VERTIGO STARTS: KünstlerInnen gesucht

Nach dem STARTS-Prize der Europäischen Kommission stellt die STARTS-Initiative ein weiteres Programm auf die Beine. Noch bis zum 22. Mai 2017 können sich KünstlerInnen für eine Residency bewerben, bei der sie mit der Technologie ihres selbst gewählten Forschungs- und Entwicklungsprojekts ein neues Kunstwerk schaffen.

IRCAM
Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM) in Paris, Credit: Philippe Barbosa

Mit einem neuen Artist-in-Residence-Programm dreht sich die STARTS-Initiative ein weiteres Stück: Die VERTIGO STARTS Artistic Residencies werden sich rund um Forschungs- und Entwicklungsprojekte (F&E) drehen. Bis zu 10 davon wird eine internationale und interdisziplinäre Jury an KünstlerInnen vergeben. Hugues Vinet, Koordinator des VERTIGO-Projekts stellt uns im Interview diese neue Residency-Programm etwas näher vor.

Ganz allgemein gesprochen, was ist das Ziel des VERTIGO STARTS Artistic Residencies Program?

Hugues Vinet: Das VERTIGO STARTS Artistic Residencies Program organisiert Kooperationen zwischen KünstlerInnen und Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F&E) im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in ganz Europa. VERTIGO wird im Rahmen der H2020 European STARTS Initiative gefördert, die ihren Fokus auf die Innovation an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Technologie und der Kunst setzt. STARTS unterstützt die Kunst in ihrer Rolle als Katalysator für eine effiziente Umwandlung des Wissens aus Technologie und Wissenschaft in Produkte und Dienstleistungen.

Beim Open Call 2017 sind KünstlerInnen eingeladen, sich ein laufendes F&E-Projekt aus einer vordefinierten Liste auszuwählen und daraus ein Residency-Projekt zu erarbeiten. Letztendlich soll die Residency einen neuen Blickwinkel auf das Projekt werfen – insbesondere durch die Herstellung eines Kunstwerkes, das auf dieser Technologie basiert – und damit dessen Innovationskraft herausfordert. Die Neuheit dieses Programms ist, im Vergleich mit bereits bestehenden Praktiken in der angewandten Kunst, dass es der Künstlerin oder dem Künstler ermöglicht, bereits in frühen Stadien der Forschung und Entwicklung (sogenannte low TRLs, Technology readiness levels) dazu Zugang zu haben. Darüber hinaus wird dem künstlerischen Werk eine hohe Anerkennung zuteil. Deshalb werden die ausgewählten KünstlerInnen direkt von VERTIGO als AutorInnen ihrer Kunstwerke bezahlt. KünstlerInnen werden ebenso so weit wie möglich eingeladen, gemeinsam mit der produzierenden Organisation einzureichen, die für die künstlerische Produktion verantwortlich sein wird und zusätzliche Mittel und die nötige Infrastruktur ergänzen kann.

Um welche Technologien handelt es sich bei dieser vordefinierten Liste an F&E-Projekten?

Hugues Vinet: Die Technologien und die Anwendungsgebiete der 39 F&E-Projekte, die für diesen ersten Open Call ausgewählt wurden, sind sehr breit und umfassen viele Bereiche: Multimedia, virtuelle und erweiterte Realität, Robotik, Spiele, E-Learning, multimodale Mensch-Maschinen-Schnittstellen, Technologien aus dem Wearable-Bereich, Bio-Sensing, BCI und Bio-Computing, neue Computer- und Kommunikationsarchitekturen, Internet der Dinge, Open Data, Blockchain-Technologien, Smart Cities, Unterhaltung, Bildung, Transport, Gesundheit, Tourismus, Landwirtschaft, Umwelt, und so weiter.

Was geschieht nach der Residency? Werden die künstlerischen Projekte ausgestellt?

Hugues Vinet: VERTIGO wird daraus entstandenen Kunstwerke sowie andere Ergebnisse dieser Residencies über die eigenen Kanäle der Öffentlichkeit vorstellen, inklusive der Online-Plattform vertigo.starts.eu, die jährlich stattfindende öffentliche Veranstaltung im Centre Pompidou in Paris (Mutation-Creation – VERTIGO STARTS Forum) und innerhalb seines künstlerischen Netzwerkes.

Logos

VERTIGO  is supported by the European Commission DG Connect as a part of the STARTS platform-Science, Technology and the ARTS-H2020 program.

Hugues VinetHugues Vinet, 54 Jahre alt, ist Koordinator des VERTIGO-Projekts. Seit 1994 ist er Forschungs- und Entwicklungschef von IRCAM und verwaltet all die damit verbundenen Forschungs-, Entwicklungs- und Technologietransfer-Aktivitäten. Davor leitete er die Musikforschungsgruppe des französisch-nationalen Instituts für Audiovisuelles, wo er fortgeschrittene F&E-Projekte mit der Verarbeitung von Echtzeit-Audiosignalen und Mensch-Maschinen-Schnittstellen entwickelte. Er nimmt an vielen Expertenrunden in den Bereichen Audio, Musik, Multimedia, Informationstechnologie und technologische Innovation teil.

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