University of Tsukuba – “labX” 2015

Die intensive Kollaboration des Ars Electronica Futurelab Academy mit Japans Tsukuba Universität – einer führenden Forschungsuniversität mit einem visionären Schwerpunkt in Kybernetik / Mensch-Maschine-Interaktion. Dort wurde ein neues PhD Programm in Empowerment Informatics (EMP) gegründet, dessen Programmleiter niemand geringerer als Device Art Pionier Hiroo Iwata ist; die Studenten selbst sind höchst talentierte ForscherInnen aus der ganzen Welt.

Das Ziel von EMP ist die Forschung in den Gebieten der Ergänzung, Harmonisierung und Erweiterung der menschlichen Fakultäten und Fähigkeiten. Seine Praxis umfasst auch experimentelle und potentiell künstlerische Forschung. Dieser praktische, experimentelle Aspekt wird im “Empowerment Studio” umgesetzt, einem Kontext, in dem Projekte entwickelt und umgesetzt werden können. Für die ersten Studenten dieses neuen Programms wurde dies bereits mit “labX” ergänzt, einer Erweiterung des Studios um eine Kollaboration mit der Futurelab Academy.

 

“LabX” collaboration presentation
“LabX” collaboration presentation

 

Workshops & Mentoring

Photos: Chihiro Masuda, EMP, University of Tsukuba.

In dieser ersten Ausgabe des “labX” im Sommer 2015 entwickelten vier PhD Studenten Projekte, die beim Ars Electronica Festival im September 2015 ausgestellt wurden. Ihnen standen Mentoren aus dem Futurelab zur Seite, die durch ihre Expertise in öffentlicher Medienkunst über Feedback, Workshops und Hilfe bei der Konzeptentwicklung dazu beitragen, dass die Ideen der Studenten zu ausstellbaren Prototypen werden.

 

 

Ausstellung der Projekte beim Ars Electronica Festival

Photos: Peter Holzkorn, Ars Electronica Futurelab / Martin Hieslmair, Ars Electronica

Während des Festivals waren die beiden Projekte “IrukaTact” und “idMirror” als Teil der Post City Kit Ausstellung zu sehen.

IrukaTact (Aisen Caro Chacin / US, Takesho Oozu / JP)…

…ist ein Unterwasser-Suchhandschuh, der von den Orientierungstechniken der Delfine (“iruka” im Japanischen) inspiriert ist und beim Finden versunkener Objekte nach Hochwasserkatastrophen helfen soll. Er übersetzt Daten eines Ultraschall-Distanzsensors mit einem neuen Ansatz in physisches Feedback. Das System erkennt die Topographie des Bodens und schickt haptische Signale an die Fingerspitzen des Benutzers: Wasserstrahlen, die von mehreren Mikro-Pumpen auf die Haut gerichtet werden. IrukaTact ist als Kit für Notfallsituationen konzipiert: Es ist Open-Source und kann mit leicht erhältlichen Materialien und digitalen Fabrikationsprozessen nachgebaut werden.

 

IrukaTact-Zusatzmaterial zum Unterwassersuchhandschuh: Video, Flugblätter, Skizzen zur Funktionsweise
IrukaTact additional materials: video, leaflets, process sketches

 

ein id Mirror (identitätsspiegel) verzerrt und kombiniert die Gesichter der Besucher und Besucherinnen.
idMirror, distorting and combining the visitors’ faces

 

idMirror (Maša Jazbec / SI, Floris Erich / NL) ist ein künstlerisches Projekt, das untersucht, wie digitale soziale Netzwerke und neue Mobiltechnologien die Wahrnehmung menschlicher Identität für immer verändert haben. Es verwendet die inhärente Ähnlichkeit von Tablets zu Spiegeln, um mit dieser Identität zu spielen, indem die Gesichter der BesucherInnen unerwarteter virtueller Manipulation unterzogen werden. Das Ziel ist eine Verhandlung der menschlichen Position in der gegenwärtigen Welt, in der alle Umgebungen – inklusive der alltäglichen – vor allen Dingen informationsorientiert sind.