Oribotics 2011

Der australische Origami- und Medienkünstler Matthew Gardiner kultivierte in Kooperation mit dem Institute of Polymer der Johannes Kepler Universität Linz  interaktive Blumenwiesen. Während des Ars Electronica Festivals 2010 brachten erstmals 50 der floralen Robotik-Skulpturen die industrielle Architektur der ehemaligen Tabakfabrik zum Erblühen.

 

Matthew Gardiner explains the principles of Oribotics.

 

Oribots – wie ihr Name bereits nahe legt, sind die Hightech-Kreaturen, Ergebnisse einer künstlerisch motivierten Synthese uralter japanischer Falttradition und modernster Robotik. Oribots „entfalten“ ihre Schönheit im wahrsten Sinne des Wortes. Beim gleichnamigen Projekt der Ars Electronica geschieht dies in Form komplex gefalteter Blütenstrukturen, die von flexiblen Kunststoffkelchen gehalten werden und sich auf Befehl eines Ultraschallsensors öffnen (entfalten) und wieder schließen. Je näher sich die Festival-BesucherInnen auf einen der 50 Oribots in der Tabakfabrik zubewegten, desto weiter öffnete sich dessen weiß glänzende Stoffblüte. Ein Interaktionskonzept, das von Jung und Alt intuitiv verstanden wurde.

 

Am Ars Electronic 2010 konnten die Besucher und Besucherinnen die Oribotics bewundern.
ARS ELECTRONICA FESTIVAL 2010: The Future Unfolds Credit: rubra

 

Dahinter steckt ein kniffliges Design: Alle 1.050 Falten einer einzelnen Oribot-Blüte waren mechanisch miteinander verknüpft. Wurde eine individuelle Blütenfalte aktiviert, versetzten sich daher alle weiteren ebenfalls in Bewegung. Drei Jahre lang hat Oribotics-Mastermind Matthew Gardiner am idealen Faltmuster und Material für diese Generation seiner Oribots getüftelt. „Ich will ihre unverwechselbare ästhetische und emotionale Qualität, von der ich nach wie vor fasziniert bin, an die Besucher weitergeben“, sagt Gardiner, der seine Liebe zur japanischen Faltkunst bereits im Schulalter entdeckt hat.

 

Das Öffnen und Schließen der Oribotics erinnert an Blüten - ein Bild das der natur entliehen ist.
Like A Second Nature. Credit: Matthew Gardiner

 

Über Matthew Gardiner: 

Seit vielen Jahren arbeitet der Australier nun im Schnittfeld Bionik, Technologie und Kunst. Wird ein Oribot durch ein sich näherndes Objekt aktiviert, wird dieser Bewegungsimpuls durch eine Netzwerksteuerung an alle weiteren 49 Oribots übermittelt“. Was folgt, ist eine Kettenreaktion von mehr als 52.000 (Ent-)Faltungen, die den BeobachterInnen ein hochkomplexes bewegtes Bild, ein surreal erwachendes Blütenfeld, bieten.


Research & Development:

Matthew Gardiner