Alchemists of Art and Science

Ars Electronica Center: DO 8.9.-SO 11.9.2016: 10:00-20:00, MO 12.9.2016: 10:00-18:00
POSTCITY: DO 8.9.-MO 12.9.2016: 10:00-19:30
Ars Electronica Center
ghostcellCredit: Ghost Cell / Antoine Delacharlery

In unserer nicht nur geographisch und ökonomisch sondern auch intellektuell globalisierten Welt, steigt das Interesse an interdiziplinären Kooperationen stetig an. Der Austausch und die Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft, von Kreativität und Technologie inspiriert  immer mehr KünstlerInnen. Aus unterschiedlichen Motivlagen machen sie sich auf, um diese Territorien zu erkunden. Sie sind auf der Suche nach neuen Inspirationen und wollen ihre künstlerische Arbeit auch über den Kunstbereich hinaus zur Wirkung bringen. Oft folgen sie dabei Pfaden, die schon vor langer Zeit gelegt worden sind.

Die stark gestiegene Bereitschaft zur interdisziplinären Kooperation, wird nicht nur von WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen gelebt – sondern immer mehr auch von  Institutionen. So stehen im Rahmen des EU-geförderten Projekts EDASN (European Digital Art and Science Network) nach CERN und ESO nun auch Forschungseinrichtungen der ESA für Artists in Residence offen. Im Netzwerk mit vielen anderen europäischen aber auch internationalen Kultureinrichtungen werden nicht nur die Ergebnisse dieser Artist in Residence Programme gezeigt, sondern auch eine Ausstellungsreihe, die sich der Präsentation spannender, innovativer Projekte and der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft widmet. Neue Methoden der Fabrication und des 3D-Drucks, Konzepte des Rapid Prototyping, Arbeiten aus dem Bereich der 3D-Animation und künstlerische Strategien zur Visualisierung wissenschaftlicher Daten: die Ausstellungen decken ein breites Feld oft noch prototypischer Ansätze ab. The Alchemists of Art and Science ist die zweite Edition dieser Reihe, und zeigt spekulative Visionen der Zukunft, die aus der Verschmelzung künstlerisch-wissenschaftlicher Ansätze entstehen: neben Wearables, die die kosmische Strahlung in unserem Umfeld messen, aus Pilzen gewachsener Kleidung und einer 3D-gedruckten Lampe, die mit Hilfe einer App und einem Laserscanner im eigenen Wohnzimmer kreiert wird, sind auch tragbare Geräte zur Reduktion des eigenen CO2-Verbrauchs oder Konzepte interaktiver Windschutzscheiben zu sehen.

Locatable

Artist Lab Jussi Ängeslevä

Jussi Ängeslevä
Wie gestaltet sich der Herstellung alltäglicher Produkte im digitalen Zeitalter? Beyond Prototyping beleuchtet die Dynamik zwischen DesignerIn und VerbraucherIn.

MycoTex

MycoTex

Neffa / Aniela Hoitink
Eine organische Mode-Innovation: Aus lebendigen Materialien werden Textilien gewonnen und daraus tragbare Kleidungsstücke gestaltet. Statt herkömmlicher Stoffe kommen Myzelien zum Einsatz.

interface I

Interface I

Ralf Baecker
Diese Installation von Ralf Baecker macht digitale Prozesse sichtbar. Und zwar mithilfe vertikal verlaufender Fäden, die an beiden Enden an Motoren befestigt werden.

Project Florence

Project Florence

Helene Steiner, Paul Johns, Asta Roseway, Chris Quirk, Sidhant Gupta, Jonathan Lester
Die Natur kennt viele Arten der Kommunikation – und auch Sprache ist eine davon. Helene Steiner, Forscherin vom Microsoft Research Studio 99, kann mit Pflanzen sprechen.

Implant

Implant

Eric Dyer
Implant symbolisiert ein medizinisches, überdimensional vergrößertes Instrument. Weil in Eric Dyers Familien-DNA eine genetische Erkrankung der Netzhaut vorliegt, verfolgt er die Methoden der Gentherapie genau – auch die umstrittene Einführung von gesunden Genen unter Verwendung von Viren.

