(St)Age of Participation 2011

Von 2011 bis 2015 erforschten das Ars Electronica Futurelab, unter der Leitung von Christopher Lindinger und dem Medienkünstler, Choreograph und Komponist Klaus Obermaier, innovative Formen von Publikumspartizipation in bühnenbasierender Medienkunst. Der Titel des Projekts war (St)Age of Participation, eine Referenz auf das immer noch aktuelle Paradigma der sozialen Medien, des user-generierten Contents  und der Kultur der Zusammenarbeit in der digitalen Domäne. Ende 2010 gewährte der FWF (Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung) im Rahmen des „PEEK Kunst und Entwicklungsprogramms“ dem Futurelab eine Förderung für dieses Projekt – der einzigen außeruniversitären Einrichtung, die eine solche Förderung erhielt.

 

Apparition – An interactive dance and media performance – the first collaboration between Klaus Obermaier and the Ars Electronica Futurelab in 2004.

 

Der künstlerische Forschungsprozess bei (St)Age of Participation, der den Fokus auf eine modellhafte Konzipierung dynamischer Interaktionsdramaturgien legte, basiert einerseits auf einer Analyse und Weiterentwicklung potenziell wertvoller Technologien wie etwa Tracking Systemen, Laser Scans, Ambient Devices, 3D-Avataren oder auch Augmented-Reality-Apps. Darüber hinaus wurden drei dramaturgische Experimental-Settings entworfen und mithilfe profesioneller Performancekünstler in mehreren Publikumsdurchläufen getestet. Jeder Testlauf wurde aus künstlerischer, technologischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive sowie aus Sicht des Publikums reflektiert. Ziel war letztlich eine neue Qualität emotionaler und sozialer Einbindung in Kunsterlebnisse.
Mit “Letterbox” wurde eine erste Serie von Micro-Performances erfolgreich im Deep Space des Ars Electronica Centers umgesetzt. Ein Testpublikum von mehr als 150 Personen nahm an diesen Aufführungen teil, die multimediale, interaktive und dreidimensionale Technologien für Bühnen-Performances der Zukunft umfassten. Nach einer Reflexionsphase wurde auf „Letterbox“ aufbauend eine zweite Microperformance für das Jahr 2013 entwickelt.

 

With „Letterbox“, the first series of micro performances has been successfully conducted at the Ars Electronica Center’s Deep Space.

 

Unter dem Titel „Take a Number, Leave Your Head“ wurde im Rahmen des Ars Electronica Festivals 2014 eine zweite Serie an Micro-Performances des künstlerischen Forschungsprojekts (St)Age of Participation durchgeführt. Klaus Obermaier und das Ars Electronica Futurelab griffen dabei auf eine Strömung zurück, die trotz ihrer fast 100 Jahre noch immer zu bewegen vermag: die Anti-Kunstbewegung Dada mit ihrer Liebe zum Archaischen und Absurden. 98 Jahre nach dem ersten “Salon Dada” im Cabaret Voltaire in Zürich übertrug das experimentelle Stück die alte dadaistische Bürgerschreck-Mentalität in die hochtechnisierte Gegenwart.

 

Klaus Obermaier (rechts im Bild) mit den Darstellerinnen Barbara Vuzem (links) und Katharina Pfiel (Mitte) während einer Probenbesprechung zu „Apparition“.

 

 

 

Kurt Schwitters’ famous sound poem Ursonate (1923-32) gets transformed into an interactive dance performance by dancer Barbara Vuzem


Artist & Concept:

Christopher Lindinger, Klaus Obermaier

Project Team:

Roland Aigner, Roland Haring, Martina Mara, Benjamin Mayr, Otto Naderer, Veronika Pauser, Erwin Reitböck

Performance:

Michael Gross, Katharina Pfiel, Malwina Stepien, Olga Swietlicka, Barbara Vuzem,  Olga Swietlicka

Stage Design:

Jakob Illera, Max Helbig