Shadowgram 2010

Das Ars Electronica Futurelab entwickelte das Shadowgram als eine Methode, welche das ästhetische Erlebnis, ein physisches Objekt zu kreieren – einen Sticker, der in der Form eines Personenschattens ausgeschnitten wird – mit der Idee kombiniert, an einem gesellschaftlichen Brainstorming teilzunehmen. Die grundlegende künstlerische Absicht war es, einen „Katalysator für Kreativität“ zu schaffen – ein System, das es dem Publikum ermöglicht, seine Kreativität zu entdecken und anzuwenden. Diese Weiterführung des FabLab-Konzepts zur nächsten Stufe der „Interactive Fabrication“ ist ein wichtiger Teil der technischen und konzeptionellen Forschung.

 

A ‚creative catalyst‘ is a system that enables the audience to discover, play with, and use their creativity.

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Der Begriff Shadowgram bezieht sich auf eine analoge fotografische Technik, bei der ein Objekt auf einem Blatt photosensibilisiertem Papier dem Licht ausgesetzt wird und chemisch entwickelt wird, womit ein Schattenbild des Objekts geschaffen wird. Shadowgram ist eine konzeptionelle Erweiterung dieser Idee. Durch die Kombination einer Videokamera, einer menschengroßen Leuchtplatte, Bildanalyse-Software und eines Vinyl-Cutters wurde ein System geschaffen, bei dem der Schatten oder Umriss jedes Objekts sofort und interaktiv in die Form eines Vinyl-Stickers gebracht wird.

 

Das Abbild eines menschlichen Schattens als selbstklebender Folienschnitt.
An image of a person’s shadow is printed out on an adhesive label. Credit: Ars Electronica Futurelab
Emiko Ogawa posiert für das Abbild einer Silhouette.
Modelling for the silhouette. Credit: Ars Electronica Futurelab

 

Als konzeptionelle Erweiterung des Begriffs Shadowgram kann man den Begriff auch wörtlich nehmen. „Gram(m)“ kann auch eine Gewichtseinheit sein –  und als Affix bedeutet es eine Form der Aufnahme oder des Schreibens. Ein Schatten hat zwar eigentlich kein Gewicht, doch das Resultat dieser Arbeit ist ein greifbarer Schatten mit Gewicht: Shadowgram verleiht dem Schatten der User ein Gewicht  und ermutigt sie, ihr Schattenbild auf positive Weise zu verwenden, um zu kommunizieren. Diese Metapher spielt mit der relativen Anonymität des Schattens, da sie eine Distanz zum öffentlichen Statement schafft: Während jemand, der die Person kennt, den Schatten erkennen könnte, werden andere höchstens Alter und Geschlecht erkennen können. Daher wird das Gefühl, ein öffentliches Statement abzugeben, das mit dem eigenen Bild assoziiert wird, nicht eingeschränkt.


Reasearch & Development

Roland Haring, Hideaki Ogawa, Christopher Lindinger, Emiko Ogawa, Matthew Gardiner, David Stolarsky, Martina Mara