Second Story Aoife Van Linden Tol

Second Story: Linz

Artist Aoife Van Linden Tol ruft Menschen aus Linz dazu auf, gedruckte Objekte für ihre Performance Second Story einzusenden. Die Performance selbst kann beim Ars Electronica Festival 2016 besucht werden.

futureself

Future Self Mirror

Wie sehen wir in sechs Monaten aus, wenn wir mit Sport, Zahnhygiene und Ernährung wie bisher weitermachen? Wer wird uns in einem Jahr aus dem Spiegel entgegenblicken? Noch muss diese Frage mit “Keine Ahnung” beantwortet werden. Allerdings arbeiten StudentInnen des CIID bereits an einem weiteren, visionären Konzept: der smarte Future Self Mirror soll uns einen Blick in die Zukunft unserer körperlichen Entwicklung ermöglichen.

NHK

Deep Space 8K: 8K Vision, toward 2020 by NHK

In dieser Präsentation zeigt die japanische Rundfunkanstalt NHK die Highlights ihrer 8K-Programme. Sie erzählen über die Herausforderungen, mit denen sie es dabei zu tun hatten, und berichten, was sie während des Produktionsprozesses gelernt haben.

cosmic

Cosmic Bitcasting

Cosmic Bitcasting ist ein Wearable, das die kosmische Strahlung, die weder vor der Erdatmosphäre noch vor unseren Körpergrenzen Halt macht, sensorisch sichtbar macht. Mit Lichtsignalen und Vibration meldet das Interface jedes aufgespürte Elementarteilchen, das als Strahlung aus dem All seinen Weg durch die Atmosphäre bis zur Erde gefunden hat.

cultureseries

The Culture Series

Ein Kleidungsstück mit ledernen Ärmelaufsätzen, in deren Struktur leitendes Kupfergewebe und Neopren eingenäht ist? Weiters ist in diesen Stromkreis ein Arduino-Mikrocontroller integriert, der mit der Sensorik der Ärmel zusammenwirkt und das Kleid in einen hybriden Organismus verwandelt, der auf den Herzschlag der TrägerInnen reagiert. Wie wäre es mit dem dazu passenden, 3D-gedruckten Ohrring samt eingebautem Pulssensor?

MASSES: Motors And Stones Searching for Equilibrium State

Quadratures Installation MASSES soll zwei große Steine auf einer Stahlplatte unablässig in perfektem Gleichgewicht halten. Eine endlose Folge von Rückkopplung und Justieren ist notwendig, um den im nächsten Augenblick drohenden Gleichgewichtsverlust immer wieder aufs Neue zu verhindern.

STONES: Storage Technology for Observed Nearby

Verglichen mit den kosmischen Dimensionen von Zeit und Raum wirken ein Menschenleben und die menschliche Zivilisation ziemlich bescheiden. Dennoch neigen wir dazu, Erkenntnisse der Astronomie aus unserem beschränkten Blickwinkel zu interpretieren. Wie z. B. so bahnbrechende Dinge, dass auf über 40 der bisher bekannten Planeten Wasser und somit Leben existieren könnten.

obscurity

Obscurity

Für Obscurity hat Paolo Cirio die Polizeifotos von über 15 Millionen US-Häftlingen von verschiedenen mugshot-Websites geklont und unkenntlich gemacht. Ein Algorithmus bringt Fotos und die dazugehörigen Informationen – wie Name, Alter, Straftat und Haftdauer – systematisch durcheinander und perfektioniert damit die Unkenntlichmachung des Einzelnen.

Window to the world

Window to the World

Bislang musste die Windschutzscheibe eines Autos lediglich optisch durchlässig und bruchsicher sein. Window to the World jedoch zeichnet eine Vision der Mobilität der nahen Zukunft, bei der die Glasfront zwischen Fahrgastraum und der Welt zu neuer Interaktion zwischen Drinnen und Draußen anregt. Die Scheibe wird zum Interface, das das Autofahren über die Fortbewegung hinaus zum Vehikel für Unterhaltung, Spiel und Information macht.

ghostcell

Ghost Cell

So hat man Paris noch nicht gesehen: Antoine Delacharlery nimmt die Metropole animationsfilmisch nicht bloß unter die Lupe, sondern betrachtet sie wie durch ein Mikroskop. Der urbane Organismus mit seinem Inventar an Straßen, Gebäuden und Freiflächen samt den darin und darauf verkehrenden Menschen, Zügen und Autos präsentiert sich wie aus blassen Zellen und Nervensträngen zusammengesetzt.