfen der BesucherInnen hängen, sind für eine spätere Überführung an verschiedene Orte vorgesehen. Auch dort werden sie mit Schwüngen Schwingungen erzeugen. Die tonale Begegnung der schaukelnden BesucherInnen findet in Zukunft zufällig statt und erzeugt je nach Anzahl immer einen anderen Mehrklang. Die in Klavierform installierte Soundbox gibt also nicht nur die vor Ort erzeugten Töne wieder, sondern auch die der an anderer Stelle „geschaukelten“ Klänge. So entsteht je nach Betriebsamkeit eine zufällige Komposition.

 

Detailausschnitt des Klaviers, dessen Saiten durch E-Bows zum Klingen gebracht werden.
Credit: Tom Mesic

 

Bei ihrem Aufenthalt am ESO und im Ars Electronica Futurelab entwickelte María Ignacia Edwards ihre Idee, die von dem Verhältnis zwischen dem Einzelnen zum Ganzen geleitet ist. Inspiriert von naturwissenschaftlichen Zusammenhängen war der neue Teleskopverbund ALMA in der chilenischen Atacama-Wüste und die Stimmung am Observatorium La Silla ein Initialfunke für „Encounters“. Eine Überführung der Erfahrung in ein umfassendes Konzept für eine Arbeit und die Einbindung neuer Medien und die Interpretation auf der tonalen Ebene erfolgte im Ars Electronica Futurelab, wo sowohl die Software zur Steuerung der E-Bows als auch die Hardware und die mechanische Lösung zur Installation entwickelt wurde.

 

Die Schaukel wie sie in der Werkstatt Ars Electronica Futurelab gebaut wurde: Maria Ignacia Edwards and Stefan Mittelböck.
Building the swing at Ars Electronica Futurelab: Maria Ignacia Edwards and Stefan Mittlböck-Jungwirth-Fohringer. Credit: Magdalena Leitner

 


Artist in Residence:

María Ignacia Edwards

Ars Electronica Futurelab Collaborators & Support:

Stefan Mittlböck-Jungwirth-Fohringer, Martin Gösweiner, Erwin Reitböck, Claudia Schnugg