World Skin 1999

In” World Skin” bewegten sich die Besucher mit Fotoapparaten bewaffnet durch einen dreidimensionalen Raum: Fotos und Nachrichtenbildern verschiedener Kriegsschauplätze bildeten ein von stummer Gewalt erfülltes Universum.

 

 

In der interaktiven CAVE-Installation “World Skin” von Maurice Benayoun ging der Besucher auf eine “Fotosafari” im Land des Krieges. “World Skin” wurde beim Prix Ars Electronica 1998 mit der Goldenen Nica für interaktive Kunst ausgezeichnet.

 

In dieses chaotisch-triste Gleichgewicht musste der Besucher eingreifen. Er konnte Bilder aufnehmen und einen Teil dieser mit dem Tode ringenden Welt einfangen. Jedes fotografierte Fragment verschwand von der Bildfläche, wurde durch eine schwarze Silhouette ersetzt und für den Fotografen auf Papier ausgedruckt. Mit jeder Aufnahme wurde somit ein Teil der Welt ausgelöscht. “World Skin” veranschaulichte die Bedeutung des Bildes, denn mit Bildern nehmen wir die Welt in Besitz: Die Welt fällt dem Blick zum Opfer.

“World Skin” thematisierte den Stellenwert der Medien-Bilder, durch die die ungeschminktesten und brutalsten Realitäten in unserer Wahrnehmung auf eine emotionale Oberfläche reduziert werden. Medien machten das gefährliche interaktive Gemeinschaftswerk Krieg zu einer öffentlichen Bühne, indem sie alles auf ein und dieselbe Ebene brachten: Das Bild neutralisierte den Inhalt. Das Klangmaterial zu dieser CAVE-Installation von Jean-Baptiste Barričre machte dieses Eintauchen über die Bilderspiele hinaus als reale Beteiligung an dem Drama erlebbar. Der Sound gab den Ton einer Welt wieder, in der Atmen gleichbedeutend mit Leiden war. “World Skin” wurde im Rahmen des Ars Electronica Festival 98 dem Publikum präsentiert.


Artist in Residence:

Peter Kogler, Franz Pomassl

Sound Engineer:

Markus Decker

Cave Programming:

Markus Greunz