Quell.Code 2007

SAP, als ein Unternehmen, das abstrakte Geschäftsprozesse gestaltet und beheimatet, war der Ausgangspunkt für Quell.Code. Die real stattfindenden Geschäftsprozesse des Konzerns wurden visualisiert und besiedeln das Gebäude als abstrakte Tierchen, die auf ihre Besucher schüchtern, auffordernd oder gar beleidigt reagieren. Im neuen Gebäude der SAP Deutschland werden die wahren Bewohner unserer Geschäftswelt besucht: die Prozesse.

Medienkunst als Leitsystem: Wasserläufe bilden Achsen. Sie verbinden und vermitteln, sie bewegen und führen. Auch im neuen Headquarter der SAP Deutschland. Modernste Technik und eine der ältesten kulturgeschichtlichen Navigationshilfen verschmelzen hier zu Quell.Code, einem interaktiven Wegweiser ins Besucherzentrum.

 

 

 

„Folge dem Wasser!“

Von der Quelle beim Parkplatz bahnt das Wasser den Weg bis zur 27 Meter hohen Stahlstele, die zugleich Landmark und interaktives Architekturelement ist. Physischer Kontakt lässt ihr leuchtendes Innenleben pulsieren – im Rhythmus der jeweils gemessenen Herzfrequenz. Von hier strebt der Wasserlauf dem Haupteingang entgegen. Dort angelangt wird er zum virtuellen Datenstrom, gespeist aus den weltweiten Prozessen der SAP-Software. Jeder System-Input, jede Buchungszeile wird als Prozesstierchen visualisiert und schwimmt im Datenfluss, in dem diese virtuellen Bewohner auf ihre Besucher reagieren. Das mechanisch bewegte Data Wheel nimmt, sich drehend, die Fließbewegung auf. Es wird angetrieben von der „Summe der Aktivität der Mitarbeiter“ im SAP-System. Der Datenstrom fließt weiter und folgt der Liftkabine nach oben. Mit im Schlepptau finden sich unzählige Prozesstierchen. Diese Schwärme werden nach der Prozess-Zugehörigkeit ihrer Auslöser gebildet, diese Zugehörigkeit zu einem gesamten Geschäftsprozess wird als Begrüßung im vierten Obergeschoss preisgegeben. Hier ist das Ziel erreicht: das neue Besucherzentrum.

 

Quell.Code als ein interaktives BesucherInnen-Guide-System auf dem SAP Kampus in Walldorf.
Source.Code by the „Ars Electronica Futurelab“ (AT) is an interactive visitors’ guidance system designed especially for SAP Deutschland’s new corporate campus in Walldorf. Credit: Ramsy Gsenger

 

Im Aquarium werden die fachlichen Inhalte zugänglich gemacht, die den jeweiligen Tierchen zugeordnet sind; die am Data Fall, dargestellt als Zeichenketten aus Einsen und Nullen, ein Display durchziehen. Diese Zeichenketten werden vom Besucher durch „Berühren“ aufgelöst und fallen regengleich nach unten – zurück zum Ursprung.

Das Leitsystem versteht sich als medienkünstlerisches Statement, das Natur und Kultur bzw. Mensch und Architektur in Dialog stellt und dabei gleichzeitig einen lebendigen und individuellen Zugang zu den Geschäfts- und Informationsprozessen der SAP eröffnet.

 

Das "Aquarium" zeigt die Aktivitäten der besucher und Besucherinnen in Nullen und Einsern Foto: Ars Electronica Futurelab
The „Aquarium“ displaying the visitor’s activities as ones and zeros. Credit: Ars Electronica Futurelab

 


Idea & Concept, Creative Director, Architecture & Design:

Horst Hörtner

Idea & Concept, Project Management:

Stefan Mittlböck-Jungwirth-Fohringer

Idea & Concept, Visual Rendering:

Peter Freudling

Idea & Concept:

Christopher Lindinger, Martin Honzik

Project Management:

Michael Badics, Yvonne Hauser, Daniela Kuka, Jutta Schmiederer

Architecture & Design, Visual Rendering:

Andreas Jalsovec

Architecture & Design:

Peter Freudling, Gerald Priewasser

Hardware Engineering (Manager):

Rudolf Hanl

Hardware Engineering, System Engineering:

Erwin Reitböck, Alexander Kneidinger,

Hardware Engineering:

Jürgen Nussbaummüller, Robert Abt

System Engineering:

Schober Bianca

Technical Consultant:

Jakob Illera, Scott Ritter
Technical Consultant

Software Engineering:

Dietmar Suoch (Manager), Nina Valkanova, Jakob Sebastian Doppler, Doris Zachhuber, Roland Haring, Tiago Martins

3D Computer Graphics:

Florian Berger

AI-Design & Development:

Carl Johan Rosen

Computer Vision:

Katharina Nussbaumer, Kevin Quennesson

Data Fall:

Zachary Lieberman

Visuals & Rendering:

Michael Lankes, Daniel Fellsner

Documentation & Video:

Ramsy Gsenger