Sparks: Residencies für künstlerische Visionen von Gesundheit und Medizin 2015

Ars Electronica ist Teil von Sparks, einem EU geförderten Vermittlungsprojekt, das in allen europäischen Ländern Sichtbarkeit erlangt. Sparks ist ein Projekt, in dem neue Entwicklungen von Technologien im Bereich Gesundheit, Medizin und Wohlbefinden an die europäische Bevölkerung vermittelt werden sollen. Um dabei den für die Europäische Union wichtigen Forschungsgrundsatz der Responsible Research und Innovation (RRI) verdeutlichen zu können, nutzen die an Sparks beteiligten Institutionen die aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen und zentralen Forschungsfragen im Bereich Gesundheit, Medizin und Wohlbefinden als Beispiele für RRI. Für die Vermittlungstätigkeiten wird eine interaktive Wanderausstellung produziert und es werden europaweit 230 innovative partizipative Aktivitäten wie Science Cafés, Pop-up Science Shops, Einführungsveranstaltungen und Szenarioworkshops organisiert. Zusätzlich zur Vermittlung der wissenschaftlichen Ansätze sollen künstlerische Beiträge durch Irritation und fiktionaler Weiterentwicklung der aktuellen Trends helfen, mehr Interessensgruppen aktiv einzubinden.

 

Sparks is an awareness-raising project to show Europeans that they can get involved in science and that various stakeholders share the responsibility for scientific research and innovation.

 

In als Teil von SPARKS bekamen vier Künstler und Künstlerinnen, Anouk Wipprecht,  Lucy McRae and Jakob and Lea Illera, die im Bereich neuer Medien und Technologien arbeiten, die Möglichkeit, Residencies am Ars Elctronica Futurelab zu verbringen. Jede/r der drei ausgewählten KünstlerInnen hat ein Kunstwerk produziert, das als Teil der Wanderausstellung “Beyond the lab: The DIY Science Revolution” http://sparksproject.eu/content/beyond-lab-diy-science-revolution , von 2016 – 2018 in 29 europäischen Ländern gezeigt wird.

Von 29. März – 5. Juni 2016 ist die Wanderausstellung – begleitet von einem partizipativen Rahmenprogramm –  im Ars Electronica Center zu sehen. Alle Aktivitäten rund um die Ausstellung finden sie auf der Ars Electronica Center Webseite

Die drei KünstelrInnen wurden durch einen Open Call ermittelt.


Anouk Wipprecht

Agent Unicorn, 2016

Lasergesinterte Prototypen für Polyamide

Wie kann Design und neue Technik genutzt werden, um die Behandlung von psychischen Krankheiten zu verbessern? Anouk Wipprechts 3D-Druck-Headsets sind wie das Horn eines Einhorns geformt und wurden für Kinder mit ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) entworfen. Elektroden innerhalb der Headsets messen die Aktivität des Gehirns. Sobald sich die Aufmerksamkeit erhöht, wird eine eingebaute Kamera aktiviert und beginnt zu filmen. Das so entstandene Videomaterial können sich die Kinder ansehen, um besser zu verstehen, was ihre Aufmerksamkeit erregt oder ablenkt.

Credits: Entwickelt mit Ars Electronica Futurelab (Claudia Schnugg, Roland Aigner, Michael Platz, Erwin Reitböck und Christopher Lindinger) und besonderer Dank gilt Christoph Hintermüller (G.Tec), Christoph Guger (G.Tec), Dimitri Diakopoulos (Intel), Dominik Laister (klinischer Psychologe, Barmherzige Brüder Linz), Igor Knezevic (Alienology), Aduén Darriba (Studio Aduén), Shapeways und FlyWire.

 

Anouk Wipprecht fotografiert ihr Exponat Agent Unicorn mit einem Smartphone während des Ars Electronica Festivals 2016.
Anouk Wipprecht mit Ihrem Projekt Agent Unicorn am Ars Electronica Festival 2016. Credit: Florian Voggeneder

 

Mehr Infos zu Anouk Wipprecht unter http://www.anoukwipprecht.nl/


Lucy McRae mit Lotje Sodderland

The Institute of Isolation, 2016

Filmdauer: 9 Min. und 38 Sek.

In diesem Kurzfilm erzählt Lucy McRae die Geschichte eines Instituts für Isolierung. Die fiktionale Einrichtung bietet Menschen an ihre Körper durch Entzug von Sinneseindrücken und die Erfahrung von Einsamkeit zu optimieren.

McRae untersucht in ihren Arbeiten wie das menschliche Gehirn und der Körper in Zukunft verändert werden könnten und bezieht sich dabei auf momentane Entwicklungen in der Genetik und Medizintechnik.

Credits: Entwickelt mit Ars Electronica Futurelab (Claudia Schnugg, Michael Mayr, Veronika Pauser, Andreas Jalsovec und Christopher Lindinger). Besonderer Dank gilt: Juan Enriquez, Ricardo Bofill, Professor Nikolas Rose, Professor Emmanuele A Jannini, Royal Botanic Gardens Kew, Rombaut shoes, GSK Human Performance Lab, University of Southampton, Dr. Steve Dorney, Dr .Peter Glynne-Jones, La Sainte Union Catholic School, Fischauer Thermalbad, Klinische Abteilung für Thorax- und Hyperbare Chirurgie, LKH-Universitätsklinikum Graz, Oberösterreichische Gebietskrankenkasse, Outro Studio, Mark Ruffs und Daniel Gower.

 

Lucy McRae während den Dreharbeiten zu „The Institute of Isolation“ im Fischauer Thermalbad. Credit: Claudia Schnugg

 

Mehr Informationen zu Lucy McRaehttp://www.lucymcrae.net/


Jakob Illera und Lea Illera

BeBots, 2016

Spekulative Designobjekte aus 3D-gedrucktem Harz

Würden Sie sich einen Roboter in Ihren Körper einsetzen lassen, wenn dieser Ihre Gesundheit verbessert? Die Künstler Jakob und Lea Illera haben den BeBot entworfen, ein imaginärer Nanoroboter, der das Nervensystem beeinflusst und so unser bewusstes und unbewusstes Verlangen auf Süßigkeiten und Fast Food reguliert. Konzipiert wurde dieses Projekt als Antwort auf den Zuwachs von Krankheiten wie Diabetes und Adipositas. BeBots entwirft eine Zukunft, in der jeder DIY-Medikamente als Lösung nutzen kann, um seine Gedanken und Gefühle zu beeinflussen.

Credits: Entwickelt mit Ars Electronica Futurelab (Claudia Schnugg und Christopher Lindinger). Besonder Dank gilt Christian Kittner (Inhalator-Design), Elisabeth Leuthner (Grafikdesign), Werner Pötzelberger (Nanobots Charakterdesign und 3D-Modellierung) und Marlies Burkhard.

 

Lea und Jako Illera zeigen die ersten Entwürfe der BeBots und eine Skizze Ihres gleichnamigen Projektes im BioLab des Ars Electronica Centers.
Lea & Jakob Illera mit den ersten Entwürfen der BeBots im Biolab des Ars Electronica Centers. Credit: Michael Mayr

 

Mehr Informationen zu Jakob & Lea Illera: http://www.inseq.com/ullCms/show/inseq


Hier http://www.sparksproject.eu/ gibt es weitere Informationen zu Sparks