Spy Museum Berlin: Den Spionen auf der Spur

Spione, Agenten und Geheimdienste aufgepasst: In Berlin werden Spionagetätigkeiten mit modernsten Technologien enttarnt – im Spy Museum Berlin, federführend mit dabei Ars Electronica Solutions.

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Es gibt viele Wege, streng vertrauliche Informationen heimlich in Erfahrung zu bringen und abgesicherte Orte unbemerkt auszukundschaften. Mit der NSA-Affäre, der globalen auf Vorrat gespeicherten Überwachung von Telekommunikationsdiensten, ist das Thema Spionage so brisant wie nie zuvor. Doch Geheimhaltung, Überwachung und Auskundschaftung gab es schon viel länger, wie das neu eröffnete Spy Museum Berlin seinen BesucherInnen vor Augen führt.

Ars Electronica Solutions  hat dieses interaktive Museum konzipiert und technisch realisiert, das die Agententätigkeit auf rund 3.000 Quadratmeter chronologisch von der Antike bis in die Gegenwart erfahrbar macht und einlädt, Wissenswertes zur Spionage an interaktiven Stationen zu erkunden. Gerade die Mischung von historischen Artefakten und modernsten technischen Lösungen macht den Besuch des neu eröffneten Berliner Museums so spannend. Die Ars Electronica Solutions entwickelte für einige Themengebiete eigens neue Interaktionsmodelle – die Bandbreite reicht dabei vom spielerischen bis hin zum informationsorientierten Zugang an die Thematik.

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Mit seinem Standort mitten im Herzen Berlins, am Leipziger Platz, peilt das Spy Museum Berlin einen Platz unter den Berliner Top 10 der Museen an. Doch wie gestaltet man ein Museum der Spionage im 21. Jahrhundert, in der Stadt, die lange Zeit als Hauptstadt der Spione galt? Michael Badics, Senior Director der Ars Electronica Solutions:

„Bei der Ausstellungsfläche von 3.000 Quadratmetern kann man in Hinsicht auf die Besucherführung nichts dem Zufall überlassen. Im Idealfall werden die BesucherInnen schon am Eingang in eine Geschichte hineingezogen, die sie während des gesamten Aufenthalts begleitet und auch danach in der Erinnerung präsent bleibt wie ein gutes Buch. Ich denke, wir haben gemeinsam mit dem Team des Spy Museum Berlin eine packende Geschichte entwickelt, die sowohl emotional wie auch intellektuell funktioniert. Die Installationen der Ausstellung informieren nicht nur, sie machen auch einfach Spaß. Dabei steht die Technologie stets im Hintergrund und muss, wie selbstverständlich, auf die BesucherInnen reagieren. Es zählt wohl zu den größeren Herausforderungen, Interaktionsmetaphern zu entwerfen, die intuitiv funktionieren, dabei aber immer noch überraschen.“

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Jede Besucherin und jeder Besucher wird gleich am Eingang von Überwachungskameras erfasst, die Aufnahmen erscheinen umgehend auf der Monitorwand. „Aber keine Angst, es wird nichts gespeichert“, sagt Museumsdirektor Joachim E. Thomas. So viel Datenschutz muss dann doch sein.” SpyWatch, nennt sich die Installation, auf die Livebilder übertragen werden. 15 automatische Kameras machen schon beim Betreten des Museums auf die Überwachungsproblematik aufmerksam.

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Eine 10 Meter lange interaktive Zeitleiste zeigt die historische Entwicklung der Spionage von den ersten Aufzeichnungen im Alten Ägypten bis hin zum Ersten Weltkrieg. Sie dient zur thematischen Einführung sowie zur Vorbereitung der BesucherInnen in die Inszenierungsabsichten des gesamten Museums. Im weiteren Verlauf ist jedem zeitlichen Abschnitt bis in die Gegenwart ein eigener Bereich gewidmet, wobei der Kalte Krieg einen besonderen Schwerpunkt einnimmt.

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Auf aktuellen und historischen Berlin-Karten können die BesucherInnen den Spuren von AgentInnen folgen und ihre bislang geheimen Tätigkeiten nachträglich erkunden. Die „SpyMap“ macht es möglich, entlang von verschiedenen Points of Interests (POI) und Routen die Stadt auf ungewöhnliche Weise zu erforschen und spannenden Erzählungen mit zahlreichem Video- und Fotomaterial zu folgen.

