Virtuelle Anatomie & Pathologie Deep Space 2014

Wirft man einen Blick zurück in die Geschichte der Medizin, so wird einem schnell klar, dass die bildliche Darstellung des Menschen und seiner Organe eine lange Tradition hat. Angefangen von händisch angefertigten Skizzen bis hin zu Röntgenstrahlen und modernen digitalen Methoden, wie der Computer-Tomographie und der Magnetresonanz-Tomographie, war und ist es integraler Bestandteil medizinischer Arbeit, die menschliche Anatomie sowie deren Anomalien darzustellen. Durch diese modernen Methoden der Visualisierung wurde es nicht nur möglich, Erkrankungen besser zu erkennen, sich intensiver über ihre Art und ihren Verlauf auszutauschen, sondern diese auch adäquat zu behandeln.

 

Primar Univ. – Prof. Dr. Franz Fellner, der Leiter des Instituts für Radiologie am AKH Linz vor der Projektionsfläche des Deep Space 8 K hält einen Vortrag über die Möglichkeiten der virtuellen Darstellung von Anatomie.
Credit: Florian Voggeneder

 

Mit dem Projekt „Virtuelle Anatomie & Pathologie (VAP) Deep Space“ haben Primar Univ. – Prof. Dr. Franz Fellner, der Leiter des Instituts für Radiologie am AKH Linz, und die Forscher und Forscherinnen des Ars Electronica Futurelab die bisher verfügbaren Technologien des Sichtbarmachens auf eine neue Ebene gehoben. Ziel dieses Projekts war es,  im Sinne des innovativen Bereichs „Digital Health“ neue Formen der Darstellung zu entwickeln, die angefangen von ganzen Organen bis hin zu einzelnen Gewebestrukturen auf noch nie da gewesene Art und Weise die unterschiedlichsten Elemente des menschlichen Körpers wiedergeben können. Bieten bestehende Techniken wie Ultraschall, Computer-Tomographie oder Magnetresonanz-Tomographie bereits eine Vielzahl an hervorragenden Möglichkeiten, das Innere des Menschen sichtbar zu machen, lag die besondere Herausforderung dieses Projekts darin, die von diesen Geräten generierten Daten schneller und vor allem besser zu visualisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Algorithmen adaptiert, die speziell für die Darstellung von ästhetisch anspruchsvollen Inhalten im hochauflösendsten Projektionsraum der Welt, dem Deep Space des Ars Electronica Centers, entwickelt wurden.

 

Primar Univ. – Prof. Dr. Franz Fellner, der Leiter des Instituts für Radiologie am AKH Linz vor der Projektionsfläche des Deep Space 8 K erklärt vor einer Projektion des menschlichen Gehirns dessen Komplexität.
Credit: Martin Hieslmair

 

Ergebnis sind high-resolution Projektionen der anatomischen Daten von Computer- und MR-Tomographen im Format 16 x 9 Meter, die über ihre beeindruckende Größe und Schärfe hinaus auch in 3 D wiedergegeben werden können. Durch dieses einzigartige Aufeinandertreffen von Virtual Reality Technologie und medizinischem Wissen ist es nun möglich, die bereits vorhandenen anatomischen Informationen stereoskopisch und mit einer Tiefenschärfe darzustellen, die in dieser Form und durch bisherige Technologien nicht möglich war. Der Vorteil dieser Darstellungsart liegt nicht nur darin, medizinische Bilder detailgetreuer erfassen und weitergeben zu können, sondern dieses Projekt setzt auch ganz neue Impulse in Richtung medizinische Forschung, zunächst für die Darstellung der Anatomie, Physiologie und Pathologie des Menschen. Im nächsten Schritt soll dann erforscht werden inwieweit diese neue Technik auch Vorteile für die Planung und Simulation therapeutischer Maßnahmen bieten kann.

 

Primar Univ. – Prof. Dr. Franz Fellner, der Leiter des Instituts für Radiologie am AKH Linz vor der Projektionsfläche des Deep Space 8 K hält einen Vortrag über die Möglichkeiten der virtuellen Darstellung von Anatomie. Im Hintergrund: Rembrandt's "Die Anatomie Lektion von Dr. Nicolaes Tulp"
Credit: Martin Hieslmair

 


Medical-Scientific Director:

Prim. Univ. – Prof. Dr. Franz Fellner (AKh Linz/Department of Radiology)

Software Development and Visualization:

Florian Berger