ORI* – Über die Ästhetik des Faltens und der Technologie 2016

Diese Forschung untersucht wie neue Design-Ansätze die funktionelle Ästhetik der DomäneOribotics beeinflussen können. Die Ausgangspunkte beruhen auf neuen Erkenntnissen bei wissenschaftlichem Origami, computerisierten Berechnungen, Robotern und Experimenten mit Materialien. Angesiedelt im Umfeld der zeitgenössischen elektromechanischen Kunst und Objekte, und in Verbindung mit dem Feldern Origami und Robotics, wird Oribotics durch die Vorstellung des wissenschaftlichen und philosophischen Faltens beeinflusst.

 

Matthew Gardiner, creator of Oribotics, explains the ideas and technologies behind his innovative, and beautiful, fusion of folding and robotics.

 

Durch die responsive Robotic-Technologie bringt Oribotics Bewegung in die statische Domäne von Origami. Durch das Hervorrufen einer Reflektionsbeschaffenheit bringt es den Betrachter von Oriboticsarbeiten zum Nachdenken über Auffaltungen, wie sie in der Natur vorkommen. Wissenschaftsbereiche wie Soft Matter (Weiche Materie) teilen ähnliche Materialien und Design-, bzw. Ingenieursanforderungen, indem sie die Funktion von gefalteten Oberflächen nutzen. Origamikünstler erschaffen Objekte durch das Falten von Papier, zeigen die Ästhetik des Faltens. Die Bedeutung von Oribotics ist, dass sowohl die Funktion als auch Ästhetik des Faltens durch den Oribotiker ausgedrückt wird.

 

Faltmuster aus kohlenstofffaserverstärktem Material.
Carbon Fibre. Credit: Matthew Gardiner

 

Neue Designmethoden für Oribotics eröffnen neue Ausdrucksmöglichkeiten im Feld der Forschung. Die Forschung fokussiert sich auf das künstlerische Denken, Design und Materialprozesse, die zur Herstellung von Robotics aus gefalteten Oberflächen beitragen. Die Prozesse können als Erweiterungen von vergangenen Oribotic-Forschungen verstanden werden, wobei verwandte Belange das Falten von Musterdesigns, Herstellungstechnologien und das Betreiben von spezifischem Falten sind. Kulturelle und historische Perspektiven prägen die Forschungsfragen, die die Gruppe auf ein neues theoretisches Modell des Faltens als Sprache der Struktur hinführt. Dies bezeichnet man als „Falten = Kodieren zum Zweck“.

 

Computerrepräsentation eines spiralförmigen Faltmusters.
Spiral Fold. Credit: Matthew Gardiner

 

Die zusätzlichen Einflüsse der wissenschaftlichen Entwicklung bei „Soft Matter“, Berechnungen, Genetik und synthetischer Biologie regen den kreativen Prozess an. Falten ist eine Sprache der Natur: Auf einem höheren Ausdruckslevel von genetischen Codes definiert es das Formen eines genetischen Ausdrucks. Diese Analogie zur Genetik übersetzt sich nicht in einem formalen Sinne direkt im Blattfalten wie bei Origami, da Gene weder aus Papier bestehen, noch ebenen Formen bestehen. Ungeachtet dessen dienen die Mechanismen und die Auffassung des Programmierens von Form und Funktion im Sinne der Natur als starke Metapher, die künstlerische und wissenschaftliche Domänen miteinander verknüpfen.


Research & Development:

Roland Aigner, Matthew Gardiner, Rachel Hanlon, Hideaki Ogawa, Erwin Reitböck

Funded by FWF PEEK Program, http://fwf.ac.at