insight | out 2017

Die Medienkunstarbeit „insight | out“ des Ars Electronica Futurelab zeichnet auf einem fragmentierten Bildschirmfries, bestehend aus acht Monitoren, ein Portrait der Oberbank AG Linz, in dem sie unterschiedliche Einflüsse einbezieht. Hauptfaktoren sind zum einen die Werte, welche das Traditionsunternehmen vertritt, außerdem die Namen der Regionen Europas, in denen die Oberbank vertreten ist, und schließlich die KundInnen und MitarbeiterInnen des Gebäudes als auch Umwelteinflüsse wie Sonnenstand und Wind.

Medienkunstarbeit „insight | out“ im Foyer der Oberbank AG Filiale Linz – Donaulände Credit: Otto Saxinger

 

Visuell ist das Bild von Partikeln geprägt, die durch ihre Bewegung und ihren Fluss eine Strichästhetik, gleich einer Zeichnung oder eines Pinselduktus erscheinen lassen, welche in seinen Strichstärken über die Zeit variiert. Die Partikel haben unterschiedliche Affinitäten zueinander – sie suchen Distanz aber auch Nähe. Sie folgen dem Gesetz des Schwarmes – Attraktion, Repulsion – abhängig von der Distanz zueinander und den Sie beeinflussenden Faktoren.

Die roten Partikel werden vom Besucher bzw. von der Schrift angezogen. Die interagierenden Personen, die durch das Trackingsystem erfasst werden, werden von den Teilchen „umzeichnet“. Die Buchstaben der erscheinenden Schriftzüge werden durch die roten Partikeln „befüllt“ und so sichtbargemacht. Wenige Leitpartikel sorgen für die gleichmäßige Verteilung der Teilchenmenge – die übrigen Teile folgen diesen, in bestimmten, ihnen zugewiesenen Bereichen des zu zeichnenden Raumes.

Medienkunstarbeit „insight | out“ im Foyer der Oberbank AG Filiale Linz – Donaulände Credit: Otto Saxinger

 

Die Partikel verstehen sich als emergentes Element „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ und sind Metapher für das Zusammenspiel der Unterschiedlichen Faktoren und Einflüsse, wie Menschen (Nutzer), Geldflüsse, Transaktionen, etc., die eine Bank prägen.

Die Faktoren aus der Gebäudeleittechnik wie Sonnenstand und Helligkeit – verändern geringfügig das Farbbild über den Tagesverlauf – morgens bläulich, abends rötlich. Die gemessene Windstärke „verbläst“ in kurz anhaltenden Impulsen die Partikel in die entsprechende Richtung. Es ist Metapher für ein Agieren und ein Verortet sein in einer lokalen Kultur an einem bestimmten Standort.

Personen im Foyer werden vom System erfasst und im dargestellten Raum der Installation verortet, wo die KundInnen und MitarbeiterInnen ihren Einfluss auf die Partikel, das System visuell erleben können. Die Visualisierung umschwärmt die interagierenden Personen – Man selbst erscheint gleichermaßen als Antrieb wie Strömungswiderstand im fortwährenden Fluss der „Ästhetik des Kapitals“ 1.

 

1 Richard Kriesche 2017 „die kunst, die freiheit und ihr wert“, FIN/2 Liquid Music, Herausgeber Heimo Ranzenbacher 2017

 

Credits:

Peter Freudling, Stefan Mittlboeck-Jungwirth-Fohringer, Otto Naderer, Florian Berger, Erwin Reitböck, Nicolas Naveau