SAP Berlin 2004

Das Zentrum der medialen Inszenierung bildet die Installation „The Hidden World of Noise and Voice“ von Golan Levin und Zachary Lieberman. Die New Yorker Medienkünstler haben eine Software kreiert, die es ermöglicht, Lautäußerungen und Geräusche im virtuellen Raum darzustellen.

 

Nach Sonnenuntergang erstrahlt die neue Fassade des SAP Hauptquartiers in Berlin mit neuen Farben und Formen.
After sundown, the new SAP regional headquarters in Berlin will begin to delight city residents and visitors with an imaginative play of color and form. Credit: Pascal Maresch

 

Alles was in die Mikrophone der Installation dringt wird vom System interpretiert und in entsprechende dynamische Formen übersetzt, die das Environment anschließend als virtuelle Kreaturen bevölkern. So wird ein durchgehender Ton, je nach Tonlage, zu einer dünnen Schlange oder einem fetten Wurm, der sich von der Position des Mikrophons seiner Entstehung aus in den dreidimensionalen Raum windet. Ein sonores „Blob“ hingegen wird einen kompakten Körper ergeben, der sich träge von seinem Schöpfer entfernt. So wandelt sich der zuvor leere Raum in eine formenreiche Welt aus Computergrafiken, die in ihrer Vielfalt und Dynamik an den Artenreichtum der Ozeane erinnern. Einblick in diese „Hidden World“ geben tageslichtfähige Rückpro-Units (Mitsubishi DLPs), die als Fenster in die verborgene Welt dienen. Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Architektur des Gebäudes zudem durch eine Reihe von Großprojektionen durchdrungen. Die Architektur des Foyers und die Plafonds der einzelnen Stockwerke werden durch die Projektionen visuell aufgelöst, wodurch sich der Blick durch die Außenhülle der „Hidden World“ eröffnet. So wird es möglich den Weg der generierten Objekte durch das Haus, von ihrer Entstehung bis zu ihrem Verschwinden im Himmel über Berlin zu verfolgen.

 

Ein Touchpad übersetzt den Puls einer Besucherin in Daten via eines Touchpads.
Transferring the visitor’s pulse to the visualization-process via touchpad. Credit: Ars Electronica Futurelab

 

PULSE

Zum direkten physischen Kontakt mit dem Gebäude laden sensorische Flächen direkt neben dem Haupteingang ein. Wer seine Hände auf die dort installierte Herzschlagsensorik legt, dessen Puls wird bei Dunkelheit auf das ganze Haus übertragen. Die Projektionen im Foyer und in den darüber liegenden Stockwerken pulsieren dann für kurze Zeit im Rhythmus des gemessen Herzschlags. Durch diese Interaktionsmöglichkeit kann jeder seinen ganz persönlichen Beitrag zu Berlins nächtlichem Stadtbild leisten.

 

Porsche Anzeige hinter der Glasfassade des SAP Hauptquartiers.
Credit: Ars Electronica Futurelab

 

Interactive Advertising

Interactive Advertising ist eine neue Form durch Interaktion auf Werbebotschaften aufmerksam zu machen. In der SAP Geschäftsstelle Berlin werden die dem Gehsteig zugewandten Rückpro-Units (Mitsubishi DLPs) entlang der Rosenthalerstraße während der Tageslichtzeiten eingebunden und bespielt. Subtile Bildirritationen machen auf die Inhalte der tageslichtfähigen DLPs aufmerksam. Das schlichte Vorbeigehen eines Fußgängers hinterlässt auf den gezeigten Bildinhalten Wasserspuren, die den Bugwellen eines Schiffes gleichen. Bleibt eine Person vor dem DLPs stehen, werden dessen Gesten von Kameras erfasst, in Echtzeit interpretiert und ebenfalls in Wasserspuren umgewandelt. Hier formulieren sich diese als Wellen, die sich kreisförmig von einem Zentrum ausgehend über das Bild ausbreiten. Den Passanten wird es so ermöglicht, abhängig von der Intensität der Gestik bzw. der Bewegung vor den DLPs, Szenarien zu erzeugen, die vom romantischen Steinchen ins Wasser werfen bis zur wild aufgewühlten See reichen.


Artists:

Golan Levi & Zachary Lieberman

Senior Executive Developer:

Horst Hörtner

Project Management:

Martin Honzik

Keyresearcher / Digital Surfaces:

Helmut Höllerl

Keyresearcher / Virtual Environments:

Christopher Lindinger

Keyresearcher / Interactive Spaces:

Dietmar Offenhuber

Development:

Robert Abt, Florian Berger, Peter Brandl, Reinhold Bidner, Martin Bruner, Stefan Feldler, Peter Freudling, Roland Haring, Andreas Jalsovec, Stefan Mittlböck-Jungwirth-Fohringer, Christian Naglhofer, Erwin Reitböck, Stefan Schilcher