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„Big Data“ ist nicht nur ein Begriff, der über uns schwebt. Das Thema betrifft jeden Einzelnen von uns, da auch wir tagtäglich überwacht und Datenmengen über uns gespeichert werden. Über die Interaktion mit dem digitalen Spiegelbild können BesucherInnen erforschen, wie und in welchen Situationen sie als Individuum Daten produzieren  bzw. wofür sie verwendet werden. Es soll dabei vor allem vermittelt werden, dass nicht die Daten der einzelnen Person im Vordergrund stehen, sondern die Quantität der Daten und die damit verbundenen Möglichkeiten.

Zu den weiteren Highlights des Museums zählt der knifflige Laserparcours, der an Sicherheitssysteme angelehnt ist, wie man sie aus vielen Agentenfilmen kennt. Die BesucherInnen versuchen hier in möglichst kurzer Zeit einen Weg durch das Laserlabyrinth zu finden, ohne einen der Lichtschranken zu berühren. Die ZuschauerInnen können den Geschehnissen in Form von Infrarot-, Wärme- sowie realen Bewegtbildern folgen. Diese Kamerabilder werden aufgezeichnet und den TeilnehmerInnen auf Wunsch im Web veröffentlicht, damit sie diese in sozialen Medien teilen können.

Der inhaltliche Fokus der Ausstellung liegt neben dem Kalten Krieg auf der Erfassung von Daten im Internetzeitalter: Ein Passwort-Hacker überprüft die Sicherheit des eigenen Passworts, während die Installation „SpyWatch“ Bilder aus Web- und Überwachungskameras zugänglich macht. Der Ausstellungsbereich „Gegenwart & Zukunft“ zeigt unter anderem Echtzeitdaten aus Flug- und Schiffsverkehr und informiert über aktuelle Spionage-relevante Themen.

Weitere Exponate und Ausstellungsbereiche werden in einer zweiten Phase realisiert, wie Michael Badics anklingen lässt:

„Eine Besonderheit dieses Museumprojekts stellt die aktuelle Relevanz der Thematik dar. Die Aufarbeitung der Spionagetätigkeiten während des Kalten Krieges ist längst nicht abgeschlossen und schon drängen ganz neue Fragen, wie die nach Datenkontrolle oder Privacy auf die Gesellschaft ein. So ist das Spy Museum Berlin als dynamische Ausstellungsplattform konzipiert, die analog zum Entwicklungsstand ständig erweitert und aktualisiert wird.“

Die Eröffnung des Museums hat ein breites Medienecho hervorgerufen. Hier ein paar Auszüge:

„Ein Schuh mit Geheimfach, eine Gießkanne mit einer Kamera und eine Enigma-Codiermaschine – Hunderte Exponate zwischen Kaltem Krieg, Hackern und NSA-Whisteblowern zeigt das neue Berliner Spy Museum seinen Besuchern.“ (ARD Tagsschau)

“Verantwortlich für die multimediale Umsetzung war Ars Electronica Solutions aus Österreich, die sich seit 36 Jahren mit dem Einfluss von Technik auf die Gesellschaft beschäftigen. Dank dieser Kooperation gibt es viel anzufassen, zu klicken und zu hören, in der giftgrünen Welt der Geheimagenten. 55.000 Datenkabel wurden dafür verlegt, 200 Touchscreens verbaut und an einer Station gibt es sogar zwei Oculus Rift, Headsets zum Eintauchen in die virtuelle Realität.“ (Der Tagesspiegel)

 „Was Tauben, Delfine und Drohnen gemeinsam haben: Das neue Spy Museum Berlin führt an der ehemals heißesten Front des Kalten Krieges in die Schattenwelt der Agenten. Den Machern geht es um Edutainment, und dieses Kalkül könnte aufgehen“. (Die Welt)

„Überall auf den beiden Etagen befinden sich Monitore und Touchscreens, an denen die Besucher Informationen zu Geheimdiensten und deren Operationen abrufen können. Und sie können selbst aktiv werden: Codes knacken, Passwörter testen oder wie Tom Cruise in Mission: Impossible einen Laserparcours überwinden.“ (Berliner Zeitung)

„Konzipiert wurde die Ausstellung von der Firma Ars Electronica Solutions als Museum 3.0: Hunderte von Touchscreens, auf denen alle Ausstellungsstücke vom Besucher gedreht werden können, Oculus-Rift-Projektionen und Laserwände sollen das Thema interaktiv erfahrbar machen.“ (heise.de)

„Glasauge, sei wachsam: Spionage-BH, KGB-Walnuss und Körpergeruch im Glas: Wer das neue Spionagemuseum in Berlin besucht, kann selbst vor Kleintieren Angst bekommen.“ (Süddeutsche Zeitung)

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