Zur Zukunft der Arbeit 2017

Im Frühjahr 2017 wurde das Ars Electronica Futurelab beauftragt, im Rahmen des in den Audi Training Centers in München stattfindenden Central Technology Trainings namens „meet the future“ das Thema „Digitalisierung“ aufzubereiten.

Die besondere Herausforderung lag darin, ein Ausbildungsprogramm zu gestalten, das den zu Trainierenden gleichermaßen einen Einblick in die Zukunft des Unternehmens und der daraus resultierenden Konsequenzen auf ihre ganz persönliche Arbeitssituation zu vermitteln.

 

In der Guided Room-Situation lernen die Teilnehmenden die Verbindung zwischen Fragestellung und Pose zu deuten. Credit: Florian Voggeneder

 

Die Digitalisierung unserer Welt ist im Arbeitsalltag angekommen. Nicht nur als Werkzeug zur Simplifizierung und Automatisierung bestimmter Arbeitsabläufe, Arbeitsprozesse oder Fertigungsabläufe – sondern allumfassend vom Erstgespräch über ein zukünftiges Produkt, durch alle Produktionsschritte hinweg bis zum Erscheinen der Produkte in unserem Alltag und in unseren öffentlichen Räumen. Am Beispiel des Produkts Auto, wird aber noch deutlicher wie groß der Einfluss von Produkten, auf uns als Gesellschaft ist. Die Tatsache, dass Autos irgendwann autonom fahren werden, ist nicht nur Anlass dafür über zukünftige Beschäftigungsmerkmale von Berufsfahrern nachzudenken – vielmehr greift das harmlos scheinende Zukunftsbild der Digitalisierung wesentlich tiefer. Ganze Geschäfts- und damit Gesellschaftsmodelle sind dabei revolutioniert zu werden. Dieser Wandel ist in gewisser Weise gleichzusetzen mit dem des Klimas.

 

Die von Ars Electronica ausgestattete Sitzecke in den Audi Trainingscentern. Credit: Florian Voggeneder

 

Dieses Details der veränderten Welt müssen noch gestaltet werden. Noch hat niemand eine klare Vorstellung darüber, wie es sich anfühlt, wenn Autos plötzlich im Schwarm kommunizieren. Wir verstehen autonome Fahrzeuge als Objekte mit denen wir interagieren – nicht aber als das was sie sind: intelligente Knoten, Interfaces, zur Interaktion mit einem Schwarm tausender Knoten.

Die Frage nach der Vorbereitung von Mitarbeitern auf diese Art der Veränderung, die als solche noch nicht vollzogen ist – aber in einer noch offenen Form, kommen wird… Diese Vorbereitung stand im Focus der Zusammenarbeit mit dem Audi Training Center.

 

Ein zeichnender Roboterarm überträgt die Posen der Teilnehmenden auf Papier. Credit: Florian Voggeneder

 

Shadowgram

Am ersten Trainingstag lädt ein Shadowgram die Teilnehmenden ein, zu verschiedenen Fragestellungen zur Digitalisierung im wahrsten Sinne des Wortes persönlich „Stellung zu beziehen“. Die Fragen liefern nicht nur einen Anstoß zur individuellen Auseinandersetzung mit der Thematik, sondern Shadowgram sammelt auch Perspektiven und Erwartungen jedes/jeder Einzelnen– unvorbereitet und unmittelbar und ungeschönt.

Der offene Raum

Am Morgen des zweiten Schulungstages überrascht eine  von Ars Electronica Export gestaltete Ausstellung im Foyer des ATC2 die Trainees. Anstelle der für gewöhnlich hier gezeigten Automobilen Neuheiten, stehen (Kunst-)Projekte zu zukunftsrelevanten Entwicklungen bereit und ermöglichen den Teilnehmenden, auf niederschwellige Art und Weise sprichwörtlich in Berührung mit technologischen und sozioökonomischen Entwicklungen zu gelangen. Die von Ars Electronica kuratierte Ausstellung stimuliert und weckt unmittelbare emotionale Reaktion auf die gezielt selektierten Exponate aus den Bereichen Kunst und Wissenschaft um einen individuellen Zugang zu komplexen Zukunftsthemen zu bieten.

Der Geführte Raum

Das Herzstück des vom Ars Electronica Futurelab gemeinsam mit dem Audi Training Center gestalteten Programschwerpunktes. Interaktive Projektionsbasierte Oberflächen an Boden und Wand, erfordern die aktive Teilnahme der Trainees am Programm. Hier konzentriert sich Audi auf seine ganz spezifischen Themen. Gruppen unterschiedlicher Größe werden durch diese interaktive Themenwelt geführt. Ein moderierter Prozess, der Bezug nimmt auf die im Shadowgram aufgezeichneten Perspektiven der TeilnehmerInnen.


Credits:

Horst Hörtner, Christopher Lindinger, Roland Haring, Peter Holzkorn, Florian Berger, Marianne Eisl, Otto Naderer, Michael Mayer, Peter Freudling, Stefan Mittlboeck-Jungwirth-Fohringer