Innocence 2010

Von Center-Chef Werner Prödl dazu eingeladen, hat das Ars Electronica Futurelab dem PASSAGE Linz eine interaktive Installation „auf den Leib geschneidert“. Innocence lautet der Titel der Arbeit, die sich den Linzer Kindheitserinnerungen an „das PASSAGE“ widmet.

 

At the invitation of PASSAGE CEO Werner Prödl, the Ars Electronica Futurelab has created an interactive installation custom tailored to The PASSAGE.

 

Schauplatz ist der dem Lift vorgelagerte Gangbereich im Erdgeschoss des Kaufhauses. Alle BesucherInnen, die auf ihrem Weg zum Lift, der Information oder Parkgarage hier vorbeikommen, werden von zwei Kameras erfasst. Ihre Bilder werden in Echtzeit auf dem vor dem Lift befindlichen, 2,5 Quadratmeter großen Monitor angezeigt. Geht man auf diesen Monitor zu, sieht man sich quasi „auf sich selbst zu kommen“ – und findet sich in einer märchenhaften Welt wieder. Umrahmt von Ästen und Blättern erscheint der Gangbereich jetzt als Lichtung. Hier und da lugen Rehe aus dem Dickicht hervor, zögern erst und wagen sich dann ins Freie. Je nachdem, wie schnell man sich über die Lichtung bewegt, wirbelt man mehr oder weniger herabgefallenes Laub auf, erschreckt die Tiere oder veranlasst sie, näher zu kommen.

 

Indem man sich dem Screen in der Linzer passage nähert, nähert man sich selbst in einer Märchenwelt.
Approaching the screen is approaching yourself. Credit. Ars Electronica Futurelab

 

Dann beginnt es auf einmal zu regnen. Ein anfängliches Tröpfeln wird rasch zum Wolkenbruch und verwandelt die Lichtung in eine große Pfütze. Die Rehe sind nun verschwunden. Stattdessen tummeln sich Schwäne und Enten. Jeder Schritt löst jetzt Wellen aus, die sich als konzentrische Kreise über den ganzen Gang ausbreiten. Ebenso plötzlich, wie der Regen begonnen hat, klart es wieder auf. Das Wasser versiegt und die Lichtung kommt wieder zum Vorschein. Eine zyklische Abfolge, die auf die Wandlungen verweist, die das Passage-Kaufhaus über die Jahrzehnte durchlaufen und dabei die Erfahrungen und Erinnerungen der in Linzer aufgewachsenen Generationen immer wieder anders geprägt hat.

 

Das Motiv als Wald, das den Screen umrahmt erinnert an Kindheitserlebnisse.
A Screen evokes childhood memories. Credit: Ars Electronica

 


Research & Development:

Stefan Hehr, Andreas Jalsovec, Christoph Liebmann, Michael Mayr, Katharina Nussbaumer-Greiderer, Hideaki Ogawa, Erwin Reitböck